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Christoph Lentsch
Autor: Christoph Lentsch
1.12.2020

Honda CRF300L und RallyMehr Hubraum, weniger Gewicht

Mit dem EURO-5-Update führte Honda bei einigen Modellen auch ein Hubraum-Upgrade durch, wie zum Beispiel bei Forza 350 oder SH350i. Bei größeren Motoren, wie den 745-Reihenzweizylinder aus dem Forza 750, erreichte man auch ohne Hubraumerweiterung eine Leistungssteigerung.

Der Einzylinder der CRF250L wurde von 250 auf 286 cm3 aufgeblasen und soll über 10% mehr Spitzenleistung und 18% mehr Spitzendrehmoment verfügen – aus der 250er wird die CRF300L. Somit liegt die Maximalleistung bei 27,3 PS (20,1 kW) bei 8.500 U/min und das maximale Drehmoment bei 26,6 Nm bei 6.500 U/min.

Für mehr Druck aus der Mitte wurden auch die Einlasssteuerzeiten, sowie Lufteinlass und Abgasanlage überarbeitet. Die Gänge 1 bis 5 sind nun kürzer übersetzt, um das Ansprechverhalten zu verbessern. Dagegen ist der 6. Gang für entspanntes Cruisen bei höheren Geschwindigkeiten länger übersetzt. Die Höchstgeschwindigkeit steigt von 129 auf 132 km/h an.

Eine Anti-Hopping-Kupplung sorgt für mehr Kontrolle über das Hinterrad beim Runterschalten, zudem konnte der Kraftaufwand für die Bedienung des Kupplungshebels um 20% reduziert werden.

Mehr Power, weniger Gewicht. 4 Kilo soll man am Chassis der CRF300L eingespart haben, das Gewicht vollgetankt beträgt nun 142 Kilogramm. Der Doppelschleifen-Stahlrahmen ist komplett neu und soll um 2,15 Kilogramm leichter sein. Der Rahmen ist so konstruiert, dass er 25 % weniger Seitensteifigkeit aufweist. Das soll das Fahrgefühl und die Rückmeldung von Vorder- und Hinterrad verbessern.

Die Verringerung der Breite des Hauptrohres (minus 30 mm) und der Unterzüge (Durchmesser jetzt 25,4 statt 28,6 mm) sollen das Handling verbessern. Zusätzlich ist die Breite des zentralen Versteifungsrohrs um 20 mm vermindert.

Auch die Seitensteifigkeit der neuen, um 550 Gramm leichteren Schwinge aus Aluminiumguss wurde um 23 % verringert. Außerdem ist sie direkt hinter dem Drehpunkt um 15 mm schmaler ausgeführt. Gewichtsersparnis auch im Detail: Die untere Gabelbrücke ist nun aus Aluminium gefertigt, statt wie bisher aus Stahl, was 730 Gramm an Gewicht einsparen und das Lenkverhalten verbessern soll.

Die 43-Millimeter-Showa-Upside-Down-Gabel liefert mit 260 Millimeter um 10 Millimeter mehr Federweg als das Vorgängermodell. Die Pro-Link-Hinterradaufhängung verfügt ebenfalls über einen Federweg von 260 mm. Die Bodenfreiheit konnte von 255 auf 285 Millimeter erhöht werden. Rahmen und Motor sitzen nun 20 mm höher, was auf die Überarbeitungen des unteren Rahmenteils und des Kurbelgehäuses zurückzuführen ist. 

Der 7,8 Liter große Kraftstofftank soll um 190 Gramm leichter und schlanker als beim Vorgängermodell sein. Sogar der Kennzeichenhalter ist deutlich kleiner und soll weitere 300 Gramm sparen. Der Lenker wurde etwas weiter nach hinten verlagert und die Fußrasten sind abgesenkt und ebenfalls nach hinten versetzt. Das erleichtert das Schalten auch mit schweren Offroad-Stiefeln. Die Sitzhöhe wurde um 5 mm auf 880 mm erhöht. Ebenfalls erneuert wurde der Seitenständer – er verfügt über eine 10% größere und jetzt auch klappbare Standfläche.

Als offroad-lastigere und Langstrecken-tauglichere Variante erhielt die CRF300 RALLY einen breiteren, gummigelagerten Sitz und einen auf 12,8 Liter vergrößerten Kraftstofftank (plus 2,7 Liter). Das soll die Reichweite auf über 400 Kilometer erhöhen. Die Sitzposition wurde optimiert, um das Handling im Gelände sowie in der Stadt weiter zu verfeinern. Allerdings sank hier die Sitzhöhe um 10 Millimeter und beträgt nun 885 Millimeter. Die Fußrasten sind jetzt mit Gummieinlagen versehen.

 

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