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Markus Reithofer
Autor: Markus Reithofer
27.3.2019

Dunlop SportSmart Mk3 im TestAuf zur Hausstrecke!

Der Blick in die Modellkataloge der Reifenhersteller erinnert zunehmend an die Situation vor dem Joghurtregal im Supermarkt. Entweder greift man zum Altbewährten oder man verliert sich im kaum noch überschaubaren Angebot von Spezialitäten für jeden Geschmack. Aber muss man sich das antun? Jedenfalls stehen den Entwicklungsabteilungen heute technische Möglichkeiten zur Verfügung, die noch vor einem Jahrzehnt kaum denkbar waren. Gerade bei Sportreifen war der Konkurrenzdruck zwischen den Herstellern nie größer und natürlich möchte jeder der Beste sein. Dass es bei Motorradreifen alle ein bis zwei Jahre wirklich spürbare Fortschritte gibt, zeigt sich nicht nur an den Rundenzeiten auf der Rennstrecke. Denn nicht jede Technologie, die im Rennsport für mehr Pokale sorgt, ist auch im normalen Straßenverkehr sinnvoll. Die Stichworte sind hier vor allem optimale Betriebstemperatur und Verhalten bei Nässe.

Wer zu einem Trackday fährt, ist mit Reifentemperaturen von 80 Grad aufwärts unterwegs und pfeift auf den Nassgrip, weil er bei Regen sowieso in der Box wartet, bis es wieder aufhört. Für eine Südtirolrunde in gestrecktem Galopp unter Freunden schaut das ganz anders aus. Je nach Höhenlage und Jahreszeit werden die Reifen bestenfalls handwarm und schon hinter dem nächsten Pass kann eine dunkelgraue Regenfront warten. Kurze Aufwärmzeiten, eine kluge Silica-Chemie für guten Nassgrip und eine verschleißarme Gummimischung in der Laufflächenmitte sind gute Voraussetzungen für eine möglichst ungetrübte Ausfahrt unter Bedingungen, wie wir sie in unseren Breitengraden meistens erleben.

Der Dunlop SportSmart Mk3 ist in dieser Kategorie als deutlich verbesserter Nachfolger des SportSmart 2 Max zu verstehen, der zwar mit entsprechender Preisanpassung weiter im Lieferprogramm bleibt, aber in keinem Bereich besser ist als der neue „Mark 3“. Das bestätigt auch unser Live-Test: Obwohl schon der „alte“ SportSmart 2 Max beim MOTORRADMAGAZIN-Reifentest 2017 gut abgeschnitten hat, ist sein Nachfolger ein klarer Schritt nach vorne. Vor allem der Nassgrip ist sensationell. Auf der gefluteten Teststrecke haben wir mit dem Mk 3 bei gnadenlosen Vollbremsungen – natürlich mit aktiviertem ABS – Bremswege erreicht, die sich gefühlt nur unwesentlich von denen auf trockener Strecke unterscheiden. Dunlop spricht von 20 Prozent mehr Haftung auf nassem Asphalt. Gut so, denn gerade dieser Punkt zeigte sich bei unserem Test des Vorgängers vor zwei Jahren als Schwachpunkt im Vergleich mit den Konkurrenten.

Der Mk3 agiert hiermit bei Nässe auf allerhöchstem Niveau. Dass er auch auf trockenem Asphalt deutlich mehr kann als sein Vorgänger, konnten wir auf den gewundenen Bergstraßen im katalanischen Hinterland erfahren. Angeblich hat der Trockengrip um 23 Prozent zugelegt, was sich natürlich nur mit Messungen verifizieren lässt. Fakt ist, dass er auch bei sehr forcierter Gasgriffdreherei auf öffentlichen Straßen praktisch nicht an seine Grenzen zu bringen ist. Wohlgemerkt, dieser extreme Trockengrip ist mit erstklassiger Haftung bei Nässe auf ein und demselben Reifen vereint!

Eine derartige Kombination von einander eigentlich widersprechenden Fähigkeiten ist erst durch mehrere von Dunlop patentierte Fertigungstechnologien möglich. Die Summe aus Dynamic Front Formula, Jointless Belt, Carcass Tension Control System, Hi Silica, Fine Carbon, MultiTread und RPC ergeben ein High-Tech-Produkt, das sich geradezu beleidigt fühlen muss, wenn man einfach nur „Gummi“ dazu sagt.

Allerfeinste Ware sind die Handlingseigenschaften des neuen Dunlop. Als wir beim ersten Test ausgerechnet eine von uns eher ungeliebte BMW F 800 R ausgefasst haben, war die Überraschung groß: Das sonst eigenwillige Fahrwerk mit seiner Tendenz, in Schräglage die Linie selbst vorzugeben, entpuppte sich mit dem Mk3 plötzlich als neutral, vorhersehbar und rückmeldungsfreudig. Was einmal mehr zeigt, wie sehr die Reifen das Fahrverhalten von Motorrädern beeinflussen können. Der SportSmart Mk3 ist übrigens auch auf der Rennstrecke keineswegs deplatziert. Dunlop definiert seine Auslegung für 90 Prozent Straße und 10 Prozent Rundkurs, weist aber darauf hin, dass er für eine deutlich niedrigere Betriebstemperatur als beispielsweise der D212 ausgelegt ist. Dafür hat er diese schon nach ein paar Kilometern Landstraße erreicht.

Dass der Grip für gelegentliche Trackday-Besuche ganz sicher ausreicht, zeigten die komplett abgeschliffenen Fußraster einer für den Rennstreckentest eingesetzten Kawasaki Z900. Wer es wirklich ernst meint, wird aber nach wie vor Reifen vom Format eines D213 oder gleich Slicks montieren, denn noch gibt es keinen Reifen, der bei der verregneten Alpentour genau so gut geht wie im Juli in Pannonien ...

Erhältlich ist der Dunlop SportSmart Mk 3 in folgenden Dimensionen: 120/70ZR17 (58W), 180/55ZR17 (73W), 180/60ZR17 (75W), 190/50ZR17 (73W), 190/55ZR17 (75W), 200/55ZR17 (78W)

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