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Christoph Lentsch
Autor: Christoph Lentsch
23.1.2019

Honda CBR650R und CB650R TestKleine CB1000R und Mini-Blade

Honda schließt mit der Vergangenheit ab und verknüpft die CBR650R und CB650R direkt mit der aktuellen Modellgeneration von Fireblade und CB1000R. Im Falle der CBR fällt das Ergebnis so aus, als hätten die selige CBR600RR und die CBR650F ein Kind gezeugt, das dem großen Bruder Fireblade zum Verwechseln ähnlich sieht. Vor allem die Front, der selbe Rot-Farbton und das Dekor sind dem "Original" wie aus der Verkleidung geschnitten. Die CB hingegen steht stolz im retro-futuristischen Neo-Sports-Café-Design vor uns, wahlweise in vier gedeckten Farbvarianten, mit tief eingezogenem Scheinwerfer und extrem kurzem Heck. Doch auch technisch ist vieles neu und besser.

Mehr Leistung bei weniger Gewicht, die Honda-eigene Traktionskontrolle HSTC (abschaltbar), eine Anti-Hopping-Kupplung, sowie ein besseres Fahrwerk und aufgewertete Bremsen sollen die beiden kompakten Vierzylinder näher Richtung (Super-)Sport rücken. Das verlangt nach einer neuen Einordnung, speziell der CBR. Sie könnte von Gestalt her durchaus auch als Doppel-R durchgehen, dafür fehlen ihr allerdings mindestens 25 PS, ein einstellbares Fahrwerk und ein Gewicht weit unter 200 Kilogramm vollgetankt. Sie hat zwar um sechs Kilo abgespeckt und steht nun bei 207- alleine beim Rahmen konnte man 1,9 Kilo einsparen -, ist aber noch immer weit entfernt von einem echten Supersport-Athleten. Das Federbein ist in der Vorspannung siebenfach einstellbar, alles andere muss man nehmen, wie es ist. Als angenehm straff empfanden wir die Dämpfung, als guten Kompromiss, der aber unter Druck und besonders auf schlechten Straßen offenbart, dass es sich hier nicht um ein ultrafeines Sportfahrwerk handelt. 

Die Bremse funktionierte auch bei härterer Gangart zuverlässig und transparent, mit exakter Dosierbarkeit und homogener Kraftentfaltung. Gleichmäßig dreht auch der 649-Kubik-große Reihenvierzylinder nach oben, der bei 12000 Umrehungen seinen Leistungshöhepunkt von 95 PS erreicht, um 1000 Umdrehungen mehr als beim alten Motor. Am Weg nach oben zündet kein Turbo und es setzt kein plötzlicher Boost ein, dafür lässt es sich bereits ab 5000-6000 Touren mit ausreichend Druck aus der Kurve beschleunigen, weshalb im Winkelwerk oft der dritte Gang reicht. Niedrigere Drehzahlen schonen schließlich nicht nur die Ohren, sondern auch das Geldbörserl, denn bei ordentlich Auslauf genehmigt sich die CBR schon mal 6,5 Liter und mehr. Im Alltag dürfte sich der Verbrauch zwischen 5 und 6 Litern einpendeln. Phasenweise waren hochfrequente Vibrationen in Sitz und Lenker zu spüren, die nicht jeder als störend empfinden muss.

Sportlicher ausgerichtet wurde auch die Sitzposition, auf dem 810-mm-hohen Sitz hockt man aber zumindest mit 1.80 nach wie vor recht entspannt, wenngleich sie im Bereich der Oberschenkel durch die Rahmenkonstruktion etwas breit geraten ist. Der Kniewinkel ist zwar ziemlich spitz, dafür steht einem für öffentliche Straßen ausreichend viel Schräglagenfreiheit zur Verfügung (sind die Angstnippel erst mal abmontiert). Wie nicht anders zu erwarten ist die CBR sauber verarbeitet und vermittelt einen hochwertigen Eindruck. Sie wirkt defintitiv teurer, als sie es tatsächlich ist. Das (negative) LC-Display mit Zusatzinfos wie Uhrzeit, Durchschnittsverbrauch, Durchschnittsgeschwindigkeit, gefahrene Kilometer und Zeit etc. ist zwar nicht State-of-the-Art, aber erfüllt seinen Zweck und war bei Licht wie Schatten gut ablesbar.

