Leeren ›

Österreichs Plattform
Symbol, das darstellt, dass dieses Magazin 24h am Tag und 7 Tage die Woche verfügbar ist
für schräges Leben

Leseprobe gefällig?

Bitte, gerne! Einfach auf das Vorschaubild klicken und schon startet der Download.

menu
Clemens Kopecky
Autor: Clemens Kopecky
23.3.2021

KIA Sportage 1,6 CRDiMild-Hybrid im Test

Während Südkorea in der Motorradwelt (noch) keine tragende Rolle spielt, hat sich die „Daehan Minguk“ (koreanische Republik) in der Autowelt längst zu einem Big Player gemausert. Mit mehr als sieben Millionen verkaufter Fahrzeuge ist die Hyundai Motor Group (Hyundai/KIA) nach Toyota, VW und General Motors der viertgrößte Fahrzeughersteller der Welt. So liegt es in der Natur der Sache, dass die Ostasiaten auch ihre einst als Schnäppchen bekannten Autos seit geraumer Zeit an das internationale Preisniveau angepasst haben: Für satte 43.490 Euro steht unser Dauertest-KIA mit 136-PS-Diesel und „Mild-Hybrid-System“ in der Preisliste. Dafür darf man an ein Midsize-SUV schon gehobene Erwartungen haben – und bekommt sie vom Sportage 1,6 CRDi in der Ausstattungsvariante „Platin“, mit Doppelkupplungsgetriebe und Allrad tatsächlich im Handumdrehen erfüllt. Dazu gleich mehr.

Ausgerechnet im Motorradmagazin-Fuhrpark relativieren sich die Anschaffungskosten ohnehin recht schnell: die zweirädrigen High-Tech-Flaggschiffe der namhaften Motorrad-Produzenten trennen am Preiszettel auch nicht mehr allzu viel von unserem Edel-KIA – und jener ist in weniger luxuriöser Ausstattung schon zum äußerst fairen Einstiegspreis von unter 30.000 Euro zu haben. Und weil unsere Redaktion ganz standesgemäß ohnehin fast jede Fahrt im Sattel eines Motorrades erledigt, leistet der KIA Sportage großteils der Foto- oder Videocrew zur Anreise an die Shooting-Location gute Dienste. In diesem Fall kutschiert der Sportage in seinem geräumigen 439-Liter-Kofferraum ohnehin haufenweise teures Elektronik-Equipment durch die Gegend, dessen Wert jenen eines Mittelklasse-Auto mühelos in den Schatten stellt. Durch das Umklappen der zweiten Sitzreihe sind bis zu 1428 Liter für die bequeme Unterbringung von Kamerataschen, Stativen, Lichtanlage, Gepäck und so weiter möglich, die elektrische Heckklappe erleichtert das Beladen. 

Beim aktuellen Dieselmodell mit 1598 Kubik Hubraum fungiert der Startergenerator wie erwähnt als 48-Volt-Elektromotor und leistet maximal 14,7 PS zusätzlich. Tatsächlich hilft das implantierte Mild-Hybrid-System wohl beim Erreichen niedriger Papierwerte nach WLTP-Norm. Denn vom Strom-Anteil der Sportage-DNA merkt man beim Fahren rein subjektiv nichts –  allenfalls, dass sich der Verbrenner am Weg zur Stopptafel, also beim Rollen unter 30 km/h, früher schlafen legt und erst beim Anfahren ruckfrei anspringt. Dennoch fühlt sich der Sportage besonders im geschärften Sport-Fahrmodus deutlich agiler an als es die reinen Datenblatt-Werte vermuten lassen – eventuell ja doch dank der verbauten Elektro-Hilfe.

Wegen der unter dem Ladeboden verbauten Batterie des Mild-Hybriden schrumpft leider das Ladevolumen im Vergleich zu den anderen Allrad-Modellen allerdings um 41 Liter, der Kraftstofftank fasst mit 58 Litern ebenfalls vier Liter weniger als bei den reinen Verbrennern. Um wieviel größer deren Durst ist, konnten wir leider nicht feststellen - unser 1700 Kilo schweres Hybrid-Modell begnügt sich je nach Fahrweise für hundert Kilometer mit braven sechs bis sieben Litern.

