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Clemens Kopecky
Autor: Clemens Kopecky
14.1.2019

Reisedestination PortugalOffroadlust statt Winterfrust

Harte Winter mit pausenlosem Schneefall wecken bei der Motorradmagazin-Redaktion schon binnen kürzester Zeit einen impulsiven Fluchtinstinkt. Diesmal haben uns die Zweirad-Entzugserscheinungen bereits im Dezember ein Ticket nach Portugal buchen lassen – eine Destination, die bereits seit vielen Jahren ganz oben auf der Liste unserer Lieblingsländer steht. Denn egal ob Asphalt oder Offroad, der Westen der iberischen Halbinsel bezirzt mit scheinbar unendlichen Routen-Möglichkeiten und – besonders südlich der Hauptstadt Lissabon – auch im Winter meist mit milden Temperaturen: Werte zwischen sonnigen 25 und frischen 5 Grad Celsius protokollierten wir während unserer unzähligen Aufenthalte im Zeitraum November bis Jänner. Jedenfalls besser als in der frostigen Heimat, denn Streusalz, Rollsplit und Schneefahrbahn sind in Portugal nie ein Thema. Im Gegenteil: die Straßen gehören vor allem in Punkto Grip zu den besten in ganz Europa.

Ganz besonders verliebt haben wir uns dennoch in die fabulösen Gelände-Trails, die sich meist durch dichte Eukalyptuswälder schlängeln: Lehm, Schotter, Sand, Erde, Fels – die Bodenbedingungen in Portugal sind vielfältig und abwechslungsreich. Die Szenerie erinnert an eine Mischung aus Australischem Outback, Japanischen Bambuswäldern, der Baja California und einem Hauch Nadelwald – immer wieder garniert mit atemberaubendem Ausblicken auf die raue See des blitzblauen Atlantiks. Im Unterschied zu Südspanien punktet die Landschaft Portugals generell rund ums Jahr mit saftigem Grün statt hitzebedingtem, tristem Grau-Braun.

Während man mit Reiseenduros nahezu überall in Portugal recht einfach kurzweilige Schotterpisten findet, hat sich für unsere Winter-Tests und -Trainings auf der Sportenduro das geographische Dreieck zwischen Sines, Sagres und Monte Gordo als ideal herauskristallisiert. Die Ortskenntnis mussten wir uns jedoch über viele Jahre mühsam mit GPS, Kartenstudium und der „Versuch und Irrtum“ Methode erarbeiten – unzählige Pannen, Sackgassen und (teilweise spätabendliche) Irrfahrten inklusive. Wer weder Zeit für noch Lust auf Experimente hat und sich außerdem die knapp 3000 Kilometer lange Anreise mit Kastenwagen oder Pkw-Anhänger sparen will, fliegt am besten in nur 3,5 Stunden nach Lissabon oder Faro und mietet Motorrad samt Guide.

Aus eigener Erfahrung können wir reinen Gewissens folgende Touranbieter wärmstens empfehlen:

  • Colin Schneider betreibt in der Nähe von Aljezur die Enduro-Lodge Portugal. Die Lodge samt eigenem Pool bietet Platz für bis zu 18 Personen und liegt auf den Klippen, oberhalb des bekannten Wellenreit-Spots Arrifana. Von hier starten rund ums Jahr die Enduro-Touren mit maximal sechs Personen, die nicht selten von Profi-Guide Merlin Rose (gebürtiger Portugiese mit deutschen Eltern, spricht beide Sprachen fließend) geführt werden, der sich beim legendären „Hare Scramble“ am Erzberg bereits ins Ziel gekämpft hat. Er kennt wirklich jeden versteckten Pfad der Region wie seine eigene Westentasche und kann die Touren so auch spontan perfekt auf das Fahrkönnen der Teilnehmer abstimmen. Als Leihfahrzeuge stehen aktuell 2019er KTM 450 EXCs bereit, auch Gäste mit eigenem Motorrad sind herzlich willkommen. An Rasttagen offeriert die Enduro-Lodge außerdem ein buntes, großteils feuchtes Alternativprogramm, das von Wellenreiten über Standup-Paddeln bis hin zum Wakeboarden reicht. Auf Wunsch schnürt Colin individuelle Angebotspakete, daher einfach unverbindlich kontaktieren.

