Leeren ›

Österreichs Plattform
Symbol, das darstellt, dass dieses Magazin 24h am Tag und 7 Tage die Woche verfügbar ist
für schräges Leben

Leseprobe gefällig?

Bitte, gerne! Einfach auf das Vorschaubild klicken und schon startet der Download.

menu
Markus Reithofer
Autor: Markus Reithofer
17.2.2017

DUCATI SUPERSPORTSportsgeist

Supersport-Modelle haben bei Ducati eine lange Tradition und es war durchaus an der Zeit, dass man in Bologna dieser irgendwo zwischen den Monstern und den Panigales angesiedelten Klasse wieder mehr Aufmerksamkeit schenkt. Keine Frage, dass die Euro-4-Umstellung wie bei vielen anderen Herstellern eine günstige Gelegenheit war, gleich eine kräftige Auffrischung durchzuziehen. Tatsächlich blieb im Vergleich zur Vorgängerin kaum eine Schraube neben der anderen, außer natürlich die Tatsache, dass sie von einem 900er (eigentlich 937er) L2-Motor mit Desmodromik angetrieben werden muss. Basis ist der eigentlich schon recht betagte 11°-Testastretta-Motor, der für die 113 PS der neuen Supersport aber eine mehr als ausreichende Grundlage liefert.

Ducati Supersport

Um diese Leistung richtig einzuordnen, erinnern wir uns an die allererste Ducati 916. Im Jahr 1994 am Markt erschienen, lieferte sie 112 PS und 78 Nm, ist also gut vergleichbar mit der 23 Jahre später gebauten Supersport. Was damals das absolute Spitzenmodell war und von der Rangordnung heute mit der 1299 Panigale verglichen werden muss, entspricht jetzt der entspannten Mittelklasse für sportlich orientierte Fahrer, die sich in vernünftiger Zurückhaltung üben. So ändern sich die Zeiten.

Trotz der drakonischen Lärmregularien bollern die hübschen Doppelendtöpfe vor allem in der unteren Drehzahlhälfte erstaunlich lautstark dahin. Ducati schafft es immer irgendwie, den akustischen Charakter ihrer Bikes besser durch die Homologation zu bringen als die meisten Mitbewerber. Jedenfalls gibt es keinen Sound-spezifischen Grund, die optionalen Akrapos zu montieren. Auf der Rennstrecke erntet man damit ein paar Prozent mehr Leistung und 9 Prozent mehr Drehmoment. Nunja...

Ducati Supersport

Das Sachs-Federbein ist ebenso wie die 41-mm-USD-Gabel von Marzocchi voll justierbar und auf der Hausstrecke kommt in keinem Moment das Bedürfnis auf, das hochwertigere Öhlins-Material der exklusiven S-Version unter dem Sattel zu haben. Auf der Rennstrecke kann die 48er-Gabel der S ihr Plus an Stabilität und Präzision natürlich ausspielen, es stellt sich aber die Frage, ob man nicht gleich ein bisschen tiefer in die Börse greift und gleich eine 959 Panigale ordert, wenn man mit dieser Hubraumklasse ernsthaft auf den Track will. Denn für einen gelegentlichen Besuch am Pannoniaring ist die Standardversion absolut ausreichend ausgestattet.

Die S erfreut mit einem wirklich flotten Quickshifter, mit dem man auch runterschalten darf, so lange dabei der Gasgriff geschlossen und die Drehzahl unter 9000 bleibt. Beide Modelle kommen mit einer außergewöhnlich leichtgängigen Seilzugkupplung, was ein angenehmes Plus im Nahverkehr ist, der von den Italienern explizit als mögliches Einsatzgebiet genannt wurde. Das geht absolut in Ordnung, weil die Sitzposition und Lenkerhöhe überaus ergonomisch ausgelegt sind und wir auch nach 150 Kilometern Bergstraßenglühen keinerlei Müdigkeit oder gar schmerzende Handgelenke bemerkt haben.

Ohne Ride by wire geht es heute nicht mehr, also kommt auch die neue Supersport mit drei Fahrmodi, bei denen nicht nur die Motorcharakteristik, sondern auch ABS und TC passend eingestellt werden. Letztere sind aber unabhängig davon auch individuell anpassbar. Die 3 Fahrmodi gehören bei einem aktuellen Motorrad halt irgendwie dazu, machen an der Supersport aber keinen Sinn. Startet man mit der Einstellung "Urban", fühlt sich die Ducati an, als würde man mit Bleigewichten an den Füßen joggen. "Touring" ist runder abgestimmt, aber der Testastretta-Motor fühlt sich einfach nur im "Sport"-Modus wohl. Nichts anderes erwarten wir von einer Ducati, die einen Supersport-Schriftzug trägt.

