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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
5.11.2017

Ducati Panigale V4Herzklopfen!

Paukenschlag, Trommelwirbel, Fanfare! Ducati inszenierte die Präsentation der neuen Panigale V4 wie weiland die Amerikaner die erste Mondlandung. Das Getöse ist freilich gerechtfertigt, schließlich wird mit dem Superbike eine neue Seite im Geschichtsbuch der Marke aufgeschlagen. Abgesehen von der streng limitierten Desmosedici RR (2007/08) ist die Panigale V4 das erste Vierzylinder-Straßenbike der Marke – und bringt außerdem reinrassige Motorentechnologie aus der MotoGP auf die Straße.

Zuerst die wichtigsten Daten: Aus 1103 Kubikzentimeter gebiert der 90-Grad-V4 stolze 214 PS bei 13.000 U/min. Das Drehmoment liegt mit 124 Newtonmeter bei 10.000 U/min allerdings unter den gewaltigen 137 Nm der 1299 Panigale. Der Motor ist trotz seiner Eckdaten ein Musterbeispiel an Kompaktheit und Leichtbau, wozu Ducati alle Regeln der Kunst angewandt hat. Magnesium ist beispielsweise ein häufig verwendeter Werkstoff und findet sich etwa bei den Zylinderkopfdeckeln, den Kupplungsdeckeln oder bei vielen weiteren Abdeckungen am Motor. Als Folge wiegt der Vierzylinder mit 64,9 Kilo angeblich nur um 2,2 Kilo mehr als der bisherige Superquadro-Motor mit bloß zwei Zylindern.

Viele weitere Details zum Motor haben wir bereits hier vorgestellt: variables Ansaugsystem, eine engagierte Verdichtung von 14:1 und die gegenläufige Kurbelwelle, die so auch in der MotoGP verwendet wird. Außerdem gewährt Ducati bei aller Ausgereiztheit auch hier lange Serviceintervalle von 12.000 Kilometer.

Trotz allen Leichtbaus übertrifft das Gesamtgewicht dennoch um ein Alzerl jenes der 1299 Panigale: 198 Kilo vollgetankt geben die Italiener fürs Basismodell an, 195 Kilo für die S und die Speciale. Deren Gewichtsersparnis ergibt sich hauptsächlich aus den Schmiedefelgen und der Lithium-Ionen-Batterie, die dort serienmäßig an Bord sind. Gegenüber der alten 1299 sind das sechs bzw. drei Kilo Mehrgewicht.

Eine neue Konstruktion zeigt Ducati auch beim Rahmen. Er ist eine Evolution der sogenannten Monocoque-Bauweise der 1299 und basiert erneut auf der Eigenschaft des Motors, als mittragender Teil zu dienen. Mehr noch: Die Schwingenaufnahme und Abstützung des hinteren Federbeins passieren direkt am Motorgehäuse. Der eigentliche Rahmen teilt sich in drei Teile: dem sogenannten „Front Frame“, einem vorderen Hilfsrahmen aus Magnesium und einem in zweiteiliger Schalenbauweise aus Aluminium gefertigten Heckrahmen.

Auch der 16 Liter fassende Tank wurde neu positioniert. Wie im Rennsport ist nur ein Teil des Tanks dort zu finden, wo man ihn vermuten würde – er zieht sich stzattdessen von außen unsichtbar auch in den Bereich unter den Sattel. Im restlichen „Tank“ vor dem Fahrer wurde ein Teil der elektronischen Komponenten untergebracht.

Eine Neuheit zeigen auch die Bremsen und die Reifen: Am Vorderrad wurden die neuen Brembo Stylema Monobloc-Sättel verbaut. Sie sind eine Evolution der edlen M50-Sättel und werden aus einem Alublock gefräst. Damit können sie pro Sattel nochmals um 70 Gramm leichter sein, dazu auch kompakter, gleichzeitig steifer und obendrein sollen sie über eine bessere Wärme-Ableitung verfügen. Und am Heck hat Pirelli mit 200/60-17 eine neue Reifendimension für die Straße entworfen.

