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Christoph Lentsch
Autor: Christoph Lentsch
14.12.2018

Triumph Scrambler 1200 TestEhrlich erdig

Am Sonntag, den 16. Dezember 2018, war es endlich soweit: Wir durften wohl eines der Highlights der kommenden Motorradsaison in Portugal testen, bei einer im Heritage/Retro-Segment ungewöhnlich ausführlichen Präsentation. Denn die Triumph Scrambler 1200 wurde nicht nur einen Tag lang auf der Straße, sondern auch abseits griffiger Asphaltbänder bewegt, weshalb von den Briten ein zweiter Fahrtag angesetzt wurde. Anscheinend wollte man tatsächlich beweisen, dass 200- bzw. 250-Millimeter-Federweg nicht nur am Papier und auf den Pressefotos eine gute Figur machen. 

Die Details zu den beiden Scrambler-Schwestern XC und XE erfuhren wir bereits bei einer internationalen „statischen“ Präsentation in London Ende Oktober. 90 PS und 110 Nm aus dem bekannten 1200er Parallel-Twin, der mittlerweile glückliche sieben Modelle befeuert, 200 bzw- 250 Millimeter Federweg, 840 bzw. 870 Millimeter Sitzhöhe, 5 bzw. 6 Fahrmodi, Fahrwerk von Öhlins und Showa, Bremsen von Brembo und auch sonst zwei fein bestückte Schönheiten. Die Erwartungen an die Neuzugänge im Modern Classics-Segment von Triumph waren entsprechend hoch und an das große Selbstvertrauen der Briten geknüpft, was die Versprechen zur Geländegängigkeit der Scrambler betrifft. Handelt es sich wirklich um ernste Enduros, oder ist alles nur englischer Eklektizismus?
Mit der Gattung "Scrambler" wird im Dunstkreis der einspurigen Heritage-Bewegung Schindluder getrieben, dass mir demnächst der körperliche Kolbenreiber droht. Zuletzt belasteten die Yamaha SCR950, ein als Scrambler getarnter Cruiser und die allgemeine Begriffsvergewaltigung von Ducati, die eine ganze Submarke inklusive Café Racer danach benannt haben, mein nostalgisches Herz. Und nur weil Triumph von Anfang an dabei war, sogar den ersten Serien-Scrambler produzierte und mit Steve MCQueen ein unsterbliches und unzweifelhaftes Testimonial stellt, hieß das noch lange nicht, dass sie nicht ebenfalls in die Falle tappen und sich auf den kritiklosen Konsum von Young Urban Creatives verlassen würden.

Doch das taten sie nicht. Stattdessen radikalisierten sie das Konzept des Scramblers mit hoher Leistung und noch höheren Federwegen, weit höher, als das in den Roaring Sixties der Fall war. Vor uns steht praktisch eine Enduro, eine Big-Enduro natürlich, denn mit 224 bzw. 226 Kilo Gewicht sind die XC und die XE jeweils doppelt so schwer wie eine Hardenduro. Im Zusammenspiel mit einem relativ hoch eingebauten Aggregat ergibt sich daraus der größte Nachteil der Scrambler aus Hinckley, aber auch (fast) der einzige.
Denn die beiden dirty Schwestern sind, vorausgesetzt mit den optionalen Pirelli Scorpion Rally statt der Metzeler Tourance bereift, echte - wenngleich beleibte - Bergziegen. Es setzt ein wenig Erfahrung voraus, mit solchen Kalibern auf unwegsamem Gelände voranzukommen, doch wer das einigermaßen beherrscht, der wird feststellen, dass es solche Offroadfähigkeiten noch bei keinem Heritage-Bike zu bejubeln gab. Die XE ist hier aufgrund ihrer höheren Federwege, dem höheren Sitz, der daraus resultierenden höheren Bodenfreiheit und schließlich dem höheren, breiteren Lenker die erste Wahl. Außerdem sorgt die längere Schwinge für mehr Stabilität und bessere Traktion. Der zusätzliche Offroad-Pro-Modus, der auch das Deaktivieren des ABS ermöglicht, ist beinahe verzichtbar, da die Elektronik sehr fein regelt und selbst auf extrem rutschigem Untergrund wie auf unserer Testrunde nur Vorteile brachte.

