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BMW S 1000 RR 2019

Alles neu

Veni, vidi, vici – als BMW vor zehn Jahren die S 1000 RR auf den Markt gebracht hat, stand die Superbike-Welt Kopf. Auf Anhieb düpierte die bayerische Rakete ihre weitaus etablierteren Racing-Mitbewerber in diversen internationalen Vergleichstests. Doch Konkurrenz schläft bekanntlich nicht, und in jüngster Vergangenheit wurde die Luft für die deutsche „Doppel-R“ angesichts des High-Tech-Wettrüstens in Japan und Italien zunehmend dünner und dünner – die bayerische Dominanz auf der Rennstrecke schwand.

Mit einer brandneuen S 1000 RR kündigt BMW für 2019 jetzt einen Paukenschlag an. Was wohl einem Großteil der Fangemeinde schon auf den ersten Blick positiv auffallen dürfte: die asymmetrischen, viel kritisierten Scheinwerfer sind endgültig passé, die Frontmaske des bayerischen Flaggschiffs wirkt nun eindeutig harmonischer und gefälliger.

Leistung BMW S 1000 RR 2019:
Mit komplett neu entwickeltem Motor und Fahrwerk, einer um 8 PS gesteigerten Motorleistung von nun 207 PS (bei 13.500 U/min) und 113 Nm (bei 11.000 U/min) sowie einer Gewichtsreduzierung von 208 kg auf 197 kg (mit M-Tuningpaket 193,5 kg) geht die S 1000 RR in ihre dritte, völlig neue Generation.

Egal ob Landstraßen- oder Ring-Betrieb – die neue RR soll laut stolzem Hersteller keine Wünsche mehr offen lassen. BMW will besonders die Assistenzsysteme wie Traktions- und Wheelie-Kontrolle, ABS, Hillstart-Control sowie die Ausstattung mit LED-Beleuchtungsanlage und großem TFT-Display auf ein neues Level gehievt haben.

Beim brandneuen, 4 Kilo leichteren 999-Kubik-Reihenvierzylinder wurde nicht nur die Geometrie der Ein- und Auslasskanäle weiter optimiert, das Aggregat bekommt nun mit der BMW „ShiftCam“-Technologie auch eine innovative Technik zur Variierung der Ventilsteuerzeiten und der einlassseitigen Ventilhübe (ShiftCam-Funktionsweise: eine dreiteilige Einlass-Schaltnockenwelle, die pro zu betätigendem Ventil über zwei auf einem Verschiebesegment angebrachte Nocken verfügt: eine Teillast- und eine Volllastnocke mit jeweils optimal gestalteter Nockengeometrie. Über eine axiale Verschiebung des Schaltnockensegments werden die Einlassventile drehzahlabhängig in nur 10 ms entweder von der Teillast- oder der Vollastnocke betätigt. Die Schaltdrehzahl des BMW ShiftCam Systems beträgt 9 000 U/min).

Ein überarbeiteter Ansaugtrakt sowie eine 1,3 Kilo leichtere Abgasanlage sollen zur gesteigerten Gesamt-Performance beitragen. Das Drehmoment wurde über einen breiten Drehzahlbereich gesteigert, zwischen 5.500 und 14.000 Touren sollen angeblich jederzeit mindestens 100 Nm spontan abrufbar sein – was besonders im stressfreien Alltagseinsatz positiv spürbar sein soll. Die Maximaldrehzahl der S 1000 RR liegt nun bei 14.600 Umdrehungen. Die Schäfte der Einlassventile sind hohlgebohrt, die Schlepphebel ein Viertel leichter als bisher.

Auch beim Fahrwerk bleibt kaum ein Stein auf dem anderen: um das Gewicht zu reduzieren, kommt dem Motor der RR jetzt eine wesentlich stärker mittragende Funktion zu als bisher. Durch die neue Geometrie, optimierte Radlastverteilung (53,8 % am Vorderrad) und die Gewichtsoptimierung will BMW eine frappante Steigerung der Fahrdynamik erreicht haben. Der Lenkkopfwinkel ist nun 0,4° steiler (66,9°) der Nachlauf verringert sich auf 93,9 mm (vorher 96,5 mm). Der Radstand wächst um 9 auf 1.441 mm. Um das Federbein temperaturstabil zu halten, wurde sein Abstand zum Triebwerk vergrößert. An der Front kommt eine völlig neue, 300 Gramm leichtere 45-Millimeter-Gabel (statt bisher 46 mm) mit Closed-Cartridge-Technik zum Einsatz.

Als Sonderausstattung kann die neue RR natürlich mit der nächsten Generation des elektronischen Fahrwerks DDC (neue Ventil- und Regeltechnologie) aufgerüstet werden, die speziell für die neue RR entwickelt wurde. Für ambitionierte Rennsporteinsätze ist zudem ein Shim-Paket zur gezielten Anpassung verfügbar.

Wegen des neuen Layouts des „Flex Frame“-Hauptrahmens sollen der 16,5-Liter-Tank und die Karosserieteile im Sitzbereich deutlich schmaler sein. Das „Ergonomiedreieck“ zwischen Lenkerenden, Sitzfläche und Fußraster wurde ebenfalls optimiert.

Für Anpassung an die jeweiligen Einsatzbedingungen besitzt die S 1000 RR ab nun serienmäßig die vier Fahrmodi „Rain“, „Road“, „Dynamic“ und „Race“. Waschechten Racern stehen mit der Sonderausstattung „Fahrmodi Pro“ drei weitere, frei programmierbare Fahrmodi (Race Pro 1-3) zur Verfügung. Hier können verschiedenste Regelfunktionen wie Traktionskontrolle, ABS, Wheelie-Erkennung, Gaskennlinie (Drehmomentanpassung) oder die Motorbremse individuell programmiert werden. Weitere Features von „Fahrmodi Pro“ sind die Launch Control und der konfigurierbare Pit-Lane-Limiter. Schaltvorgänge (up & down) ohne Kupplung ermöglicht der „Schaltassistent Pro“, der serienmäßig an Bord ist.

Ebenfalls zum Basispreis verfügt die neue RR über „ABS Pro“ (Kurven-ABS) sowie die dynamische Traktionskontrolle DTC, die ab Werk auch die Anti-Wheelie-Funktion umfasst. Gegen Aufpreis kann jedoch erstmals die Wheelie-Funktion individuell justiert werden. Laut BMW wurden sämtliche Regelsysteme frisch abgestimmt, im Hinblick auf Regelgüte und Charakteristik optimiert und an die neue 6-Achsen-Sensorbox angepasst.

Damit der Pilot über die Fülle an Funktionen stets die Übersicht behält, implantieren die Bayern der S 1000 RR ein 6,5 Zoll großes TFT-Farbdisplay mit frei wählbaren Layouts (3 Racing-Bildschirme, 1 Landstraßenansicht).

Die S 1000 RR wird für ihre erste Saison in den Farben „Racingred uni“ und der Motorsport-Lackierung zur Verfügung stehen.

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