Neben der Qualität sind vor allem die Selbstverständlichkeit bei der Bedienung und das hohe Sicherheitsgefühl die großen Stärken der Honda. Obwohl bei fast perfekten Wetter- und Straßenverhältnissen Traktionskontrolle und ABS vergeblich auf ihren Einsatz warteten, der Grip der Dunlop D214 verzeichnete keine Aussetzer. Es lenkt sich leicht und locker, als wäre man schon lange mit ihr vertraut. Wenn man der CBR was vorwerfen kann, dann, dass sie im Fahrbetrieb fast etwas nüchtern rüberkommt. Schließlich ist die Optik so vielversprechend, dass man eine echte Granate erwartet. Ein Preisknüller ist sie allemal, denn für dieses superscharfe Gesamtpaket nur 9590 Euro (Preis Österreich) zu verlangen, ist eine durauch faire Kalkulation von Honda. 

Die Technik teilt sich die CB mit der CBR. Die Sechs-Kilo-Schlankheitskur schenkt ihr ein Traumgewicht von 202 Kilo vollgetankt, entsprechend leichtfüßig gleitet sie übers Land. Mit dem hohen, geraden Lenker fallen das Einlenken und allfällige Korrekturen leichter als mit dem Sportler, zudem ist die Sitzposition wesentlich entspannter, weil die Geometrie der CB nur in geringem Maße angepasst wurde. Die Sitzhöhe liegt ebenfalls auf 810 Millimeter und auch die Schräglagenfreiheit lässt nicht zu wünschen übrig. Abseits von der unterschiedlichen Geometrie verleihen ihr Metzeler Roadtec 01 in den Dimensionen 120/70-17 und 180/55-17 einen etwas anderen dynamischen Charakter. Sie wirkt ausgeglichener, gleichzeitg aber spektakulärer und spaßiger, was nicht nur am Fahrtwind liegt.

Durch den zwischen den Gabelholmen eingezogenen Scheinwerfer und das kurze Heck wirkt die CB extrem kompakt und kampfbereit. Sie ist aber kein übertrieben aggressiver Manga-Streetfighter, sondern ein Café Racer mit rundem, charaktervollem Geschmack. Auch wenn sie ihre Verwandtschaft zur CB1000R nicht verbergen kann, versucht sie doch nicht, sich mit fremden Federn zu schmücken und auf dicke Hose zu machen. Bei ihr kriegt man, was man sieht und das ebenfalls zu einem sensationellen Preis: Für 8590 Euro (Preis Österreich) zählt die CB650R schon jetzt zu den Kaufempfehlungen des Jahres 2019.

 

Honda CBR650R Farben: MATT GUNPOWDER BLACK, METALLIC GRAND PRIX RED

Honda CBR650R Preis: Österreich 9590 Euro, Deutschland 9290 Euro

Honda CB650R Farben: CANDY CHROMOSPHERE RED, MATTE CRYPTON SILVER, METALLIC GRAPHITE BLACK, MATT JEANS BLUE METALLIC

Honda CB650R Preis: Österreich 8590 Euro, Deutschland 7990 Euro

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12.2.2019

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Sie zählt nicht nur zu den erfolgreichsten großen Scooter Europas, sondern ist in der aktuellen Form längst ein Kultobjekt. Über 430.000 Fahrzeuge hat Piaggio von den GTS-Modellen seit ihrer Einführung im Jahr 2003 (damals noch „GT“) verkauft, und in Österreich nimmt die GTS seit Jahren auch den Rang des meistverkauften motorisierten Zweirads ein. Updates und Modifikationen werden daher sehr behutsam angebracht, es steht viel am Spiel. So kann man auch verstehen, dass Piaggio an der Grundrezeptur seit mehr als 15 Jahren nicht gerührt hat und auch beim aktuellen Facelift sehr vorsichtig zu Werk gegangen ist.

