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YAMAHA YZF-R6

Die kleine Schwester wird heiss

Wir hatten schon befürchtet, die 600er-Klasse würde vom Schlummerzustand bald endgültig in die ewigen Jagdgründe hinüberdämmern. Während in den Neunzigerjahren noch jeder japanische Hersteller im Zwei-Jahres-Takt seine 1000er- und 600er-Supersportler erneuerte, fehlen in dieser Klasse seit Jahren neue Modelle. Der Grund ist nachvollziehbar: Die Verkäufe sind hier deutlich zurückgegangen, die teure Entwicklung lässt sich nicht mehr hereinspielen. In der 1000er-Klasse ist es noch einfacher: Zum einen sind die Bikes deutlich teurer (es bleibt den Herstellern also mehr in der Kasse), zum anderen dienen die Superbikes auch als Imageträger.

So kommt es also doch ein wenig überraschend, dass Yamaha wieder einmal seine R6 erneuert. Das heißt: So neu, wie sie aussieht, ist die YZF-R6 doch nicht ganz. Aber der Reihe nach.
Was wirklich neu ist, sieht man gleich: die klar von der R1 inspirierte Optik. Dabei ist der Look nicht nur extrem hübsch, sondern auch sinnvoll. Die Verkleidung schaffe die effizienteste Aerodynamik aller R6-Zeiten, verkündet Yamaha. Der Luftwiderstand sank um ganze acht Prozent gegenüber der Vorgängerin, dazu haben auch die in die Spiegel verlegten Blinker beigetragen.

Nicht nur das Design stammt von der R1, auch einiges an Elektronik und Hardware. Zu ersterem zählt eine sechsstufige Traktionskontrolle und der Quickshifter QQS fürs geschmeidige Hochschalten; zu Zweiterem die 43er-KYB-Upside-down-Gabel sowie die 320er-Bremserei vorne mit 4-Kolben-Alu-Radialsättel. Viele neue Feinheiten also. Zudem besteht der Tank nun aus Aluminium, was ganze 1,2 Kilo einspart. Der 17-Liter-Tank ist um die Mitte auch schmaler und besitzt tiefe Einkerbungen für die Knie. Gemeinsam mit einem leicht nach vorne geneigten Sattel soll sich so ein etwas anderes Sitzgefühl ergeben, verspricht Yamaha. Neu sind auch das Rahmenheck (aus Magnesium-Druckguss!) sowie das Cockpit.

So. Und was ist nicht neu? Im Prinzip der Rest, vor allem der Motor. Der Hightech-600er (Alu-Schmiedekolben, Titanventile, Doppel-Einspritzung usw.) wurde für Euro 4 fit gemacht, mehr scheint dazu nicht zu vermelden. Wie viele Pferdlein sich da einstellen, lässt Yamaha noch offen. Zuletzt hielten wir bei 124. Was hingegen schon verkündet wurde ist das Gewicht: 190 Kilo vollgetankt, das sollten nach unserer Rechnung zwei Kilo weniger sein. Eine ebenso interessante Zahl bleibt noch ungenannt: der Preis. 2016 zahlte man 13.999 Euro – und sparte somit neun Tausender auf eine R1. Ob dieser Abstand gleich bleibt, sollten wir noch vor Weihnachten wissen. Die Auslieferungen starten im April.

Motorrad Bildergalerie: YAMAHA YZF-R6 2017

 
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