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DUCATI MONSTER 1200 S

Extrascharf mit alles

Erst vor einigen Tagen wurde die brandneue Monster 1200 S auf der EICMA in Mailand präsentiert, schon hat sich das Motorradmagazin das wahrscheinlich allererste Serienmodell gekrallt und dem neuen Edel-Roadster an der Côte d’Azur auf den Zahn gefühlt. Der ausführliche Fahrbericht ist selbstverständlich ab 16.2. in der Februar-Ausgabe des Motorradmagazins zu lesen. Wer wegen des Wunschzettel-Schreibens für nahende Weihnachtsbescherung keinesfalls so lange warten kann, dem sei hier unser erster Live-Eindruck verraten.

Vorab: Das kaufwillige Christkind sollte jedenfalls 19.995 Euro eingesteckt haben, denn die Monster 1200 S ist bestimmt kein Schnäppchen. Trotzdem ist sie ihr Geld alleine schon wegen der exklusiven Ausstattung wert. Sie brilliert mit feinem Öhlins-Fahrwerk, Kurven-ABS, 8-fach verstellbarer Traktionskontrolle, Wheelie-Control, Quickshifter (up and down), filigranen Felgen mit Y-Speichen, leistungsfähiger Brembo-M50-Bremserei, TFT-Farbdisplay, Carbon-Kotflügel, LED-Tagfahrlicht und –Blinkern. Obendrauf offeriert Ducati für die S-Version neben dem Ducati-Rot nun die Lackvariante „Liquid Concrete Grey“ mit signalroten Akzenten. Dezent und spektakulär zugleich –die neue Modefarbe ist schlicht und einfach atemberaubend fesch. Das glänzende Grau harmoniert großartig mit dem muskulösen, jetzt merklich athletischeren Körperbau: der Tank wurde schlanker, das Heck knackiger – am eleganten Understatement-Auftritt der Monster hat sich trotzdem nichts geändert. Aber nicht nur in Sachen Statur wirkt die Monster S nun gedrungener, sie hat tatsächlich auch an Maximalkraft zugelegt: mit 150 PS zerrt sie jetzt mit 5 PS mehr Power an der Kette als ihr S-Vorgängermodell und will damit die Lücke zur gestählten Naked-Bike-Konkurrenz à la Yamaha MT-10 (160 PS) oder Suzuki GSX-S1000 (145 PS) schließen.

Hand aufs Herz: auf unserer Teststrecke in den Seealpen rund um Nizza punktet der V-Twin zwar mit seidenweicher, ruckfreier Gasannahme und kultiviertem Motorlauf, die erstarkte Potenz haben wir uns jedoch vor Fahrtantritt ein Alzerl eindrucksvoller vorgestellt. Zwar steht die Monster jederzeit gut im Saft, von Übermotorisierung ist jedoch auf den engen, verwinkelten Sträßchen der Seealpen keine Rede. Grund dafür könnte der auffällig lange zweite Gang sein: am Kurvenausgang der Serpentinen des Col de Braus zum Beispiel dauert es stets ein paar Wimpernschläge bis die Ducati ordentlich in Fahrt kommt und schwungvoll zur nächsten Kehre hechtet. Wer’s sehr eilig hat, schaltet flink und dank Schaltassistent ohne Kupplungsbetätigung eine Getriebestufe herunter. Dennoch ist die Übersetzung der kompakten Monster 1200 zweifellos für weitere Radien als hier in den Seealpen ausgelegt.

Das Verzögern klappt dank des wohldosierbaren, kräftigen Brembo-Ankers dagegen vorbildlich, und auch am Handling gibt es nichts zu meckern: agil wie eine Supermotard lässt sich die Monster 1200 S in aufrecht-komfortabler Sitzposition um engste Ecken bugsieren und zieht auf Wunsch selbst im tiefen Hang-Off einen präzisen Strich durch den Kurvenradius, sofern nicht hinterhältige Bodenwellen feinfühlige Korrekturen am Lenker erzwingen. Unglaublich: wäre da nicht der verräterische Namensschriftzug am Tank, niemals würde man der leichtfüßigen, wendigen Monster satte 1198 Kubik Brennraumvolumen zutrauen. Mit verbundenen Augen hätten wir wohl eher auf die Hälfte getippt, so behände ist die Neue. Blindverkostungen sind beim Motorradfahren aber bekanntlich keine gute Idee – nicht nur, weil uns sonst wohl die vereinfachte Menüführung des Cockpitinstruments und die Schnalle zur Tank-Fixierung entgangen wäre. Jene erinnert an die einst von Miguel Galluzzi designte Ur-Monster aus den 90er-Jahren und feiert an der neuen Monster 1200 nun ein Revival.


Auf modernste Fahrhilfen muss man trotz optischer Reminiszenzen an die Monster-Historie erfreulicherweise nicht verzichten. Während wir der einstellbaren Wheelie-Control schon heute beste Funktion attestieren können, dürfte die Traktionskontrolle auf den gripreichen französischen Straßen erst morgen ordentlich zu tun bekommen: die Wetterfee prognostiziert uns nämlich eine nasse Fortsetzung der Tests. Alle Ergebnisse dann in der Motorradmagazin-Printausgabe.

Motorrad Bildergalerie: Ducati Monster 1200 S 2017

 
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