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Honda:

14.1.2019

Die CB1000R, die für Mick Doohan gestaltet wurde.
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Vom 1. bis 3. Februar 2019 präsentiert Honda auf der bike-austria in Halle 3 alle Neuheiten für die Saison 2019. Highlight am Honda Messestand ist die von Honda Racing gestaltete Glemseck CB1000R, welche vom fünffachen 500er Weltmeister Mick Doohan im »Sprint International« über die Achtelmeile pilotiert wurde.

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28.11.2018

Honda CBR650R
Honda CBR650R

Honda SpeedCampPowered by Motorradmagazin: RINGFAHREN FÜR ALLE!

14. Mai 2019 am Slovakiaring – Action & Test auf der Rennstrecke für Fahrer aller Marken!

Ring frei für die zweite Auflage des Honda Speedcamp powered by Motorradmagazin! Wir bieten euch die Chance, für kleines Geld einen Tag auf der Rennstrecke zu verbringen – egal ob als Rookie oder als erfahrener Rennstreckenprofi. Da wir in vier verschiedenen Leistungsstufen fahren, gebt ihr immer im idealen Umfeld Gas. Und dank rascher Abläufe kommt ihr zu viel Fahrzeit auf der Rennstrecke: Jede Gruppe fährt sechs Turns à 20 Minuten. 

Zudem habt ihr die Möglichkeit, neue Modelle von Honda direkt am Track zu testen. Mehr noch: Ex-World-Superbiker und Supersport-Crack Christian Zwedorn steht mit Rat und auch mit Tat bereit – als Profi-Instruktor für einige schnelle Runden. Fireblade & Co warten auf euch!

Außerdem heuer mit dabei: Michelin präsentiert die aktuelle Palette mit den neuesten Reifen für Rennstrecke und Straße. Der Reifenservice vor Ort wird von WRM 2-Radtechnik durchgeführt.

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8.11.2018

Honda CB125M und CB125X
Honda CB125M und CB125X

Honda 125er DesignstudienJugend-Stil

Ganz erfreulich: Das 125er-Segment weist als Einsteigerklasse in den letzten Jahren ein deutliches Wachstum auf, 2018 sogar europaweit um beachtliche 25 Prozent! Grund genug für das in Italien ansässige Designteam von Honda, sich ein paar Gedanken um zukünftige Modelle im Achtellitersegment zu machen. Das Ergebnis sind zwei flotte Konzeptbikes auf der technischen Basis der CB125R.

Die CB125X ist ein Adventurebike im Rallye-Stil mit längeren Federwegen und hoch aufragender Front bei gleichzeitig schlanker Figur. Eine Rallye-Sitzbank, Handschützer, ein hochgezogener Auspuff (von SC-Project) und Speichenräder sind bei diesem Ansatz natürlich Pflicht. 

Die CB125M – M wohl für Motard? – versteht sich hingegen als straßenorientiertes Naked Bike mit klar erkennbaren Supermoto-Anleihen. Das kurze Heck, die knappen Handschützer und das freie Feld für eine Startnummer über der knappen LED-Beleuchtung sind hier die Komponenten, die nicht nur 16-Jährige anfixen könnten ...
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6.11.2018

Honda CBR650R
Honda CBR650R

Honda CBR650R 2019Mimikry

Viele Racing-Fans sehnen sich bekanntlich schon seit vielen Jahren eine Generalsanierung des Honda-Supersportlers CBR600RR herbei. Zwar strapazieren die Japaner in diesem Punkt offenbar auch weiterhin unsere Geduld – einen Vorgeschmack wie die „kleine Fireblade“ irgendwann vielleicht aussehen könnte, gibt nun aber die brandneue CBR650R. Beim kompakten Allround-Sportler ist die frappante Ähnlichkeit mit Hondas Rennsport-Flaggschiff CBR1000RR kaum zu übersehen. Wir jedenfalls sind begeistert vom rassigen Auftritt der CBR650R im preiswerten Mittelklasse-Segment und hoffen, dass die 600er Doppel-R ebenfalls bald nachzieht.