Im Gegensatz zu bisher wird die Panigale V4 in drei Versionen angeboten: dem Basismodell, der edleren S-Version und der „Speciale“. Die Unterschiede im Überblick:

Das Basismodell ohne Namenszusatz verfügt über eine 43er-USD-Gabel von Showa und ein Sachs-Federbein, alles natürlich komplett justierbar, dazu einen Sachs-Lenkungsdämpfer. Bei den elektronischen Assistenzsystemen wird schon ab der Basis ins Volle gegriffen: Es gibt drei Riding Modes (Track, Sport, Street), Power Modes, DTC, Kurven-ABS, die Ducati Wheelie Control (DWC), Engine Brake Control, Ducati Power Launch, Ducati Slide Control und den Ducati Quick Shifter (DQS) fürs Hinauf- und Hinunterschalten ohne zu kuppeln. 

Zusätzlich verfügt schon das Basismodell über Voll-LED-Beleuchtung und das farbige 5-Zoll-TFT-Display der zweiten Generation, das sowohl in der Darstellung als auch in der Menüführung deutlich verbessert worden sein soll. Das ergänzende Ducati Media System (Bluetooth-Kopplung des Smartphones) ist bei allen Modellen gegen Aufpreis zu haben.

Die Panigale V4 S wurde zudem mit den schon erwähnten Schmiedefelgen und der leichten Lithium-Ionen-Batterie ausgestattet. Darüber hinaus besitzt die S das elektronische Fahrwerk von Öhlins (Smart EC 2.0) und auch einen Lenkungsdämpfer der Schweden. Finally besteht hier auch der „Front Frame“ aus einer Magnesiumlegierung. Wie das Basismodell ist auch die S-Version derzeit ausschließlich in Rot mit schwarzem Rahmen verfügbar.

Die Panigale V4 Speciale ist letztlich ein rennstreckenorientiertes Best-of-Kompendium der edelsten Komponenten. Neben vielen Carbon-Teilen (Kotflügel, Fersenschutz usw.) besitzt sie auch eine gefräste Gabelbrücke, einen Sitz mit Alcantarabezug, justierbare Fußraster, einen Racing-Tankdeckel, spezielle Griffe und einen Bremshebelschutz. Auch der Ducati Data Analyser mit GPS und Laptimer ist hier Standard (bei den anderen beiden Varianten gegen Aufpreis zu haben). Zudem erhält die Speciale einen Racing-Kit, dessen Montage die Straßenzulassung erlöschen lässt. Highlight darunter ist die Voll-Titan-Racing-Abgasanlage „Ducati Performance by Akrapovic“, die eine Erhöhung der Motorleistung auf 226 PS zur Folge haben soll. Ein Racing-Windschild, gefräste Alu-Abdeckungen für die Aufnahmen von Spiegel und Kennzeichenhalterung sowie ein feines Stoffcover sind auch im Kit enthalten. Die Lackierung wird von den italienischen Flaggenfarben dominiert.

Die Auslieferung der neuen Ducati Panigale V4 soll bereits rund um den Jahreswechsel starten. Die Preise liegen noch im Dunklen, allerdings erwarten wir doch empfindliche Aufpreise gegenüber dem bisherigen Modell – das ja auch alles andere als ein Schnäppchen war. Zur Erinnerung: Die 1299 Panigale kostete in Österreich zuletzt knapp 25.000, deren S-Version knapp 31.000 Euro.

Motorrad Bildergalerie: Ducati Panigale V4

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Als die Ducati Diavel vor acht Jahren präsentiert wurde, schien die Welt endgültig unterzugehen. Ausgerechnet Ducati baut einen ... ja was denn? Einen Cruiser, ein Dragbike? Mittlerweile sind die Italiener sogar noch weiter gegangen, haben mit der xDiavel einen echten Power-Cruiser lanciert und die Diavel ist zum gewohnten Bild im Line-Up der Bologneser Marke geworden. Die Welt hat sich doch weiter gedreht.