Das Fahrwerk ist über jeden Zweifel erhaben und "stieß" nie auch nur annähernd an seine Grenzen. Wer aber die Scrambler tatsächlich regelmäßig auf und abseits der Straße bewegt, der sollte sich auf jeden Fall damit beschäftigen und am besten zwei schnelle Settings zurechtlegen, denn sowohl Federbeine als auch Upside-Down-Gabel sind voll einstellbar und sollten unbedingt auf Untergrund und Einsatzzweck abgestimmt werden. Die Bremsen sind ebenfalls aus dem obersten Regal und im Offroad schon fast überdimensioniert, mit beinharter Bisskraft. Die MCS-Bremspumpe der XE liefert noch ein bisschen mehr Transparenz und Feingefühl.
Daten Triumph Scrambler 1200:
- Zwei Modelle: XC ("Standard") und XE
-Leistung und Drehmoment: 90 PS (66,2 kW) bei 7.400 U/min, 110 Nm bei 3.950 U/min 
- 5 Fahrmodi (XE: + Offroad Pro)
- Fahrwerk XC: 45-mm-Showa, Öhlins Federbeine, XE: 47-mm-Showa, Öhlins Federbeine
- Federwege XC: 200 mm, XE: 250 mm
- Reifen: 90/90-21, hinten 150/70 R17 
- Kurven-ABS und Schräglagen-TC an der XE
- Heizgriffe bei XE Serie
- verlängerte Alu-Schwinge an der XE
- USB, Tempomat, Keyless-Go, LED serienmäßig

Noch mehr Daten HIER
Triumph hat es verstanden, die umfangreiche Elektronik, die in der Scrambler steckt, nobel zu kaschieren. Doch ohne TFT-Instrumente wäre die Navigation durch's Menü nicht mehr möglich. Das runde Gehäuse mit einem Hauptfenster in der Mitte flankiert von zwei Seitenteilen ist pfiffig gestaltet, mindert aber die Lesbarkeit, wenn man sich möglichst viele Daten gleichzeitig anzeigen lassen will und vielleicht auch noch das Telefon mit dem Motorrad verbindet, um das Google-Navi zu nutzen und die GoPro zu steuern. Letzteres ist nur möglich mit dem aufpreispflichtigen Bluetooth-Modul, die Zulassung der GoPro-Connection wird zudem noch bis Ende Sommer 2019 dauern. 

Die TFT-Technik erlaubt es nicht nur, auszuwählen, welche Informationen momentan angezeigt werden, sondern auch wie. Es gibt zwei verschiedene Designoberflächen, Chronos und Quartz, je drei verschiedene Anzeigenvarianten und die Tag/Nacht-Anzeige (positiv und negativ), für die es auch einen Automatik-Modus gibt. Wer während der Fahrt sein Handy laden möchte, der kann das Smartphone unter dem Sitz sicher in einer Box und von Schaumstoffmatten geschützt an eine USB-Steckdose hängen.
Nach einem Testtag im Gelände steht fest: Was dem gewöhnlichen Motorradfahrer zumutbar ist, ist auch der Triumph Scrambler zumutbar - wenn er es ihr zumuten möchte. Und: Eigentlich tut es auch die XC, denn 200 Millimeter Federweg sind mehr als ausreichend und die zusätzlichen Serienfeatures der XE nicht entscheidend. Doch auf der Straße offenbart sich ein anderer Nachteil als das Gewicht. Man sitzt zwar sehr bequem auf beiden Motorrädern - auf der XE bestimmt auch mit einer Körpergröße jenseits der 1.90 - das ist aber nur möglich, weil die Fußrasten weiter unten positioniert sind, als man das bei einer so hochragenden Geometrie erwarten würde. Die XC setzt deshalb überraschend früh auf. Nach 200 Kilometern waren nicht nur die Angstnippel abgearbeitet, sondern auch die Fußraster selbst bereits angekratzt. Und mit den großen Federwegen können die Triumphs nicht jene Stabilität bieten, wie jene Scrambler-Interpretationen der Konkurrenz, die einem Naked Bike näher sind als einer Enduro.

