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Neu: Mash K750 und GT750Sport und Tour aus China
Mash lässt wieder von sich hören. Falls Ihr schon vergessen habt, wer das überhaupt ist: Die 2012 in Frankeich gegründete Marke ließ Vintagebikes mit kleinen Hubräumen in China produzieren und war damit Ende der Zehnerjahre ziemlich erfolgreich. Speziell in Frankreichs Städten konnte man die billigen, aber optisch witzigen Bikes bald an vielen Straßenecken sehen.
In den letzten fünf Jahren ist es dann ruhig geworden um die Marke, die größeren Messeauftritte waren auch verschwunden, und die zuletzt dort ausgestellten 650er-Einzylinder-Enduros im XT-Style (X-Ride 650) haben es wohl nur in homöopathischen Dosen in den Markt geschafft. Unsere Ersuchen um Testbikes verhallten unerfüllt, aber wir haben nicht lange nachgehakt, denn bald war es ja ohnehin, wie geschrieben, still um Mash.
Importeur für Deutschland und Österreich war und ist übrigens MotoMondo, ein niederländisches Unternehmen, das sich wohl auf den deutschen Markt fokussiert, wie man auch an den neuen Modellen sieht. Preise für Österreich bleiben ungenannt, auch auf der Website.
Neue Modelle, das sind die Stichworte. Nach Jahren ohne News bringt Mash nun zwei neue Motorräder auf gemeinsamer Plattform: den Sportler K750 und den Tourer GT750. Wir reden von einem 730-ccm-Reihen-Zweizylinder, der überschaubare 75 PS leistet und auch in A2-konformer Variante zu bekommen ist. Sein Drehmoment: 69 Nm bei 6800 U/min.
Das Rückgrat bildet ein Alurahmen-Brückenrahmen, dazu gibt’s Feinheiten wie eine Alu-Einarmschwinge, zum Teil sehr hochwertige Komponenten und eine beachtliche Ausstattung. So, wie wir es zuletzt bei vielen chinesischen Bikes gesehen haben.
Die Bikes wurden laut Mash in Zusammenarbeit mit Jedi Motors (ja, noch ein chinesischer Hersteller) entwickelt, der Look des Sportbikes stammt von Marabese Design in Italien. Technische Inputs will man dafür auch von Suter Racing aus der Schweiz erhalten haben.
Beginnen wir zuerst mit dem Sportbike, der Mash K750.
Das einigermaßen scharf gezeichnete Sportbike ordnet sich in etwa zwischen Kawasakis Ninja 650 und Suzukis GSX-8R ein. Man bietet einstellbare Federelemente (USD-Gabel, & Monoshock), radial montierte Brembo-Sättel, ein 5-Zoll-TFT-Display mit Bluetooth-Connectivity (samt Navi), ein Keyless-System, Voll-LED-Beleuchtung, eine Reifendruck-Kontrolle und eine USB-Steckdose. Eine Traktionskontrolle wird nicht genannt, also offenbar nicht verbaut.
Mit 180er-Hinterreifen braucht man sich vorm Eissalon nicht genieren, der Tank sollte mit 14 Litern eine praxistaugliche Reichweite bieten.
Das fahrfertige Gewicht beträgt nicht ganz so schlanke 217 Kilo, dafür ist der Preis in Deutschland sportlich: 7699 Euro, inklusive drei Jahren Garantie, aber exklusive Liefer-Nebenkosten.
Weiter geht’s mit der Mash GT750.
Noch eine Spur spektakulärer wirkt die Mash GT750 – nennen wir sie „eine Hommage an die BMW R 1300 RT“. Auf jeden Fall ist es mit Sicherheit das größte, ausladendste und imposanteste Motorrad mit 75 PS. Es wird von Hersteller Jedi Motor auch an chinesische Behörden verkauft, wo man sie (wie das Vorbild) als Polizeifahrzeuge einsetzt.
Auch ausstattungsmäßig greift man herzhaft zu. Der mächtige Windschild ist elektrisch verstellbar, seitliche XL-Sturzbügel drängen dramatisch aus der Verkleidung hervor – vorne wie hinten. Dort befinden sich auch zwei in Karosseriefarbe lackierte und ins Design eingearbeitete Seitenkoffer, die jeweils 20 Liter fassen.
Griff- und Sitzheizung sind serienmäßig, ebenso wie ein 12,3-Zoll-TFT-Display (!) samt Connectivity. Außerdem gibt’s noch eine Front- und Heckkamera und ein Keyless-System, das auch den elektrischen Tankdeckel einschließt. Die Bedienung ist übrigens äußerst eigenwillig: Nicht wie üblich über Armaturen an den Lenkerenden, sondern über einen Tastenblock auf einer Art Tank- oder Mittelkonsole.
Mit Brembo-Bremsen (M4-Sättel, radial) und mit der Bereifung (Michelin Road 6) findet man hochwertige Bestückungen. Auch hier ist das Fahrwerk vielfach einstellbar.
Der Tank fasst großzügige 24 Liter, was bei 4,6 Liter Durchschnittsverbrauch laut WMTC über 500 Kilometer Reichweite verspricht. Ebenfalls nicht schlank ist das Gewicht: Es beträgt fahrfertig 275 Kilo. Angesichts der Größe des Bikes wirken verbleibende 165 Kilo Zuladung aber deutlich zu gering.
Die Mash GT750 wird in Gold oder Schwarz erhältlich sein, der Preis in Deutschland 11.699 Euro zzgl. Auslieferungskosten betragen.
Motorradneuheiten 2026 – Übersicht
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