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Markus Reithofer
Autor: Markus Reithofer
markus.reithofer@motorrad-magazin.at
10.9.2018

Der Rahmen aus dem DruckerBMW druckt 3D

Jeder kennt die kleinen Plastikfiguren und ähnliches Material, das wie von Zauberhand mit speziellen Druckern angefertigt wird. Aber gleich ganze Motorrad-Rahmen inklusive Schwinge? BMW hat das nicht nur ausprobiert, sondern gleich einen funktionierenden Prototyp rund um den Motor einer S 1000 RR gebaut.

3D-Druck ist ein seit Jahren anhaltender Hype, von dem zwar einiges an Faszination ausgeht, der im gelebten Alltag aber eher als Spielerei für ein paar Nerds betrachtet wird. Dabei ist diese Technologie bei der Entwicklung von neuen Komponenten nicht mehr wegzudenken. Schon seit den späten 1990ern werden 3D-Duckverfahren im so genannten Rapid Prototyping eingesetzt. Die ersten Tests und Verbesserungen rund um zunächst nur als CAD-Modell im Computer existierende Modelle können damit extrem schnell und kostengünstig umgesetzt werden.

Für die Serienfertigung schaut es allerdings anders aus, denn bei großen Stückzahlen sind klassische Guss- oder Schmiedeverfahren nach wie vor billiger und vor allem wesentlich schneller. Andererseits kann man mit 3D-Druck auch solche Formen produzieren, die mit konventionellen Herstellungsverfahren undenkbar sind. Die organisch anmutende Gitterkonstruktion des BMW-Rahmens ist ein Beispiel dafür. Der komplette Rahmen besteht aus drei Teilen, die unter Verwendung einer Aluminium-Legierung ausgedruckt und dann miteinander verschraubt werden. Das Ergebnis sieht nicht nur einzigartig aus, sondern ermöglicht auch neue Dimensionen bei der Kombination von niedrigem Gewicht, hoher Stabilität und einem perfekt auf das Gesamtmotorrad abgestimmten Schwingungsverhalten. Die Lücke zwischen dem, was die Motorrad-Entwickler gerne hätten und dem, was fertigungstechnisch möglich ist, wird dadurch deutlich kleiner.

Rahmen sind dabei nur ein Extrembeispiel für die Möglichkeiten von 3D-Druck. BMW nennt beispielsweise die individuelle Anfertigung von nicht mehr lieferbaren Ersatzteilen für Oldtimer oder individualisierbare Designelemente, deren Aussehen man selbst über eine Website konfigurieren kann. Letzteres ist für Autos schon jetzt verfügbar. Wenn die Drucker schneller werden, sinken automatisch auch die Herstellungskosten – und genau das geht derzeit ziemlich rasch. Wer weiß, vielleicht können wir uns unser Traummotorrad in Zukunft einfach selbst ausdrucken...

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