Doch als Gesamtkonzept mit ernster und nun auch evidenzbasierter Belastbarkeit im Offroad schlägt die Scrambler 1200 von Triumph sie alle. Allerdings muss jeder für sich selbst die Frage stellen: Ist die schöne Britin zu schade für die tägliche Schlammpackung und Sandstrahlung, oder zu gut, um sie davor zu verschonen?

Mehr Fahreindrücke und  Fakten gibt es im Motorradmagazin Heft 1/2019
Motorrad Bildergalerie: Triumph Scrambler 1200 Test
Preise Triumph Scrambler 1200 Österreich
Scrambler 1200 XC: 16.700 Euro
Scrambler 1200 XE: 17.900 Euro

Preise Triumph Scrambler 1200 Deutschland
Scrambler 1200 XC: 13.550 Euro
Scrambler 1200 XE: 14.550 Euro

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17.12.2018

BMW F 850 GS Adventure
BMW F 850 GS Adventure

BMW F 850 GS Adventure TestMidsize-Queen

Wie der hubraumstarken Boxer-BMW R 1250 GS wird auch der Paralleltwin-Mittelklasse-GS ab sofort eine Adventure-Version zur Seite gestellt. Die technischen Daten der F 850 GS Adventure haben wir bereits hier protokolliert, Stahl-Chassis und der 853-Kubik-Motor mit 95 PS blieben im Vergleich zur Standard-Version der F 850 GS komplett unangetastet. Jetzt war es an der Zeit für das erste Offroad-Roll-Out mit der Mittelklasse-Reiseenduro durchs andalusische Hinterland.

Im Unterschied zu ihrer großen Abenteuer-Schwester verfügt die F 850 GS Adventure über ein klassisches 21-Zoll-Vorderrad wie es auch bei Sport-Enduros zum Einsatz kommt. Eine gute Wahl, denn zusammen mit 23 Zentimetern Federweg an der Gabel rollt die 850er vergleichsweise widerstandslos sogar über stattliche Hindernisse. Die Front bleibt von Schlägen großteils verschont und hält souverän Spur, während der Hinterreifen in 150/70-17 leicht ausbricht und Radien im kontrollierten Drift absolviert. Hier erweist sich die Abkehr vom Tank unter der Sitzbank als goldrichtige Entscheidung der BMW-Ingenieure. Wegen des nun leichteren Hecks kehrt das Hinterrad nach der Rutschphase deutlich schneller zurück in die Spur, ist generell besser kontrollierbar und auch sonst ist die Radlastverteilung spürbar harmonischer als beim Vorgängermodell F 800 GS Adventure. Obendrein konnte so auch die Fahrwerksperformance optimiert und die Zuladung auf 211 Kilo erhöht werden.

Der während der Fahrt per Hebel zweifach höhenverstellbare Windschild erfüllt seine Aufgabe bravourös. Bei 180 Zentimetern Körpergröße herrscht im Sitzen auf dem 875 Millimeter hohen Sattel selbst bei flottem Autobahntempo absolute Ruhe um meinen Acerbis-Motocross-Helm. Im Stehen sorgen die breiten Rallye-Fußraster für eine große Standfläche und der wie bei der 1250er-Adventure zweifach höhenverstellbare Fußbremshebel erweist sich besonders im Offroad-Betrieb als praktisch. Trotzdem war bei unserem Testbike der Druckpunkt der Hinterradbremse viel zu weit unten, ich musste meinen Fuß wie eine Ballerina weit überstrecken um das Rad dosiert verzögern zu können. Unangenehm, denn im Unterschied zur R 1250 GS Adventure verfügt die 850er nicht über ein teilintegrales ABS, bei dem das Hinterrad beim Betätigen des rechten Handhebels automatisch mitgebremst wird.

Einbußen muss der 850er-Pilot auch beim elektronischen ESA-Fahrwerk hinnehmen, das ausschließlich die Dämpfung des Federbeins reguliert. Die Einstellung der Upside-down-Gabel wird von ESA nicht beeinflusst, sie kann selbst per Werkzeug nicht justiert werden.

