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BMW C 400 X

Mittlere Reife

Schon bei der Präsentation der großen 650er-Roller im Jahr 2011 war die Rede, dass BMW sein neues Scooter-Programm zügig in die unteren Hubraumsegmente erweitern würde. Nun, von zügig konnte keine Rede sein: Es dauerte stolze sieben Jahre, bis den großen Rollern ein kleinerer Bruder zur Seite gestellt wurde. Voilà, hier kommt der BMW C 400 X.

Ein wenig schrullig sieht er aus, aber das ist wohl gut so – in der dicht besetzten 300er-/400er-Rollerklasse ist es wichtig, ein eigenes Statement abzugeben, vor allem als Newcomer. Die arrivierte Konkurrenz ist hier gut aufgestellt: Der BMW C 400 X tritt gegen den Yamaha X-MAX 400, Suzukis Burgman 400 oder auch den Piaggio Beverly 350 an, um nur einige zu nennen.
Was steckt unter dem Kleid? Beginnen wir beim Antrieb. Er besteht aus einem neuen flüssig gekühlten Einzylindermotor mit 350 Kubikzentimeter, 34 PS Leistung und 35 Newtonmeter Drehmoment. Der nach vorne geneigte Vierventiler mit Ausgleichswelle ist an ein CVT-Getriebe und eine Zweiarm-Triebsatzschwinge gekoppelt, also alles bewährte Rollertechnik. BMW hat aber augenscheinlich viel Energie darin verwendet, störende Vibrationen und Schwingungen zu eliminieren, daher wurde der gesamte Antrieb auf Gummi (besser gesagt: Silent) gebettet, die Schwingenaufnahme zusätzlich mit einem neuen System gelagert. Als Höchstgeschwindigkeit nennen die Bayern 139 km/h.

Der Rahmen besteht aus zu Gitter geformtem Stahlrohr, vorne führt eine 35er-Telegabel ein 15-Zoll-Rad, hinten erkennt man zwei Federbeine, die ein 14-Zoll-Rad bändigen – auch hier nichts Spektakuläres. Zwei Scheibenbremsen vorne sind hingegen eher auf der üppigen Seite angesiedelt, ABS ist ja verpflichtend, die Traktionskontrolle ASC gibt’s ebenfalls serienmäßig. Die Sitzhöhe von 775 Millimeter ist moderat, kann aber nochmals abgesenkt werden; ein 12,8-Liter-Tank dürfte ordentliche Reichweiten garantieren und mit einem vollgetankten Gewicht von 204 Kilo gewinnt BMW keinen Leichtbau-Award, ordnet sich aber unauffällig in die Klasse ein.
Bei typischen Rollertugenden – vor allem der Funktionalität – gibt sich der BMW C 400 X keine Blöße. In der Front befinden sich zwei Staufächer (rechts mit 12V-Steckdose), unter dem Sattel wartet ein Fach, das sich wie beim großen Bruder C 650 Sport dank des sogenannten Flexcase vergrößern lässt. Das funktioniert so, dass man beim geparkten Roller den Stauraum nach unten über ein Kevlar-Tunnel absenken kann – siehe Foto oben rechts. So passen dann ein Jet- und ein Integralhelm sowie ein bissl Kleinzeug in das beleuchtete Staufach.

Was den C 400 X zu einem typischen BMW-Motorrad-Produkt adelt, ist die Fülle an Ausstattungen. Einige serienmäßig – wie das Flexcase, der LED-Scheinwerfer, ASC, Haupt- und Seitenständer –, die meisten allerdings gegen Aufpreis. Da bekommt man dann freundliche Helfer wie Keyless Ride (versperrt auch die Frontfächer auf Knopfdruck), Sitz- und Griffheizung, LED-Tagfahrlicht, einen niedrigeren Sattel oder einen höheren Windschild. Natürlich auch übliche Roller-Goodies wie Gepäckbrücke, Topcase oder einen winterlichen Beinschutz.

Absolutes Highlight ist aber das 6.5-Zoll-TFT-Display, gegen das man das serienmäßige LCD-Display tauschen kann. Es kommt in Verbund mit dem weiterentwickelten BMW Multi Controller und macht neben dem modernen Eindruck auch das Koppeln des Smartphones via Bluetooth möglich. So managt man Anrufe oder die Playlist, außerdem bekommt man ein Basis-Navi mit Pfeildarstellung mitgeliefert.

Motorrad Bildergalerie: BMW C 400 X

 
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