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Clemens Kopecky
Autor: Clemens Kopecky
14.11.2018

Im Test: Leatt GPX 5.5Kühler Kopf

Während sich die Hersteller von Mountainbike-Schutzausrüstung bei der Anzahl der Lüftungsöffnungen in ihren Helm-Spitzenmodellen regelmäßig gegenseitig übertreffen und Fahrradhelme heutzutage längst mehr Löcher haben als jeder Schweizer Käse, sind großflächige Ventila­tionsbereiche bei Motocross-­Helmen nach wie vor Mangelware. Ein unverständlicher Missstand, über den ich mich seit vielen Jahren jedes Mal ärgere, sobald ich mich in der Wildnis mit meiner Husqvarna TE 300i mal wieder in schwierigem Terrain festgefahren habe – schließlich schwitze ich beim Hard­enduro noch eine Spur intensiver als auf einer anstrengenden Mountainbike-­Tour.

Bisher musste ich daher jede kurze Pause zum Abnehmen des Helms nutzen, wenn mein (in Enduro-­Kreisen so genannter) ­„Kelomat“ zu pfeifen begann, sprich mein Kopf zu explodieren drohte. Erst seit ich mit dem Leatt GPX 5.5 Offroad-Helm in der Botanik unterwegs bin, ist das Problem endlich gelöst und ich kann in anstrengenden Situationen endlich kühlen Kopf bewahren. Der GPX 5.5 ist mit elf großflächigen Belüftungsportalen ausgestattet, 190 Löcher im stoßabsorbierenden EPS-Schaum (aus zwei v-förmig aufgebauten, verschieden elastischen Schichten) lassen außerdem selbst bei Schritttempo die Hitze entweichen und eine kühle Brise ums Haupt ­zirkulieren.

Das ist aber längst nicht alles: Mein ECE-2205-zertifizierter Leatt-Helm wiegt nur moderate 1050 Gramm (eine ca. 250 Gramm schwerere ECE/DOT-geprüfte US-Ver­sion ist ebenfalls erhältlich). Die patentierte „360°-Turbine“-Stoßdämpfertechnologie reduziert bei einem Aufprall die Rotationsbeschleunigung des Hirns und die Gefahr von Gehirnerschütterungen drastisch. Die drei verfügbaren Außenschalen sind jeweils zehn Prozent kleiner geformt als jene von konventionellen MX-Helmen – nicht nur, weil die Proportionen zwischen Kopf und Körper des Piloten so optisch besser harmonieren, sondern weil die kleinere Helmform ebenfalls die Kraft um zwanzig Prozent reduziert, die bei ­einem Sturz auf Genick und Kopf wirkt.

In Sachen Verarbeitung erfüllt der clevere Leatt-Kopfschutz obendrein Premium-­Ansprüche: Das Design- und Lack-Finish ist makellos und der EPS-Hartschaum wird im In-Mold-Verfahren mit der Composite-Schale verschweißt. So ist die Sicherheit bei mechanischer Einwirkung deutlich höher als bei verklebten Helmen.

Angesichts der innovativen Features erscheinen die für ­Leatt-Neckbraces optimierte Form der Helm-Unterkante, das waschbare, antiseptische Schnelltrocken-Innenfutter, das Emergency-Exit-System und die Vorbereitung für ein optionales Trinksystem bei­nahe schon banal und selbstverständlich.

Produkt: Leatt GPX 5.5
Testdauer: 10 Monate
Tester: Clemens Kopecky
Preis: 499 Euro

Was uns gefällt:
die fantastische Lüftung, das niedrige Gewicht bei maximaler Sicherheit, die kompakte Helmschale

Was uns nicht gefällt:
dass die weiße Gummieinfassung rund um das Gesicht schnell verschmutzt

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