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4.11.2018

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Vor der abgelaufenen Saison wurde die Monster 821 einem tiefgreifenden Facelift unterzogen, jetzt bringt Ducati eine Art Sondermodell des Mittelklasse Naked Bikes: die Ducati Monster 821 Stealth. Deren wichtigste Eigenschaft sieht man schon am Foto oben: Coolness. Sie wird durch die schwarze Lackierung mit den auffälligen Graphics in Grau und Rot gefördert. Diese Graphics beziehen sogar den Rahmen und die Felgen mit ein – wirklich gut gelungen.

Der Look allein wäre aber wohl zu wenig für eine eigene Modellversion. Daher bekommt die Monster 821 Stealth noch ein paar zusätzliche Ausstattungsumfänge mit auf den Weg: eine kleine Cockpitverkleidung, den Ducati Quickshifter up/down (beim normalen Modell ein Extra) sowie eine einstellbare Upside-down-Gabel von Kayaba (beim Basismodell ist die Gabel nicht einstellbar).

Keine Revolution, aber eine durchaus sinnvolle und verführerische Ergänzung des Programms, zumal genau in der Mitte des Angebots, wo die Trauben auch finanziell noch nicht in schwindligen Höhen hängen. Wie hoch genau? Das wird erst verraten.
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4.11.2018

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Für das Modelljahr 2019 erhält die sympathische Einsteiger-Multistrada eine ganze Reihe von Updates. Wichtigster Punkt ist die Einführung einer IMU von Bosch – einer Sechs-Achsen-Mess-Sensorik, die eine Vielzahl von elektronischen Assistenzsystemen möglich macht. So zählt ab sofort ein Kurven-ABS zum Serienumfang. Ebenfalls zum Standardprogramm der Multistrada 950 gehören nun eine automatische Blinker-Abschaltung, eine Berganfahrhilfe, eine neue, leichtere Zweiarm-Aluschwinge sowie um insgesamt 500 Gramm leichtere Räder. Diese Neuerungen werden auch optisch unterstrichen: Die Multistrada 950 erhält mit dem neuen Modelljahr die eleganteren, schlankeren Seitenverkleidungen der großen Schwester Multistrada 1260.

Damit lässt es Ducati aber nicht bewenden, sondern stellt der weiterhin 113 PS starken Multistrada 950 erstmals eine S-Version zur Seite. Sie besitzt das gesamte Elektronik-Paket, das bislang der starken Multi vorbehalten war. Serienmäßig bei der Multistrada 950 S sind unter anderem:

– Voll-LED-Scheinwerfer mit integriertem Kurvenlicht
– das semiaktive, elektronische Skyhook-Fahrwerk
– der Ducati Quick Shifter (up/down)
– ein 5-Zoll-TFT-Bildschirm
– hinterleuchtete Lenkerschalter
– das schlüssellose Entriegelungs- und Startsystem

Der Quickshifter lässt sich gegen Aufpreis auch beim Basismodell bestellen, ebenso wie das Ducati Multimedia System. Die S-Version wiederum macht es möglich, dass man die serienmäßigen Alu-Gussfelgen (vorne 19, hinten 17 Zoll) gegen Speichenräder tauscht.

Die Ducati Multistrada 950 wird nur in Rot, die neue Multistrada 950 S in Rot oder Grau erhältlich sein. Die Preise sind derzeit noch offen.
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4.11.2018

Ducati Panigale V4 R
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Ducati Panigale V4 RDas Superbike für die Strasse

Die neue Ducati Panigale V4 R war als Homologationsmodell für die kommende Saison in der Superbike-Weltmeisterschaft schon angekündigt und absehbar – aber dennoch ist das nun vorgestellte Modell eine mehr als atemberaubende Premiere. Bereits eine einzige Zahl macht schon sprachlos: Die Panigale V4 R leistet 221 PS und ist damit die stärkste straßenzugelassene Ducati aller Zeiten. Mehr noch: Allein mit der Montage des Racing-Akrapovic steigt die Leistung weiter auf 234 PS!