In der breiten Honda-Produktpalette positioniert sich die vollverkleidete CBR650R im Segment „Sport Touring“, man könnte sie aber auch ganz simpel einen „alltagstauglichen, entschärften Supersportler“ nennen. Die CBR650R ersetzt ab 2019 nun die 2014 vorgestellte CB650F. Wie gewohnt basiert das vollverkleidete Modell technisch auch weiterhin auf der Naked-Bike-Version, die für 2019 ebenfalls drastisch überarbeitet wurde und ab sofort CB650R heißt. Ausführliche Infos dazu findet ihr hier, das sind die Neuerungen in Kurzform:

Leistung Honda CBR650R:
95 PS bei 12.000 U/min / 64 Nm bei 7500 U/min

12.000 U/min Maximaldrehzahl (+ 1000 U/min), 5% mehr Spitzenleistung

Details Honda CBR650R:
Update für Reihenvierzylinder und Stahl-Chassis
Stummellenker 30mm weiter vorne als bei CBR650F, Fußraster 6mm höher und 3mm zurück
Sitzhöhe 810mm 
LED-Lichtanlage
LCD-Cockpit mit Ganganzeige
208 kg fahrbereit – 6 kg weniger als CBR650F
41-mm-USD-SFF-Gabel von Showa
A2-Drosselkit auf 35 kW verfügbar
Anti-Hopping-Kupplung
abschaltbare, justierbare Traktionskontrolle

Farben Honda CBR650R:
Die CBR650R wird in Österreich in den Farben „Matt Gunpowder Black Metallic“ und „Grand Prix Red“ erhältlich sein.
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Supersport:

24.11.2018

Norton Superlight
Norton Superlight

Norton Superlight158 Kilo trocken, 105 PS stark

Leider haben wir nur wenige und nicht besonders tolle Fotos, dafür ist das Bike umso interessanter: die neue Norton Superlight. Sie ist ein Ableger der neuen britischen 650er-Einsteigerlinie, die mit der Atlas Nomad und der Atlas Ranger zwei sehr volksnahe, preislich interessante Modelle bringt. Davon kann hier allerdings keine Rede sein. Wenn die Norton Superlight Anfang 2020 nach Deutschland und Österreich kommt (Marktstart in Großbritannien bereits im Juni 2019), dann wird sie in Deutschland zirka 24.000 Euro und in Österreich 27.000 Euro kosten.

Wenn Ihr den Schock verdaut habt, dann zahlt sich ein näherer Blick aus, der den Preis rechtfertigt. Denn was hier verbaut wurde, ist – abgesehen vom Motor – die allerfeinste Ware. Bleiben wir aber kurz noch beim Motor: Er entspricht in Grundzügen dem neuen flüssig gekühlten 650er-Reihenzweizylinder-DOHC, der auch in der Norton Atlas verwendet wird. Allerdings wurde die Leistung für den Supersportler von 84 auf 105 PS angehoben. Dabei bleibt’s aber nicht: Hier darf der Fahrer aus drei Fahrmodi wählen, Road, Sport und ProRace. Außerdem macht eine Sechs-Achsen-IMU die Applikation vieler Assistenzsysteme möglich: die Norton Superlight kommt serienmäßig mit Traktionskontrolle, Wheelie-Control und Launch-Control. Bedienbar sind diese Systeme über ein 7-Zoll-TFT-Display.
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