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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
5.3.2019

Harley-Davidson Touring 2019Darf’s noch etwas mehr sein?

Dass sich die Amerikaner mit fast schon übergroßer Liebe der Touring-Palette widmen, liegt in der Natur der Sache: Einerseits stehen die dicken Schiffe in der eigenen Verkaufshitparade ganz oben, andererseits werden mit diesen Modellen hübsche Deckungsbeiträge erwirtschaftet, die Harley momentan ganz gut brauchen kann. Kein Wunder also, dass man hier auch zwischen den großen Modellwechselzyklen investiert und optimiert.

Das 2019er-Modelljahr macht hier keine Ausnahme. Diesmal wurde sogar in zwei Bereichen eingegriffen: beim Motor und beim Infotainmentsystem. Beginnen wir beim Motor, dem Heiligtum der Amerikaner. Die im Vorjahr vorgestellte 114er-Version des Milwaukee-8-Motors wird nun erstmals auch in der Touring-Palette verwendet. Alle Varianten mit dem Zusatz „Special“ oder „Ultra“ verfügen künftig über 1868 Kubik Hubraum; also sämtliche Electra Glides, die Road Glide Ultra, die Street Glide Special, Road Glide Special und Road King Special. Alle anderen Touring-Modelle bollern weiterhin mit 1745 Kubik übers Land, so beispielsweise auch die zuletzt vorgestellte Electra Glide Standard.

Die Differenz zwischen diesen beiden Motor-Varianten ist freilich überschaubar. Beide leisten 90 PS, das Drehmoment steigt von 150 auf 163 Newtonmeter. Topspeed: Hier wie dort 175 Stundenkilometer. Auch im fahrerischen Alltag wirkt sich das motorische Wachstum kaum auf die Qualität des Erlebnisses aus, schließlich war schon das 107er-Triebwerk ein Musterschüler in Sachen angenehmer Fahrbarkeit und mächtigem Punch aus niedrigsten Drehzahlen. Warum dann den 114er-Motor? Zum einen bietet das Mehr an Drehmoment immer dann leichte Vorteile, wenn sich der Motor anstrengen muss: auf langen Bergauf-Passagen oder bei hoher Beladung. Und zum anderen gilt der großvolumige Motor als weitaus bessere Basis, sobald es um weiterführende Tuning-Maßnahmen geht – gerade im Harley-Universum ein schlagendes Argument.

Bleibt es jedoch beim serienmäßigen Paket, dann wird die zweite Neuheit stärker ins Gewicht fallen: Harley erneuerte nämlich sein Infotainmentsystem und bringt im neuen Modelljahr die „Boom! Box GTS“. Die kombinierte Sound-, Navi- und Freisprecheinheit wurde eleganter gestaltet (Tasten nun unter der Glas-Oberfläche), kommt mit verbesserter Menüführung und Rechenleistung. Letzteres merkt man beim Hochfahren des Systems, also beim Starten: die Boom! Box GTS ist viel schneller einsatzbereit. Auch die Routenkalkulation passiert rund fünf Mal so schnell wie bisher, also ratz-fatz, wie man in Deutschland sagt.

Zudem wurde die Auflösung des Touchscreen verdoppelt, der Kontrast ums vierfache erhöht – damit ist die Darstellung nun kristallklar und sogar bei starkem Sonnenlicht astrein ablesbar. Auch ein paar Zusatzfunktionen werden geboten: Digitalradio (DAB+) und gegen Aufpreis Apple CarPlay – letzteres allerdings nur bei Verwendung eines angeschlossenen Helmsets, Apple will es so.

Erleichtert wurde auch die Ziel-Eingabe (in einer Zeile) und das schnelle Hinzufügen eines Zwischenziels, so macht das Bedienen wirklich Freude. Musik von USB-Stick oder Smartphone (via Bluetooth oder USB) werden so friktionsfrei wie bisher wiedergegeben, auf Wunsch mit bis zu 1200 Watt und aus bis zu acht Lautsprechern. Serienmäßig sind es übrigens 25 Watt, was ausreicht, um bis über 100 Stundenkilometer gute Soundqualität zu genießen.