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17.12.2018

BMW R 1250 GS Adventure
BMW R 1250 GS Adventure

BMW R 1250 GS ADVENTURE TESTDAUERBRENNER

Mit einem Einstiegspreis von 21.450 Euro in Österreich ist die brandneue BMW R 1250 GS Adventure in Kürze erhältlich. Die technischen Details haben wir hier aufgelistet. Aber schon jetzt haben wir die Weltreise-Variante der neuen R 1250 GS 2019 einen ganzen Tag in Spanien einer Praxis-Probe unterzogen. Unsere Route führte vorwiegend offroad auf anspruchsvollen Schotterstraßen durch die Pampa zwischen Malaga und Granada.

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7.12.2018

Die Kawaki Ninja 125 und die Z125 im Schlagabtausch.
Die Kawaki Ninja 125 und die Z125 im Schlagabtausch.

Kawasaki Z125 & Ninja 125 TestZweieiige Zwillinge

Unter dem Motto „The toughest Choice“ fand von Ende November 2018 die Presse-Präsentation der beiden neuen Kawasakis Ninja 125 und Z 125 in Malaga, Spanien, statt. Wenn man sich für eine der beiden brandneuen Japanerinnen entscheiden müsste, zahlt es sich definitiv aus, vorher eine Testfahrt mit beiden zu machen. Schließlich spricht Kawa selbst von der "härtesten Entscheidung".

Kawasaki hat vor der Einführung dieser beiden Modellreihen eine Marktumfrage durchgeführt, um zu erheben, was die Hauptgründe für den Kauf solch eines Motorrads sind. Der Großteil der Befragten gab an, den meisten Wert auf das Styling und die Marke des Bikes zu legen (ganz im Gegenteil zu Motorrädern mit größeren Motoren, wo für die Befragten vor allem die Performance zählt). Mit ihrem Styling können die beiden Japanerinnen auf jeden Fall punkten. Sie sollen vor allem eine junge Zielgruppe (= Führerscheinbesitzer der Klasse A1) ansprechen und dieser den perfekten Einstieg in die Welt von Kawasaki bieten – daher kommen auch die Leitsätze von Kawasaki: „Your first Z“ beziehungsweise „Your first Ninja“. Die Ninja 125 vervollständigt somit die Produktpalette im Supersport-Segment, die Z125 macht das Naked-Segment komplett.
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Triumph:

11.1.2019

Prototyp der neuen Triumph Rocket 3, stehend von links nach rechts mit den auffälligen Auspuffkrümmern und den neuen Sidepipes.
Prototyp der neuen Triumph Rocket 3, stehend von links nach rechts mit den auffälligen Auspuffkrümmern und den neuen Sidepipes.

Triumph Rocket kehrt zurück!Erwischt: Prototyp der Rakete!

Von ihrer Vorstellung im Jahr 2004 bis zu ihrem Verschwinden vom europäischen Markt im letzten Jahr, bedingt durch die fehlende Euro-4-Homologation, war sie das Motorrad mit dem größten Hubraum und dem mächtigsten Drehmoment am Markt: die Triumph Rocket 3, mit ihrem längs eingebauten, 2,3 Liter großen Dreizylinder. Und nun, mit Euro 5 kurz vor Inkrafttreten, steht Triumph kurz davor eine komplett neue Rocket 3 für das Modelljahr 2020 vorzustellen.

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4.12.2018

Triumph Speed Twin schräg von vorne
Triumph Speed Twin schräg von vorne

Triumph Speed TwinClassic mit Punch

Triumph legt noch einmal nach und präsentiert einen Monat nach der Eicma 2018 noch ein weiteres Modell: die Speed Twin. Würde man es sich einfach machen, dann könnte man dieses Modell eine große Street Twin nennen – ein klassisches Naked Bike, nur diesmal mit dem großen 1200er-Motor. Damit würde man aber ziemlich falsch liegen, denn die Speed Twin besitzt eine sportliche Seele und will mehr rasanter Roadster sein als einfach nur ein Naked Bike.

