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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
peter.schoenlaub@motorrad-magazin.at
31.7.2026

Erwischt: BMW M 1300 GSMehr Offroad, mehr Luxus?

Der Buchstabe „M“ steht bei BMW seit den 1980er-Jahren für „Motorsport“. Zunächst den PKW der Bayern vorbehalten wurde das Kürzel in den letzten Jahren auch in der Motorradsparte etabliert: Die drei Vierzylindermodelle M 1000 RR, R und XR bilden derzeit die Spitze der Münchener Modellpalette. 

Dass es dabei nicht bleiben würde, war abzusehen, denn schon im Jahr 2019 sicherte sich BMW die Namensrechte an der Bezeichnung „M 1300 GS“. Eine offizielle Bestätigung des Modells blieb bis zuletzt aus, doch die ist nun nicht mehr nötig: Erste Sichtungen im Dunstkreis der Entwicklungsabteilung der Münchner deuten darauf hin, dass die Entwicklung der M 1300 GS auf die Zielgerade einbiegt: Zwar sind unserem Fotografen keine Fotos fahrender Prototypen gelungen, doch der abgedeckte Testträger, der zwecks Geheimhaltung unter einer Abdeckplane transportiert wurde, bestätigt, dass das Modell weit fortgeschritten ist – im frühen Stadium fehlen an Prototypen aller Marken in der Regel beispielsweise Details wie Beschriftungen.

Bis zur Präsentation dürfte sich BMW also nicht mehr allzu lange Zeit lassen. Und noch davor, möglicherweise schon im Frühherbst, steht eine sanfte Überarbeitung des Bestsellers R 1300 GS an, die ebenfalls auf unseren Fotos zu sehen ist und als Vergleich herangezogen werden kann. 

Die BMW M 1300 GS selbst schickt sich dabei an, als Imageträger der GS-Baureihe, und anders als bei den 1000ern, klar offroadtauglich positioniert zu werden. Im Gegensatz zur HP-Version der Vorgängerin R 1250 GS, die im Wesentlichen eine optisch angepasste Ausstattungsvariante darstellte, dürfte es sich beim kommenden Topmodell der GS um eine tiefgreifende Überarbeitung handeln.

Sichtbar wird dies zuallererst am Fahrwerk. Am auffälligsten: Es kommen, ähnlich wie bei der luftgekühlten R  12 G/S, off-road-typische Raddimensionen zum Einsatz. Das bedeutet ein 21-Zoll-Vorder-, sowie ein 18-Zoll-Hinterrad – der gezeigte Prototyp hat Metzeler Karoo-Pneus aufgezogen. Unter dem Abdecktuch verstecken sich zudem längere Federwege sowie eine stabilere und überarbeitete Abstützung der Kardanschwinge.

Die leistungsstärkeren M-Bremsen mit der charakteristischen blauen Färbung lassen sich bereits gut ausmachen. Anders als bei der R 1300 GS Adventure dürfte bei der M GS der Standardtank der regulären R 1300 GS zum Einsatz kommen -–um Gewicht zu sparen und die vorhandene Masse besser zu verteilen.

Kaum verändert wird offenbar der 1300 Kubikzentimeter messende Boxermotor mit Wasserkühlung. Die für sich schon souveränen 149 Newtonmeter Drehmoment dürften auch am Topmodell ausreichend zerren. Ein paar PS mehr als die 145 PS der R 1300 GS werden die Münchener Ingenieure vermutlich dennoch mobilisieren, nötig sein werden sie jedoch nicht. Besonders, weil der Antrieb weniger Masse in Bewegung wird setzen müssen. Denn: Um auch in hartem Gelände glänzen zu können, sollten die Münchner bei der M 1300 GS an der Gewichtsschraube drehen. Teils durch konstruktive Maßnahmen, teils durch hochwertige Materialien wie Titan, das beispielsweise bei der Auspuffanlage zum Einsatz kommen wird.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist weiterhin spekulativ, wie tief die optischen Modifikationen der M GS gehen werden. Eine überarbeitete Sitzeinheit gilt als sicher, ein ebenfalls überarbeiteter Heckrahmen als stark wahrscheinlich. Der Wegfall der Radareinheiten an Front und Heck wäre ebenfalls nicht überraschend, schließlich ginge auch dieser Schritt mit geringerem Gewicht einher. Schließlich soll die Mn 1300 GS vor allem als sportliche Speerspitze fungieren, um zu zeigen, was mit einer GS heutzutage möglich ist. Weg von der Reiseenduro, hin zu einem Sportgerät, das auf den Rest der GS-Palette abstrahlt – durch die Fähigkeit, jedes Terrain bewältigen zu können. 

Auch preislich düfte die M GS die Rolle als Boxer-Flaggschiff spielen: Entsprechend darf man geringere Stückzahlen, für BMW jedoch eine höhere Marge erwarten. M 1000 XR und M 1000 R sind, ohne Extras, in Europa im Schnitt 6000 bis 8000 Euro teurer als ihre nächstgünstigeren Versionen. Dies gibt einen Eindruck, wie weit sich die M 1300 GS preislich von ihrer Basis entfernen könnte.

Wann die BMW M 1300 GS beim Händler steht bleibt abzuwarten, ein Start noch vor der Saison 2027 ist jedoch wahrscheinlich.

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