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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
5.10.2016

Kawasaki 2017ENDLICH wieder Vollgas!

Endlich: Kawasaki zündet den Nachbrenner und bringt heuer eine ganze Armada an neuen Modellen – sowohl in den stückzahlenintensiven Segmenten als auch in den abgehobenen Klassen, wo’s um Träume und Image geht.

Beginnen wir daher lieber in der leistbaren Klassen: Hier zeigten die Grünen in Köln die neue Kawasaki Ninja 650. Wie man unschwer erraten kann, handelt es sich um den Nachfolger der ER-6f. Das Bike ist, sagen wir, halbneu. Der Motor wurde nämlich größtenteils übernommen, natürlich für Euro 4 fit gemacht. Dabei hat er drei PS verloren und leistet nun 69 PS; dafür soll er weniger verbauchen. Gänzlich neu ist hingegen der Stahl-Gitterrohrahmen, der auch maßgeblich zum argen Gewichtssverlust von 19 Kilo beiträgt. Nun auf der Waage: 193 Kilo. Ebenso vorteilhaft: die niedrige Sitzhöhe von nur 790 Millimeter und die im Vergleich zur ER-6f etwas aufrechtere Sitzposition.

ABS ist natürlich standard, dazu gibt’s eine Schaltanzeige (für Schaltempfehlungen) und einen witzigen Gag: die Nadel des Drehzahlmessers wird rot, wenn der gewünschte Schaltpunkt erreicht ist. Eine Ganganzeige ist ebenfalls serienmäßig. Österreich Start: im Jänner. Preislich soll es nur moderate Anpassungen gegenüber der ER-6f geben ... und die kostete zuletzt 7699 Euro.
Ein fesches Update erhält die Z1000SX. Nunmehr mit Voll-LED-Scheinwerfern ausgestattet blickt sie noch grimmiger als bisher in die Landschaft; nebenbei wird auch mehr Licht ins Dunkel gebracht. Auch die Funktion des Bikes wird verbessert: Auf stärker konturierten Sitzen soll man länger touren können, Kofferhalter sind schon serienmäßig elegant integriert; ein 19-Liter-Tank sorgt für höhere Reichweiten, eine massivere Scheibe für besseren Windschutz. 

Eine neu verbaute Sensoreinheit (IMU) ermöglicht außerdem einen Zuwachs an Fahrhilfen: „Kawasaki Cornering Management Function“ und „Intelligent ABS“ halten ebenso Einzug wie eine Assist- und Rutschkupplung; eine Traktionskontrolle gab’s ja schon bislang. In dem Schwung wurde auch die Instrumenteneinheit aufgepeppt: jetzt mit Gang- und Schaltanzeige sowie Umgebungstemperatur. Ab Dezember in Österreich, der Preis wird sich in etwa auf dem Niveau des Vorgängermodells (15.799 Euro) bewegen.
Jetzt kommen wir schön langsam zu den Traumbikes. Eines davon ist mit Sicherheit die neue ZX-10RR. Sie wird in einer limitierten Stückzahl von 500 Stück gebaut und ist zwar straßenzugelassen, aber eigentlich für den reinen Rennstreckeneinsatz gedacht. Dafür wurde der Motor deutlich überarbeitet, die Einstellung des Fahrwerks optimiert. Serienmäßig begrüßen wir speziell konstruierte Marchesini-Schmiedefelgen, den Quickshifter und die Ausführung mit Einzelsitz. Das wunderschöne Bike kommt Ende März/Anfang April und wird nach ersten Infos etwa 3000 Euro mehr kosten als das Basismodell.
Weiter geht’s mit dem Träumen. Unter der Bezeichnung H2 Carbon legt Kawasaki in der kommenden Saison eine in Europa auf 100 Stück limitierte Sonderversion auf. Ihr besonderes Kennzeichen ist der obere Teil der Frontverkleidung, der wie bei der H2R aus echtem Sichtcarbon gefertigt wird. Außerdem wird hier eine neue Variante des Hochglanz-Spiegellacks gezeigt – diesmal mit Matt-Effekt. Äußerst einnehmend im Zusammenspiel mit dem grün lackierten Gitterrohrrahmen.
Parallel zu dem Sondermodell bekommen auch H2 und H2R kleine Updates. Wichtiger Punkt: die neue Sensorbox von Bosch ermöglicht noch mehr elektronische Features wie beispielsweise Kurven-ABS und das Anzeigen des Neigungswinkels im Cockpit. Gute Nachricht: Auch Österreich wird zumindest eine H2 Carbon bekommen – bei schneller Bestellung vielleicht sogar mehr. Ein Preis wurde noch nicht fixiert.
Und dann gab’s noch zwei Abwesende, über die emsig gesprochen wurde: Eigentlich sollten Z650 und Z900 erst auf der Eicma Mitte November thematisiert werden, aber irgendwie sind erste Infos schon vorab ins Internet gerutscht. Also entscheid sich Kawasaki, in die Offensive zu gehen und zumindest zwei Fotos und erste Vorab-Infos offiziell zu machen. Alsdann:

Die Kawasaki Z650 ist der Nachfolger der ER-6n, kommt mit dem neuen Stahl-Gitterrohrrahmen, den auch die Ninja 650 benutzt (siehe ganz oben) und dem überarbeiteten Reihen-Zweier, der in etwa 70 PS leisten wird. Die Sitzhöhe beträgt wie bei der Ninja 650 nur 790 Millimeter. Mehr zur neuen Nackten im November.

Mindestens ebenso wichtig für Kawasaki ist die Z900 – war doch das Vorgängermodell, die Z800, in vielen Märkten lange Jahre die meistverkaufte Kawa. Die neue Z900 sieht sich stilistisch ganz klar dem Sugomi-Design der Z1000 verpflichtet, auch der 948-ccm-Vierzylinder basiert auf der Tausender. Die Motorleistung steigt gegenüber der Z800 auf 125 PS, besonders cool soll nun das Ansauggeräusch sein. Dank des völlig neuen, leichten Gitterrohrrahmens wiegt die Z900 nur 210,5 Kilo und soll dank einer etwas aufrechteren Sitzposition sowohl komfortabel als auch einfach beherrschbar sein. Es wird drei Farbvarianten plus eine zweifärbige Special Edition geben. Mehr Infos auch dazu nach unserem ersten Sichtkontakt auf der Eicma Mitte November!
Motorrad Bildergalerie: Kawasaki-Neuheiten auf der Intermot

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