Wichtigste Zutat: Der 1200er ist hier in der High-Power-Variante verbaut, die es bislang nur in der Thruxton gab. Das bedeutet: 97 PS und 112 Newtonmeter. Gegenüber der Thruxton wurde der Motor aber nochmals überarbeitet, besitzt eine leichtere Kurbelwelle und eine höhere Verdichtung. Zusammen mit gewichtsoptimierten Motordeckeln und Magnesium-Nockenwellendeckeln spart allein der Motor 2,5 Kilo an Gewicht. In Summe konnten die Triumph-Ingenieure sogar ganze zehn Kilo gegenüber der Thruxton einsparen!
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26.11.2018

Triumph Street Scrambler 2019 kratzt am Asphalt.
Triumph Street Scrambler 2019 kratzt am Asphalt.

Triumph Street Twin & Scrambler TestUpdate und Upgrade 2019

Seit der Einführung des 1200er-Parallel-Twins, der mittlerweile mit vier verschiedenen Baureihen der Modern-Classics-Palette verheiratet wurde, gilt der 900er als Einstieg in die Retrowelt von Triumph. Bei allen Erfolgen, die mit dem großen Hubraum seit 2016 gefeiert werden konnten: Das erfolgreichste Modell der britischen Klassik ist die "kleine" Street Twin, die bis heute ca. 17.500 Käuferinnen und Käufer glücklich gemacht hat - und das mit nur 55 PS. Der extrem drehmomenlastig ausgelegte Motor überzeugte mit Druck aus dem Drehzahlkeller, einem satten Sound und unbeschwerter Fahrdynamik. Mit dem Update liefert Triumph nicht nur zehn PS mehr, sondern eine hochwertigere Ausstattung, mehr Elektronik und Aufwertungen im Detail.

Den flüssigkeitsgekühlten Zweizylinder mit 270°-Hubzapfenversatz über 5000 Touren zu drehen, machte bisher kaum Sinn. Während das Drehmoment abflachte und die Leistung verpuffte, wurde der Motorlauf rauer und mahnte zur Mäßigung. Die Komfortzone des Twins liegt eindeutig zwischen 2000 und 5000 Touren, in dessen goldener Mitte auch das maximale Drehmoment von 80 Newtonmetern liegt. Doch in manchen Situationen kann es dienlich sein, wenn ihm darüber nicht ganz die Luft ausgeht, schließlich stehen uns nur fünf Gänge zur Verfügung. Bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h liegen wir im letzten Gang bei ca. 3200 Touren. Setzt man nun zum Überholen an, wird man wohl meist keinen Gang mehr runterschalten, sondern nur das Gas öffnen, um ein, zwei oder zehn Fahrzeuge zu passieren. Gerade dann verlässt die neue die alte Leistungskurve und biegt Richtung 65 PS ab, die sie durch eine Anhebung der Maximaldrehzahl bei 7500 Touren erreicht. 
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Scrambler:

25.10.2018

Triumph meint es mit der Offroad-Tauglichkeit der Scrambler 1200 ernst.
Triumph meint es mit der Offroad-Tauglichkeit der Scrambler 1200 ernst.

Triumph Scrambler 1200250 mm Federweg, Elektronik-Weltneuheiten

Im Boom der Retro- und Heritage-Bikes sind einige Motorräder entwickelt worden, die schön anzusehen sind, auch schön fahren, aber denen es an ernthafter Performance und Fahrdynamik fehlt. Die Triumph Scrambler 1200 ist kein solches Bike und hat nur wenig mit ihrer 2006 präsentierten Vorgängerin gemein. Mit einer Leistung von 90 PS, einem Drehmoment von 110 Nm und Öhlins-Federbeinen mit Federwegen von 200 bzw. 250 mm will die Scrambler nicht nur auf Schotterstraßen und Waldwegen attackieren, sondern sogar bei der Baja 1000.

Triumph meint es also ernst und packt den On/Offroader voll mit hochwertigen Komponenten und Elektronik und splittet das Modell in zwei Varianten. Die Variante Scrambler 1200 XC steht für eine ausgewogene Balance zwischen Straßen- und Geländeeigenschaften, während die Version XE auch im harten Offroad-Einsatz problemlos bestehen soll. Beide besitzen ein aufwändig konstruiertes Off-Road-Fahrwerk mit neuem Rahmen und mit einem 21-Zoll-Vorderrad, das auch die anspruchsvollsten Geländefahrer überzeugen will.

