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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
19.3.2018

Mazda CX-5 LONGRUN-BILANZHöhere Aufgaben

Resümee nach sechs Monaten im Intensivtest: Es gab beste Aussichten und Erstaunen beim ­Verstauen. Nur der Schnee konnte uns heuer überhaupt nicht beeindrucken.

Autos haben’s bei uns nicht immer einfach. Während die Motorräder gestriegelt und aufpoliert werden, müssen die Vierradler eher die profanen Pflichten erfüllen und bleiben dafür mitunter unbedankt. Beim Mazda CX-5 geriet der Intensivtest dann aber zum Teil doch anders. Zunächst wurde er zwar auch mit den Frondiensten des Alltags eingedeckt, ­allerdings erledigte er sie alle so nonchalant und zuvorkommend, dass sich rasch eine tiefe Zuneigung entwickelte.

Sie mag freilich vom Umstand ge­fördert worden sein, dass der neue CX-5 wirklich hinreißend aussieht. Mit solch auf Geschmack beruhenden Behauptungen sind wir üblicherweise vorsichtig, beim Mazda fußt das Statement jedoch auf einer repräsentativen Umfrage in der Redaktion und im erweiterten Familien- und Kollegenkreis. Das Ergebnis fällt wie eine Präsidentenwahl im ehemaligen Ostblock aus: 99,8 Prozent für den Mazda CX-5.

Schönsein allein reicht in unserem Dauertest freilich längst nicht. Bei ­Motorrädern würden wir da milde gestimmt schon die eine oder andere Schwäche tolerieren, ein Auto muss aber auch die ihm zugedachten Plichten erfüllen – siehe oben. Vor allem im Winterhalbjahr wird’s hart, da wir ein Auto hier naturgemäß besonders intensiv einsetzen: Da geht’s auf Achse zur Messe nach Mailand, dann zu Besprechungen quer durch Österreich. Noch bis in den Spätherbst müssen unsere Trial-Mopetten per Hänger zu den Spielplätzen ­gezogen werden und Anfang Dezember geht’s zur Biker-s-World nach Salzburg. Zu diesem Anlass musste der Mazda ­genauso wie zweieinhalb Monate später zur Bike Linz beim Transport unseres Stand-Equipments assistieren. Dazwischen erfolgten immer wieder schnelle Rutscher gen Westen, entweder um unseren Dakar-Sieger Matthias Walkner in der Heimat willkommen zu ­heißen oder die Präsentation des Red Bull KTM MotoGP-Teams im Hangar-7 live zu verfolgen.

Und so spulen sich die Kilometer wie von selbst auf den Zähler – mehr als 20.000 in einem halben Jahr. Klar, dass wir den CX-5 im Zuge dieses Marathons in- und auswendig kennengelernt haben und eine profunde Aussage über die Qualität, die Funktionalität, die Wirtschaftlichkeit und den Fahrspaß geben können.

• Die Qualität: Man glaubt zwar, dass in einem neuen Auto alles immer wie geschmiert laufen muss. Leider ist das nicht immer so, das wissen manche leidgeprüften Neuwagenkäufer. Von Quietschen oder Scharren bis hin zu gröberen Systemausfällen ist alles möglich. Beim Mazda CX-5 hingegen: nix von alledem. Besonders beeindruckend ist das Gefühl von Solidität, das SUV wirkt wie verblockt, wie aus einem Guss, was vom Radbolzen bis zum Innenraum reicht. Nicht einmal die Lederpolsterung traut sich hier zu knirschen.

• Die Funktionalität: Der CX-5 hat uns eine Lektion in Sachen idealer ­Größer erteilt. Üblicherweise halten wir’s bei Autos wie mit Salamis: je länger, desto besser. Aber der CX-5 schafft es, knackig-kompakte Proportionen mit einem erstaunlichen Raumangebot zu verknüpfen. Hinten sitzt man auch auf Langstrecken (Mailand!) perfekt, vorne sowieso. Und der Kofferraum bietet mit über 500 Litern ein üppiges Maß an Stauvolumen, das sich noch dazu ganz leicht erweitern lässt. Was uns in Sachen Funktionalität sonst noch imponiert hat: ein brillantes, nunmehr wieder in die Frontscheibe eingespiegeltes Head-up-Display, sehr bequeme Sitze, eine tolle Rundumsicht und eine für SUV-Verhältnisse äußerst gute Geräuschdämmung. Verbesserungspotenzial sehen wir einzig beim Navi, das beim Starten zu lange braucht und auch bei Bedienung und Routenführung besser sein könnte.

• Die Wirtschaftlichkeit: Dass SUV mehr Sprit verbrennen als Limousinen, sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Und dennoch gibt’s hier keinen Grund zu jammern, denn auch wenn sich der Verbrauch im Lauf des Tests ein wenig erhöht hat (weil wir immer mehr Spaß beim Fahren hatten, siehe unten), ist der Konsum äußerst vorbildlich und liegt knapp unter der 7-Liter-Marke. Für ein stattliches Midsize-SUV mit 175 PS und Allradantrieb, das oft voll beladen mit Menschen oder Material (und manchmal mit Anhänger) unterwegs war, ist dieser Realwert sogar sensationell.

• Der Fahrspaß: Wird nur selten mit dieser Kategorie von Fahrzeugen verknüpft – und doch war die Fahrfreude im Zusammenleben mit dem Mazda in der Rückschau der bestimmende Faktor. Hauptgrund dafür ist die ­Direktheit und Präzision aller Abläufe: Der Dieselmotor hängt mit freudiger ­Bestimmtheit am Gas, die Lenkung ist sportlich übersetzt, das Fahrwerk straff, ohne aber ungemütlich zu sein. Allein mit diesen drei Komponenten gelingt es, den Fahrer faltenlos ins Geschehen einzubinden und auch ohne Supersport-Performance dynamische Abläufe zu schaffen, die das Fahren lustig machen. Und da reden wir noch gar nicht vom Schnee, wo der CX-5 eine ganz erstaunlich gute Figur machte – sowohl auf rutschigen Fahrbahnen, wo man lieber in der Spur bleiben will, als auch in Situationen, wo man gern ein wenig übermütig ins Sliden kommt. 

Tja, Autos haben’s hart bei uns, aber so, wie wir ihn kennengelernt haben, hat das unserem CX-5 sicher gefallen. Einfach kann schließlich jeder.

Mazda CX-5 CD175 AWD Revolution Top

2191 ccm • 129 kW/175 PS • 420 Nm • Kofferraum: 506–1620 l • L/B/H: 4550/1840/ 1680 mm • Eigengewicht: 1657 kg • Zuladung: 486 kg • Anhängelast, gebr./ungebr.: 2000/750 kg • 0–100: 9,2 s • 209 km/h • CO2: 142 g/km • Testverbrauch: 6,9 l/100 km • www.mazda.at 

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