Im Inneren unseres im slowakischen Zilina gefertigten Sportage bleiben wirklich keine Wünsche unerfüllt, man fühlt sich wie in einem Fahrzeug der Premium-Luxusklasse. Die klimatisierten, bequemen Ledersitze punkten auf kurvenreichen Alpenpässen mit gutem Seitenhalt, die Lordosenstütze im Fahrersitz rückt die Lendenwirbelsäule auf Langstrecken in eine gesunde Position. In puncto Ausstattung spielt die Platin-Version alle Stückeln: Lenkradheizung, 2-Zonen-Klimaautomatik, Keyless-Go, adaptiver Tempomat mit Abstandsassistent, Spurhaltefunktion, Totwinkelwarner, Rückfahrkamera, Navi, Multimediasystem und vieles mehr sind mit an Bord. Trotzdem findet man sich auf dem Instrumentenbrett dank klassischer Armaturen einfach zurecht. Der 8-Zoll-Touchscreen verfügt über praktische Schnellwahltasten, klare Darstellung und eine intuitive Bedienlogik. Das Mobiltelefon kann per Apple Carplay oder Android Auto verbunden werden. Zumindest theoretisch, denn in der Praxis bekamen wir das Android-System leider nicht zum Laufen. 

Ein echter Ohrenschmaus für die audiophile Besatzung ist das 320 Watt starke JBL-Soundsystem, das für eine mitreißende Beschallung sorgt. Von nervigen Wind- oder Motorgeräuschen wird die Konzerthaus-Ambiente nicht gestört: Die Geräuschdämmung im Innenraum ist selbst bei Tempo 150 auf der Autobahn herausragend effizient. Der wohnlichen Atmosphäre in der KIA-Kabine ist auch das üppige Platzangebot im Fonds zuträglich, auch in der zweiten Reihe steht noch viel Kopf- und Beinfreiheit zur Verfügung.

Mit sanften Gangwechseln tadellos abgestimmt ist das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, das ebenso wie die straffe Abstimmung gut zum sportlichen Charakter des Sportage passt. Trotz hoher Karosserie mit guter Übersicht liegt das SUV perfekt auf der Straße und die Fahrdynamik auf kurvigen Straßen bleibt nicht auf der Strecke. Dennoch gelingt die heikle Gratwanderung zwischen Straffheit und Reisekomfort auch ohne den teuren Umweg einer adaptiven Fahrwerksdämpfung durchaus souverän. Auf 19-Zoll-Leichtmetallfelgen gleitet der Kia Sportage auch über Querrillen und Kanten im Asphalt laufruhig hinweg. 

Besonders an die Reisequalitäten samt großzügigem Platzangebot und den souveränen Fahrkomfort des KIA Sportage haben wir uns in den vergangenen Monaten allzu schnell gewöhnt. Für die bequeme Langstrecke ist der Koreaner zweifellos eine großartige Wahl, unterm Strich erweist er sich als unaufgeregtes Reiseauto im allerbesten Sinn. Und zum Glück setzten kurz vor Dauertest-Ende noch die ersten schweren Schneefälle in Österreich ein – so bekam der sonst unauffällige Allradantrieb auch noch eine Bühne, um sein Potenzial unter Beweis zu stellen. 


Kia Sportage 1.6 CRDi PLATIN AWD DCT

Vierzylinder-Diesel, 1598 ccm • 136 PS (100 kW)
bei 4000 U/min • 320 Nm bei 2000–2250 U/min • Allradantrieb, 7-Gang-DCT • 6,1 l/100 km • WMTC-CO2-Emissionen: 159 g/km • 0–100 km/h: 11,2 s • 180 km/h • (L/B/H): 4,49 m/1,86 m/1,65 m • Eigengewicht: 1700 kg • € 43.490,–

 

Seite 1
Bild 1 von 8

Mehr zum Thema:

:

Leseprobe gefällig?

Bitte, gerne! Einfach auf das Vorschaubild klicken und schon startet der Download.