Komplettiert wird das Motorrad durch ein Rundumpaket an hochwertiger, topmoderner Technik in allen Bereichen – die Liste reicht von edlen Chassiskomponenten von Brembo oder Öhlins bis zu elektronischen Features wie Tempomat oder der Navi-Anbindung über die neue Triumph-App. Natürlich galt auch bei der Wahl der Ausstattung für die neue Scrambler 1200 die Devise: keine Kompromisse. Hier im Überblick: die Feature-Liste der auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Straßen- und Geländeeinsatz ausgelegten Scrambler 1200 XC sowie der Scrambler 1200 XE (das „E“ steht für „Extreme“), die mit nochmals verbesserten Offroad-Qualitäten punkten kann. Begeisternde Performance in allen Drehzahlbereichen – die „High-Power“-Version des 1200-Kubik-Bonneville-Motors in der speziellen Scrambler-Abstimmung bietet starke 90 PS bei 7400 U/min und ein extrem breites Drehmomentband mit satten 110 Nm bei nur 3940 U/min, dazu eine neu entwickelte, hochgelegte Scrambler-Auspuffanlage mit charakteristischem Sound.

Topmodernes Display der neuesten Generation mit Weltneuheiten: Völlig neu ist der TFT-Tacho, der zwei Premieren in einem Motorrad integriert, und zwar eine GoPro-Steuerung und eine Turn-by-Turn-Navigation. Ein Tempomat und ein USB-Anschluss sind bei beiden Varianten serienmäßig, Heizgriffe nur beim XE-Modell. Gestartet wird das Motorrad über ein Keyless-Go-System. Der Joystick am linken Lenkerende deutet schon auf umfangreiche Elektronik hin, die ABS, 5 bzw. 6 Fahrmodi und Traktionskontrolle beinhaltet. Sogar eine IMU ist mit an Bord.

Erste Sitzprobe in London: Die Sitzhöhe beträgt 840 mm bei der XC bzw. 870 mm bei der XE aufgrund der längeren Federwege. Mit meinen 1.80 m und verhältnismäßig langen Beinen konnte ich den Boden nur mit den Zehen und Fußballen erreichen, die Sohlen also nicht ganz absetzen. Das alltagstauglichere Modell ist auf jeden Fall die stärker straßenorientierte XC. Dafür passte der Kniewinkel perfekt. Auch der breitere Lenker der XE kommt mir sehr entgegen, damit ist sie allerdings 905 mm breit, ein weiterer Nachteil im öffentlichen Verkehr. Bei all der Technik in der Scrambler würde ich mir einen analogen Tacho mit kleinen LC-Display wünschen, aber dafür bietet die Elektronik vermutlich zu viele Möglichkeiten, die sich nur auf eben diesem hochmodernen TFT-Bildschirm unterbringen lassen.
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22.10.2018

Alle Viere: Die Ducati Scrambler-Palette 2019.
Alle Viere: Die Ducati Scrambler-Palette 2019.

Ducati Scrambler 2019Icon, Full Throttle, Cafe Racer, Desert Sled

Den Test der Ducati Scrambler Icon 2019 kann hier bereits lesen, noch detaillierter dann im nächsten Heft. Doch es gibt noch drei weitere Scrambler-Modelle mit dem 800er L-Twin, die Full Throttle, die Desert Sled und die Café Racer. Diese drei u?berarbeiteten Versionen besitzen die selben a?sthetischen und technischen Merkmale, wie sie fu?r 2019 mit der Scrambler Icon eingefu?hrt wurden. Bei den Scrambler Modellen werden moderne und authentische Materialien perfekt kombiniert. Das Aluminium der neu geformten, muskulo?seren Tankblenden passt perfekt zum lackierten Stahl des Tropfentanks und dem Klarglasscheinwerfer. Das schwarz lackierte Motorgeha?use mit gebu?rsteten Ku?hlrippen und die u?berfra?sten Speichen der Gussra?der machen die Ducati Scrambler noch attraktiver. Das neue Kurven-ABS von Bosch maximiert die aktive Sicherheit beim Bremsen. Ein weiteres Komfort-Plus ist die neue, hydraulische Kupplungsbeta?tigung, die, wie die Vorderradbremse, einen einstellbaren Hebel besitzt und nun leichter zu bedienen und pra?ziser zu dosieren ist.
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2.10.2018