Und noch ein Feature hat Harley angekündigt: Man entwickelt gerade eine eigene App, die eine Routenplanung zu Hause ermöglichen soll. Via Smartphone überträgt man dann die geplante Route an das Navigationssystem ins Motorrad – eine schlaue Möglichkeit, da realistischerweise niemand eine komplexe Route mit vielen Zwischenzielen ins Motorradnavi eingibt, sondern lieber gemütlich am PC zusammenstellt. Wann diese App einsatzbereit sein soll, wurde aber leider noch offengelassen.

So wird der Reiz der mächtigen Touring-Modelle also nochmals gesteigert: mit etwas mehr Souveränität im Antrieb und einem Infotainmentsystem, das sämtliche Vorbehalte gegenüber den Amis Lügen straft. Mit dieser Einheit ist Harley nämlich weiterhin Technologie-Champion in der Motorradwelt und moderner unterwegs als alle Europäer oder Japaner.

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7.3.2018

BMW R 1250 RT
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BMW R 1200 RT UpdateErwischt!

Unsere Erlkönig- und Prototypenjäger waren wieder einmal fleißig und erfolgreich. Diesmal ist ihnen ein Update der R 1200 RT vor die Linse gefahren. Um die wichtigen Unterschiede zu identifizieren, muss man allerdings zweimal hinsehen. Dann erkennt man zunächst die leicht veränderte Front, an der die schmaler geschnittenen Scheinwerfer dominieren. (Von fehlenden Abdeckungen etwa am Windschild darf man sich hingegen nicht irritieren lassen.) Das allein ist freilich noch keine Revolution. Eine solche könnte allerdings im Motor stecken. Experten werden sofort den neuen Zylinderkopfdeckel ausmachen, hinter dem sich die von vielen erwartete Evolutionsstufe des Wasserboxers verstecken könnte. 

Gerüchte sprechen ja schon länger davon, dass BMW den Boxer mit einer variablen Ventilsteuerung (VVT) ergänzen könnte. Eine solche Steuerung ist ja prinzipiell nichts Neues, die Bayern verwenden das System seit langen Jahren bereits im Automobilbereich und auch in der Motorradwelt kennen wir es schon: unter anderem von Kawasaki oder Ducati, wo es als DVT Dienst in der großen Multistrada oder der XDiavel versieht.
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24.1.2018

Honda Gold Wing 2018
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HONDA GOLD WING 2018 TESTDampf statt Dampfer

Die Honda-Entwickler waren in der Vergangenheit nicht zu beneiden. Da bauten sie das komfortabelste Reisemotorrad aller Zeiten und gewannen damit zwar viele Anhänger – ernteten aber auch Schmähungen. Die Wing sei gar kein Motorrad, da könne man ja gleich Auto fahren – wer hat solche Vorbehalte nicht schon gehört? Meistens übrigens von Bikern, die noch nie auf einer Gold Wing gesessen sind.

Wie auch immer: Damit soll ab sofort Schluss sein. Die neue Gold Wing ist deutlich graziler, weitaus dynamischer und hübscher als jemals zuvor. Mit ihren neuen Proportionen und dem analog dazu um bis zu 48 Kilo gesunkenem Gewicht wirkt sie nun sogar zierlicher als eine BMW K 1600 GT/GTL oder Harleys E-Glide.

Diese neue Positionierung hat auch einen kleinen Haken, um ihn gleich zu Beginn abzuhandeln: Der Stauraum ist von 150 auf 110 Liter gesunken, vor allem das Topcase geriet deutlich kleiner. Um hier zwei Integralhelme zu verstauen, dürfen diese nicht zu groß und die Geduld beim Schlichten muss ausdauernd sein.

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Harley-Davidson:

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