Aber beginnen wir von vorne. Zunächst gilt die Aufmerksamkeit natürlich dem Motor, der aufgrund des Superbike-Reglements von 1103 auf 998 Kubikzentimeter schrumpfen musste. Das geschah, indem der Hub reduziert wurde – gut für die Kolbengeschwindigkeiten bei hohen Drehzahlen. Dazu wurden die Gewichte der bewegten Massen im Motor verschlankt: die Titan-Pleuel der V4 R wiegen pro Stück um rund 100 Gramm weniger als die Stahl-Pleuel der normalen V4 Panigale. Titan-Einlassventile gibt’s auch, dazu hat die Kurbelwelle sogar um 1,1 Kilo abgespeckt. In Summe wiegt die Panigale V4 R nun um zwei Kilo weniger als die V4 S – 193 Kilo fahrfertig!

Gemeinsam mit einer auf 14:1 erhöhten Verdichtung und einer verbesserten Effizienz im Einlassbereich (um vier auf 56 Millimeter gewachsene Drosselklappen) sowie einigen Veränderungen im Zylinderkopf kann die V4 R nun deutlich höher drehen – und dort die Leistung holen. Die Maximalleistung von 221 PS wird erst bei 15.250 U/min erreicht. Dort ist aber mitnichten Schluss: Der V4-Stradale-R-Motor dreht bis 16.000 Umdrehungen, im sechsten Gang sogar bis 16.500 Umdrehungen. Dass er beim Drehmoment gegenüber dem hubraumstärkeren Panigale-V4-Motor ein Nachsehen hat, ist klar: Statt 124 Nm bei 10.000 U/min leistet der R-Motor nur 112 Nm bei 11.500 U/min.
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Supersport:

24.11.2018

Norton Superlight
Norton Superlight

Norton Superlight158 Kilo trocken, 105 PS stark

Leider haben wir nur wenige und nicht besonders tolle Fotos, dafür ist das Bike umso interessanter: die neue Norton Superlight. Sie ist ein Ableger der neuen britischen 650er-Einsteigerlinie, die mit der Atlas Nomad und der Atlas Ranger zwei sehr volksnahe, preislich interessante Modelle bringt. Davon kann hier allerdings keine Rede sein. Wenn die Norton Superlight Anfang 2020 nach Deutschland und Österreich kommt (Marktstart in Großbritannien bereits im Juni 2019), dann wird sie in Deutschland zirka 24.000 Euro und in Österreich 27.000 Euro kosten.

Wenn Ihr den Schock verdaut habt, dann zahlt sich ein näherer Blick aus, der den Preis rechtfertigt. Denn was hier verbaut wurde, ist – abgesehen vom Motor – die allerfeinste Ware. Bleiben wir aber kurz noch beim Motor: Er entspricht in Grundzügen dem neuen flüssig gekühlten 650er-Reihenzweizylinder-DOHC, der auch in der Norton Atlas verwendet wird. Allerdings wurde die Leistung für den Supersportler von 84 auf 105 PS angehoben. Dabei bleibt’s aber nicht: Hier darf der Fahrer aus drei Fahrmodi wählen, Road, Sport und ProRace. Außerdem macht eine Sechs-Achsen-IMU die Applikation vieler Assistenzsysteme möglich: die Norton Superlight kommt serienmäßig mit Traktionskontrolle, Wheelie-Control und Launch-Control. Bedienbar sind diese Systeme über ein 7-Zoll-TFT-Display.
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