Die "kleine" Scrambler kommt 2019 mit 10 PS mehr.
Die "kleine" Scrambler kommt 2019 mit 10 PS mehr.

Triumph Street Scrambler 201910 PS mehr Leistung

Welche zwei Worte sorgen für die größte Aufmerksamkeit bei einem Modell-Update? Deutlicher Leistungszuwachs. Diesen will Triumph jetzt bei seinem 900er Parallel-Twin der Street Scrambler bewirkt haben, der nun um 500 U/min. höher dreht als bisher. Dazu komme einige Änderungen wie ein neuer Nockenwellendeckel aus Magnesium, eine leichtere Kurbelwelle, ein neuer, gewichtsoptimierter Kupplungsdeckel und eine leichtere Kupplung. Mit jetzt 65 PS kann man gerne von einem deutlichen Plus bei der Motorleistung (18 Prozent, respektive 10 PS mehr als bisher) sprechen.

Weil mehr Leistung ohne weitere Anpassung nicht unbedingt mehr bringt, haben die Engländer auch weitere Verbesserungen vorgenommen. An der Front wurde ein neuer Brembo Vierkolben-Bremssattel verbaut, sowie eine neue, hochwertigere Vorderradgabel in Cartridge-Technik fu?r ein stabileres Fahrverhalten und mehr Komfort. Auf elektronischer Seiten finden wir die neu verfügbaren Fahrmodi „Road“ und „Rain“.  ABS und Traktionskontolle sind abschaltbar und beweisen, dass es Triumph mit dem Scramblen durchaus ernst meint. Für eine breite Zugänglichkeit sorgen eine niedrige Sitzhöhe, ein angenehm breiter Lenker und eine besonders leichtga?ngige, drehmomentunterstu?tzte Kupplung. Mit einem LED-Ru?cklicht, einer Wegfahrsperre und einer USB-Ladebuchse ist die klassische Schönheit topmodern ausgestattet.

Obwohl die optischen Veränderungen den meisten wohl erst auf den zweiten Blick auffallen, hat Triumph im Detail nachgebessert: Neues Finish der Sitzbank, breitere Vorderradgabel (gro?ßerer Anstand der Gabelrohre), neues Logo im modernen Design -, neues, hochwertigeres Styling der Instrumente. Wem die Street Scrambler auch 2019 nicht individuell genug ist, dem stehen u?ber 120 Zubeho?rteile in allen Bereichen zur Verfügung.
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21.9.2018

Gleiche Leistung, mehr Features: Die Ducati Scrambler Icon bekommt 2019 ein Update.
Gleiche Leistung, mehr Features: Die Ducati Scrambler Icon bekommt 2019 ein Update.

Ducati Scrambler Icon 2019 TestUpdate der modernen Ur-Scrambler

Ducati frischt die erste Scrambler der Neuzeit mit Features der 1100er, LED-Beleuchtung, einem erweiterten LC-Display und einem leicht geänderten Design auf. Dazu luden die Italiener ins Land of Joy, wie Ducati die Welt um seine Submarke Scrambler nennt. Die Scrambler-Palette umfasst nicht nur ebendiese Kreuzung zwischen Naked Bike und Enduro, sondern auch andere Motorradtypen wie Café Racer oder Enduro. In Zukunft werden mit diesem Branding wohl noch weitere Varianten folgen, die wir heute vielleicht noch gar nicht erwarten.

Das Modell mit dem vor drei Jahren alles begann, war die Icon, die Retroversion der Scramblers aus den Sechziger- und Siebzigerjahren. Nun folgt ein Update, das einige technische Neuerungen wie optische Detailüberarbeitungen beinhaltet.