Beide Modelle sind mit Pirelli Diablo Rosso III ausgestattet, was zweifellos zur bestmöglichen Wahl für diese Motorradklasse zählt. Wir konnten uns davon überzeugen, dass auch bei Nässe erstaunlicher Grip vorhanden ist und man schon ordentlich einheizen muss, um das Lämpchen der Traktionskontrolle blinken zu sehen. Die Dämpfungselemente arbeiten dabei wunderbar neutral und präzise mit den Reifen zusammen, der oft bemühte Begriff von der organischen Einheit ist da keineswegs übertrieben. Trotz absoluter Stabilität sind Kurskorrekturen in Schräglage sehr einfach, was angesichts der 180er Bereifung und des gar nicht so geringen Gewichts von 210 Kilo vollgetankt überrascht. Obwohl die Supersport ideale Maße für einen Hangon-Stil hat, lässt sie sich über dezentem Druck am Lenker sauber in Schräglage bringen.

Die neue Ducati Supersport ist nicht nur ein wunderschönes Stück italienisches Design, sondern vor allem ein ausgereiftes, einfach zu fahrendes Motorrad, das auf kurvenreichen Strecken sehr viel Freude bereitet und beweist, dass es nicht immer 200 PS sein müssen und eine verstellbare Scheibe auch auf einem Supersportler sinnvoll ist. Ob man bereit ist, dafür 15.395 bzw. 16.995 Euro (S-Modell) auf den Tisch zu legen, klärt man am besten bei einer Probefahrt im Frühjahr.

Motorrad Bildergalerie: Sportsgeist

Mehr zum Thema:

Sporttourer:

6.11.2018

Honda CBR500R
Honda CBR500R

Honda CBR500R 2019Mini-Blade

Die Fireblade im Pocketformat. Der optische Auftritt der schlanken CBR500R präsentiert sich im Modelljahr 2019 aggressiver und muskulöser, deutlich inspiriert von der großen Schwester. Das neu gestaltete Bodywork bringt allerdings nicht nur optische, sondern auch aerodynamische Vorteile. Die Clip-on-Lenkerhälften sind nun unterhalb der überarbeiteten Gabelbrücke montiert, um eine sportlichere, weiter nach vorne geneigte Sitzposition für den Fahrer zu begünstigen. Die Spitzenleistung des 471 Kubik großen Zweizylinders bleibt weiterhin bei 48 PS (35 kW) und passt somit wie bisher perfekt für die A2-Führerscheinklasse. Die Leistungsabgabe konnte um vier Prozent verbessert werden und auch die Drehmomententfaltung zwischen 3.000 und 7.000 Touren. Erreicht wurde dies über Modifikationen an der Einlass- und Auslassseite sowie bei den Ventilsteuerzeiten. Außerdem ist die CBR500R nun mit einer Anti-Hopping-Kupplung ausgestattet.

Details Honda CBR500R 2019:
- Sportlich aggressives Design, LED-Doppelscheinwerfer
- Verbesserte Aerodynamik, ergonomisch praxisgerechter Sitzkomfort
- Sportlich optimierte Sitzposition, tiefer angebrachte Clip-on-Lenker
- LCD-Instrumenten-Display, neu mit Ganganzeige und Schaltindikator
- LED-Blinker
- Lebendiger Mittelklasse-Twin mit konstruktiven Anleihen zur CBR1000RR Fireblade
- Einlass und -Auslass sowie Ventilsteuerzeiten modifiziert; Kraftentfaltung und Drehmoment bei unteren und mittleren Drehzahlen um vier Prozent verbessert
- Schöner Sound dank neuem Zweirohr-Auspuffkrümmer
- Anti-Hopping-Kupplung für leichtere Gangwechsel
weiterlesen ›

Ducati:

22.5.2019

Erlkönig der Ducati Panigale V2 des Modelljahrs 2020 in Rot von links nach rechts
Erlkönig der Ducati Panigale V2 des Modelljahrs 2020 in Rot von links nach rechts

Ducati Panigale V2Die kleine Schwester kommt!

Mit Einführung der Panigale V4 wurde zunächst angenommen, der zweizylindrige Superquadro könnte bereits wieder aus Ducatis Modellprogramm verschwinden, da sein Konzept nur wenig andere Einsatzmöglichkeiten als in Sportmotorrädern zulässt. Ducati jedoch kommunizierte schnell, dass auch in Zukunft Modelle mit diesem Motor angeboten würden – und auf unseren Fotos ist nun der Beweis erbracht.

weiterlesen ›

:

Leseprobe gefällig?

Bitte, gerne! Einfach auf das Vorschaubild klicken und schon startet der Download.