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ELEKTRO- SCHWALBE

Jetzt aber Wirklich!

Eigentlich klammern wir Mopeds ja aus unserer Berichterstattung aus, egal ob mit Benzin- oder Elektromotor – aber für diesen schrägen Vogel machen wir gerne eine Ausnahme. Die Schwalbe ist nämlich mittlerweile zu einem echten Kultgerät geworden. Sie hat als Simson Schwalbe Mitte der Sechzigerjahre in der DDR das Licht der Welt erblickt und wurde bis 1986 über eine Million Mal gebaut. Quasi der Trabi unter den Zweirädern. Heute sollen angeblich noch 300.000 Stück davon laufen, als Sinnbild für Unverwüstlichkeit und Dienstbarkeit. Logisch, dass es mittlerweile unzählige Clubs und Initiativen gibt, die der Schwalbe huldigen.

Das Projekt, die Schwalbe als Elektro-Bike wieder aufzulegen, ist nicht neu. Die ersten Anläufe und Prototypen gab es schon zu Beginn des Jahrzehnts; damals scheiterte aber die Firma efw-Suhl am Aufbringen von verlässlichen Investoren. Seit 2014 ist das Projekt nun bei der Fima Govecs gelandet; Govecs erzeugt ziemlich pragmatische Elektroroller in größerer Auflage (im ehemaligen Vectrix-Werk in Breslau), konnte aber den prognostizierten Zeitplan für die Schwalbe ebenfalls nicht einhalten. Anlässlich einer ersten Präsentation der Govecs-E-Schwalbe in Mailand 2014 sprach man von einem Serienanlauf in der zweiten Jahreshälfte 2015. Naja, jetzt ist es halt Ende 2016 geworden, aber nun will man endlich loslegen. Die offizielle Premiere fand vor wenigen Tagen in Berlin statt.

Was kann man sich nun von der elektrischen Schwalbe erwarten? Nun, auch Govecs ist nicht allzu freigiebig mit technischen Informationen. Klar ist, dass die Schwalbe als Moped homologiert wird, 47 Stundenkilometer schaffen und mit Lithium-Ionen-Akku mehr als 100 Kilometer Reichweite bieten soll. Das Aufladen dauert angeblich vier bis fünf Stunden, ein fünf Meter langes Kabel befindet sich unter dem Sitz. Vertrieben wird das Vöglein zunächst in Deutschland, Österreich und den Niederlanden, weitere Länder sollen folgen. Bestellen kann man die Schwalbe über das Internet (www.myschwalbe.com), dort findet man derzeit noch eine Warteliste (mit 250 Euro Anzahlung); später soll hier ein Konfigurator für Farbe, Ausstattungen etc. zu finden sein. Der Basispreis wird bei etwa 5000 Euro liegen. Jetzt warten wir nur mehr drauf, dass das Vöglein endgültig das Nest verlässt.
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