Was ist alt an der neuen Ducati Scrambler Icon?
Unberührt blieb der 803 Kubik große L-Twin mit einer Spitzenleistung von 73 PS und einem Drehmoment von maximal 67 Nm. Der Tank über dem an der Ampel oder im Stop-and-Go-Verkehr ziemlich heraufföhnenden Luftkühlers fasst nach wie vor 13,5 Liter. Auch Fahrwerk und Geometrie bleiben weitestgehend gleich.

Was ist neu an der Ducati Scrambler Icon 2019?
Nicht alle optischen Aufwertungen, wie zum Beispiel der neue Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht oder die LED-Blinker fallen sofort auf. Die austauschbaren Seitenverkleidungen am Tank wurden neu geformt, der Tankdeckel trägt jetzt den Schriftzug "Born Free". Welcome to Hipster Wonderland. Die Felgen hat die kleine von der großen Scrambler geerbt. Auch die Auspuff-Blenden wurden aufgefrischt, die Sitzbank etwas abgeflacht, weshalb die Sitzhöhe um 2 mm auf 798 mm schrumpfte. Nicht nur das macht die Scrambler absolut einsteigerfreundlich. Die Kupplung funktioniert jetzt hydraulisch und ohne jede Anstrengung, am (wie immer) nicht mit dem klassischen Charme des Heritage-Bikes harmonisierenden LC-Display kann man nun Gang und Benzinstand ablesen.

Ducati Scrambler Icon 2019 mit Kurven-ABS.
Das bemerkenswerteste neue Feature aber ist das Kurven-ABS, das sich hier wohl mehr an die Unsicherheiten eines Fahranfängers als an die sportlichen Ambitionen eines Routiniers richtet. Ausgelöst hat es bei meiner Testfahrt nicht, die bei perfekten Bedingungen stattgefunden hat. Notwendig ist dieses Bremsassistenzsystem an der Scrambler meiner Meinung nach nicht, aber man sieht, dass vor Kurzem noch der Oberklasse vorbehaltene Elektronik schön langsam in die Mittelklasse durchsickert. Wahrscheinlich haben wir in zwei Jahren bereits das erste volle Safety-Pack einer Multistrada im Heritage-Sektor. 

Mehr Cruiser als Scrambler?
Die unglaublich gut aussehenden und perfekt zur Scrambler passenden Pirelli MT60 RS (vorne 18-, hinten 17-Zoll) bieten auf Schotterstraßen guten Grip und durch die fehlende Traktionskontrolle viel Spaß, wenn es das Fahrkönnen zulässt. Der weit zum Fahrer gestreckte, recht dünne Lenker ermöglicht aber keine wirklich fahraktive Position und bringt nicht ausreichend Druck aufs Vorderrad. Dadurch fährt sich die Scrambler tatsächlich mehr wie ein gemütlicher Cruiser, den man zwar flott laufen lassen, aber nicht unbedingt wie einen Flat Tracker behandeln sollte. Fahrwerk, Bremsen und Motor sind massentauglich und bedienerfreundlich ausgelegt, wer es gern sportlicher angeht, der sollte lieber zur Scrambler 1100 greifen, die um Welten schneller ist, oder gleich zu einer Monster. 

Zu wem passt die Scrambler 2019?
Ich sehe die Ducati Scrambler 800 einerseits bei Leuten, die im Land of Joy zu Hause sind und für die das Zweirad das Fortbewegungsmittel der Wahl ist. Sie fahren damit zur Arbeit, zum See, zum Campen und begreifen ihr Motorrad nicht als Gebrauchsgegenstand, sondern als Freund (sehr schmalzig, ich weiß, aber so ging's mir heuer mit der Bobber). Also eigentlich die einzig echten Motorarradfahrer. Andererseits ist die Scrambler für jeden fahrbar und spricht somit auch Fahrer/innen an, die das Motorrad vielleicht nur am Wochenende nutzen, für eher kurze Strecken und denen ein cooler Style wichtiger ist als sportliche Fahrleistungen. Auf jeden Fall wird sie das Leben jedes Besitzers ein bisschen mehr joyful machen.
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