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Christoph Lentsch
Autor: Christoph Lentsch
20.9.2021

Honda CB500 Modelle Test 2022Kleine Dreifaltigkeit

Kleine Motorräder, große Veränderungen. Hondas CB500-Modelle werden 2022 erwachsener und recken uns stolz die Stelzen der 650er-Modelle entgegen. Die 41-Millimeter-SFF-BP-Upside-Gabel mit getrennter Zug- und Druckstufe ist nun auch bei den 48-PS-Bikes Standard und verbessert Stabilität und Präzision des kleinen Trios erheblich.

Dazu erhielten die CB500F und die CBR500R zwei Scheibenbremsen mit radial verschraubten Vierkolbenbremssätteln, während die CB500X mit zwei axial montierten Zweikolbenzangen auskommen muss, was angeblich besser ihrem (Reise-)Endurocharakter entspricht. Also sanfteres Ansprechverhalten und Dosierbarkeit. Auf der Straßen fällt diese Spezifikation nachteilig aus. Gewicht gespart wurde bei den neuen Y-Felgen und bei der Schwinge (-1 Kilo), die torsial steifer aber lateral flexibler wurde, um das Einlenkverhalten zu verbessern.

Wir haben alle drei Modelle auf der Northcoast 500 getestet, einer 516 Meilen langen, durchgehend ausgeschilderten Route entlang des nördlichsten Teils Schottlands.

 

Fahrbericht Honda CB500X 2022:
Neben den schwächeren Bremsen bringt die X einen weiteren kleinen Nachteil mit: Sie wiegt um zehn Kilo mehr als das Naked Bike und um sieben mehr als der Sportler. Mit 199 Kilogramm vollgetankt ist sie zwar kein schwerer Brocken, durch die höhere Geometrie und den damit verbundenen Schwerpunkt gibt sie sich im Umgang aber etwas zäher und weniger einsteigerfreundlich. Kleiner gewachsene Fahrer/innen, wie sie beim Test sogar zahlreich vertreten waren, plagen sich mitunter mit der vergleichsweise stattlichen Sitzhöhe von 830 Millimetern. 

Dafür sitzt man aufrechter, kann die Füße auf tiefer montierten Fußrasten ruhen lassen und den stärkeren Hebel des Lenker besser nutzen. Der zweifach verstellbare Windschild (umschrauben notwendig) nimmt auch Fahrern ab 1.80 Meter den Druck von der Brust, aber nicht die Verwirbelungen und Windgeräusche vom Helm. Dazu muss man zirka 1.70 Meter und kleiner sein. Die Fußrasten der X sind weiter unten montiert als bei den beiden Schwestern, trotzdem kann der Kniewinkel bei längeren Touren zu Verspannungen führen. 

Durch das 19-Zoll-Vorderrad, die längeren Federwege und die Enduro-Bereifung von Dunlop schluckt das Fahrwerk der X die Unregelmäßigkeiten auf dem erodierten Asphalt im hohen Norden besser als die sportlicher ausgelegten 500er-Modelle. Dafür muss man auf etwas Transparenz verzichten und in schnellen Kurven mehr Unruhe im Motorrad in Kauf nehmen. Kaufen muss man außerdem einige Extras, wenn man das Abenteuer Northcoast 500 in Angriff nehmen will: 12-V-Steckdose, Heizgriffe, Hauptständer, Handguards und natürlich ein Topcase. 

 

Fahrbericht Honda CBR500R 2022:
Die Optik der CBR500R ist zweifellos supersportlich. Nicht nur auf den ersten Blick ist sie praktisch nicht als A2-Motorrad zu erkennen, sogar Winglets hat man ins Design einfließen lassen, die Verkleidung ist aggressiv zerfurcht. Und auch im Fahrverhalten zeigt sie sich vor allem im Vergleich zur X deutlich zielgenauer und beherrschter. Dadurch ergibt sich automatisch eine zügigere, aber auch gleichmäßigere Fahrweise. Der Unterschied in der Dynamik geht so weit, dass man denkt, sie würde von einem anderen Motor angetrieben. Die Bremsleistung ist jener der X ohnehin überlegen.

Mit den Michelin Road 5 ist der Straßensportler genau richtig für unterschiedlichste Straßenbeläge und Witterungsverhältnisse besohlt. Durch die niedrigere Sitzhöhe von nur 785 Millimetern fühlt man sich nicht nur körperlich näher am Asphalt, der sprichwörtliche Popometer bekommt auch viel mehr Feedback vom Untergrund und liefert dem Fahrer eine größere Menge an Informationen zum momentanen Fahrzustand. Besonders auf welligen Wegen macht sich das etwas unterdämpfte Federbein bemerkbar. 

Mit der getönten Racing-Bubble-Scheibe aus dem Zubehör ist der Windschutz bei leicht gebückter Haltung sehr gut, im aufrechten Sitz reicht er nur bis zu den Schultern. Mit der Sozius-Abdeckund wird die Optik schärfer, mit einem Topcase völlig zerstört. Erträglich sind die Heckpacktasche mit 15 Litern und der Tankrucksack mit 3 Litern Fassungsvermögen. Für lange Strecken sollte man aber eben keine allzu langen Haxn an der Hüfte tragen.

Fahrbericht Honda CB500F 2022:
Vielleicht ist es keine Überraschung, dass das Naked Bike den größten Spaßfaktor mit sich bringt, wohl aber, wie ausgewogen und -balanciert sie sich bewegen lässt. Bei ihr wurde am stärksten an der Gewichtsverteilung optimiert und ein nahezu gleichmäßiges Verhältnis zwischen Vorder- und Hinterachse erreicht. Man sitzt in der Fahrzeugmitte auf der selben Höhe wie bei der CBR (785 Millimeter), greift einen leicht erhöhten und kaum gekrümmten Lenker und bringt trotzdem mehr Druck aufs Vorderrad als auf dem Sportler.

Das Handling ist neutraler als bei ihren Schwestern, was neben einer schwungvollen Fahrweise viel Vertrauen schenkt, zudem fühlt man sich auf ihr am schnellsten zuhause und hat die Bedienung schnellstmöglich verinnerlicht. Trotzdem verhaut auch bei ihr das Federbein, das den Qualitäten der Gabel spürbar hinterherhinkt, speziell auf welligen Straßen die Linie und zeigt leider verfrüht die Grenzen des Fahrwerks auf. Hinten besser gedämpft, könnte man bei allen Dreien die stabile Führung der Front in größerem Maße ausnutzen. Das druckvolle, drehfreudige und satt bollernde Reihenzweizylinder-Aggregat könnte etwas mehr Dampf machen, als das Heck sicher auf die Straße bringen kann. Der Fahrspaß ist dennoch enorm hoch und lässt einen bald vergessen, dass man hier ein A2-Motorrad zwischen den Beinen hat.

Mangels Windschutz empfiehlt sich auch bei ihr eine Scheibe aus dem Zubehör, und zwar der getönte Flyscreen, wie er auf unseren Testfahrzeugen montiert war. 

Preise Honda CB500-Modelle 2022 in Österreich:

  • Honda CB500F – geplanter Marktstart in Österreich Dezember 2021, Preis € 6.690
  • Honda CB500X – geplanter Marktstart in Österreich Dezember 2021, Preis € 7.290
  • Honda CBR500R – geplanter Marktstart in Österreich Dezember 2021, Preis € 7.290

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