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Triumph Street Triple

Britisches Rasiermesser

Triumph hat sich Zeit gelassen. Auf den großen Motorrad-Messen letzten Herbst war jedenfalls offiziell noch keine Rede von einer neuen Street Triple. Um so heftiger wurde ihre internationale Präsentation jetzt auf der Dachterrasse im Londoner „The Slide“ gefeiert – und wir waren live dabei.

Dass die neue Street Triple ebenso scharf abbiegen wird, wie jeder der sich die höchste und längste Tunnelrutsche der Welt im „The Slide“ hinabstürzt, ergibt sich aus dem Trockengewicht von 166 Kilo und den 123 PS der luxuriösen RS-Version. Eine etwas agilere Fahrwerksgeometrie als bei den zahmeren S- und R-Modellen, das Öhlins-STX40-Federbein und Pirelli Diablo Supercorsa SP liefern zusammen mit der Brembo-M50-Radialblock-Bremsanlage das Handwerkszeug, um die Grenzen der Fahrphysik mit angemessenem Feingefühl auszuloten. Alle Modelle kommen mit der neuen Gearbox, die dank kürzerem ersten und zweitem Gang eine bessere Startbeschleunigung ermöglicht. Und ärgere Wheelies natürlich, so man die TC ausschaltet, was allerdings nur bei der R und der RS möglich ist.
Triumph Street Triple 800 RS: 123 PS und 166 Kilo Trockengewicht lassen uns in Vorfreude auf den ersten Fahrtest blicken.Triumph Street Triple 800 RS: 123 PS und 166 Kilo Trockengewicht lassen uns in Vorfreude auf den ersten Fahrtest blicken.
Mehr Hubraum löst viele Probleme. Etwa das Erfüllen von Euro 4 mit weniger Geräuschemissionen und gleichzeitiger Anhebung der Leistung. Gut 16 Prozent mehr Spitzenleistung als ihre Vorgängerin liefert die RS, wobei durch den von 675 auf 765 Kubik angewachsenen Hubraum sowohl Leistung als auch Drehmoment über den kompletten Drehzahlverlauf deutlich angestiegen sind. Triumph hat dabei auf den Motor der Daytona 675 als Basis zurückgegriffen, ihn entsprechend aufgebohrt und zahlreiche Anpassungen durchgeführt. Dazu zählt auch eine um zwei Liter größere Airbox. Zusammen mit der neuen Auspuffanlage produziert die Triple jetzt einen zwar objektiv leiseren, aber hörbar fülligeren, kräftigeren Sound als das 2016er-Modell – ein durchaus typischer Effekt der meisten an Euro 4 angepassten Modelle quer durch den Markendschungel. Allein Airbox und Auspuff sparen 1,7 Kilo ein, insgesamt ist die neue Street Triple um zwei Kilo leichter als im Vorjahr.

Es wäre unpassend, die S- und R-Modelle als zahm zu bezeichnen. 113 beziehungsweise 118 PS sind allemal eine sportliche Ansage. Triumph will mit dieser Modellvielfalt natürlich ein möglichst breites Publikum ansprechen und erreicht mit unterschiedlichen Einsparungen bei den Federelementen, der vorderen Bremsanlage und den Reifen auch eine angepasste Preisgestaltung. Die S wird damit zum Einsteigermodell und soll in England zu einem Inklusivpreis von 8000 Pfund zu haben sein, wobei an den Preisen für Österreich noch gefeilt wird ...

Einsteigerfreundlich wird auch das extra homologierte A2-Modell. Triumph baut zu diesem Zweck extra eine Street Triple, die auch entdrosselt ausreichend schwach ist, um die Zulassungsbestimmungen zu erfüllen. Und auch an die Aufstiegsfreundlichkeit hat man gedacht: Eine um 32 Millimeter niedrigere Lowseat-Variante kommt ebenfalls auf den Markt. Damit wird die neue „Streety“ sogar für Fahrschulen zur interessanten Alternative.
Triumph Street Triple 800: Neues 5-Zoll-Farbdisplay und Spiegel an den Lenkerenden (bei der RS-Version).Triumph Street Triple 800: Neues 5-Zoll-Farbdisplay und Spiegel an den Lenkerenden (bei der RS-Version).
Triumph Street Triple 800: Auch in Neuauflage sofort identifizierbar.Triumph Street Triple 800: Auch in Neuauflage sofort identifizierbar.
Triumph Street Triple 800: Das spitze Heck würde auch einem Supersportler stehen.Triumph Street Triple 800: Das spitze Heck würde auch einem Supersportler stehen.
Kein Neuauftritt ohne üppige Elektronik. Per Joystick am Lenkerende bedienbare Fahrprogramme ermöglichen ein breites Feld an Individualisierungsmaßnahmen, wobei ABS und TC in Abhängigkeit davon angepasst werden. Das ABS kann zusätzlich jederzeit auf Road, Track oder Aus gestellt werden. R und RS bieten auch hier mehr Möglichkeiten als das preisgünstigere S-Modell. In diesen Bereich gehört auch der nur an der RS serienmäßige Quickshifter, der für die S und R allerdings nachgerüstet werden kann.

Neu sind auch der 5-Zoll Farb-TFT mit verstellbarem Blickwinkel und die LED-Frontscheinwerfer. Die Instrumenteneinheit ist faktisch ein Smartphone-Display und kann damit schon rein technisch alles anzeigen, was man ihm liefert. Und das ist nicht zu wenig. Triumph bietet hier umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten, die kaum Wünsche offen lassen.

Trotz des deutlich höheren Hubraums
gibt den Verbrauch je nach Modell mit 4,7–4,8 l an/100 km an, was für ein Motorrad dieser Leistungsklasse äußerst niedrig wäre. Die ersten Fahrtests Mitte Februar werden zeigen, was die neue Street Triple mit echtem Asphalt unter den Pirellis macht ...

Motorrad Bildergalerie: Triumph Street Triple 800

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