 

  • Von 24. bis 31. März (5 Fahrtage) beziehungsweise 30. März bis 3. April 2019 (Short Trip) stattet Adventure-Experte Klaus Kinigadner auf der Durchreise nach Marokko auch der Algarve einen jährlichen Tour-Besuch ab. Mit im Gepäck hat er zwanzig ebenfalls brandneue KTM 450 EXCs als Leih-Bikes für seine Kunden. Die Tagesausfahrten starten von Monte Gordo (nahe der Spanischen Grenze) und Portimao (nahe der bekannten Rennstrecke, buntes Nachtleben garantiert) und sind dank entsprechender Gruppenaufteilung für (fast) alle Könnensstufen geeignet. Anfragen beantwortet Kini persönlich unter klaus@kini.at

 

  • Asphalt-Rittern und Kurvenwetzern wollen wir die geführten Straßentouren von FM Motorradreisen ans Herz legen, die von Porto aus starten. Sie finden 2019 von 9. bis 16. Juni und von 15. bis 22. September statt, für Gruppen ab acht Motorrädern können aber auch Sondertermine vereinbart werden. Reiseleiter ist Franz Mittendorfer (in seiner Freizeit außerdem der schnelle Guide bei allen Kini-Wüstentouren). Sehr bequem: das eigene Motorrad wird zirka zehn Tage vor Reisebeginn vom Teilnehmer zu Hause abgeholt. Der Reisepreis von 2.240 Euro beinhaltet außerdem Flug, Gepäcktransport und sieben Hotelübernachtungen inklusive Halbpension.

 

  • Von 9. Bis 16. Juni offerieren zu guter Letzt auch unsere Freunde von „Motorrad und Urlaub“ um 2.290 Euro eine (im Vergleich zu FM-Reisen eher gemütliche) Portugal-Straßentour mit 4 geführten Fahrtagen. Highlight dabei ist der Besuch der H. O. G. Rallye 2019 in Cascais, dem Edel-Vorort von Lissabon. Übernachtet wird im 4-Sterne-Hotel, Motorradtransport ab Wien, Flug und so weiter sind auch hier inklusive.

 

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5.12.2018

Alfie Cox
Alfie Cox

Destination Red BullTraumreisen

Der umtriebige, weltbekannte Energydrink-Hersteller aus Fuschl am See erweitert erneut sein ohnehin schon breites Betätigungsfeld. Ab sofort fungiert Red Bull gemeinsam mit einem Kooperationspartner auch als Reiseveranstalter. Selbstverständlich sind weder Kreuzfahrten noch Thermenurlaube Teil des Angebots, sondern adrenalingeladene, exklusive Action-Trips mit prominenten Tourguides. 

Unter dem Titel "Destination Red Bull" offerieren die Salzburger einzigartige Reiseangebote, bei denen allesamt eine "once in a lifetime experience" garantiert sein dürfte. Für zwei der aktuell sieben verfügbaren Pakete werden leidenschaftliche Motorradfahrer wohl ohne Wimpernzucken das Sparschwein schlachten:

Ultimate Red Bull MotoGP-Experience mit Dani Pedrosa & Sete Gibernau
Destination: Barcelona, Spanien
Datum: 14. Juni bis 16. Juni 2019
Max. Teilnehmer: 4
Preis: 4530,- Euro p.P.
Leistungsumfang:
1 Tag echtes MotoGP-Training auf exklusiver Privatstrecke mit Dani Pedrosa. Übernachtung im einzigartigen W-Hotel in Barcelona. VIP-Paket beim MotoGP-Event in Barcelona. Zutritt zur Boxengasse und Red Bull Energy-Station. Mitfahrt auf einer echten MotoGP-Maschine mit einem ehemaligen Profi.

Abenteuer-Enduro mit Alfie Cox in Südafrika und Lesotho
Destination: Südafrika / Lesotho
Datum: 30. November bis 6. Dezember 2019
Max. Teilnehmer: 4
Preis: 4530,- Euro p.P.
Leistungsumfang:
7 Tage Enduroexpedition mit Alfie Cox durch Lesotho. Erprobung der neuesten KTM Motorräder. Mechanik- und Technik Schulung durch Alfie Cox. Service-Fahrzeug fürs Gepäck. Erkunden einiger Abschnitte der Roof of Africa.
Offroad-Touren mit Offroad-Legende Alfie Cox können übrigens auch direkt bei Alfie gebucht werden. Das Motorradmagazin war vor einigen Jahren für eine Reisereportage mit dabei - highly recommended, wie in unserer Bildergalerie deutlich zu sehen ist!

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7.7.2018

Mit der Africa Twin durch Südamerika nach dem Motto: Ride hard, sleep softly.
Mit der Africa Twin durch Südamerika nach dem Motto: Ride hard, sleep softly.

Honda Adventure Roads 2019Mit Africa Twin durch SüdAFRIKA

Die erste "Adventure Roads"-Tour führte 45 Teilnehmer auf einer achttägigen Reise von Oslo bis ans Nordkap durch die großartige Landschaft Norwegens entlang der Nordseeküste. Nach ähnlichem Muster plant Honda Motor Europe, wiederum einer Gruppe abenteuerlustiger Enduristen die Möglichkeit zu einer ganz besonderen Ausfahrt zu bieten, diesmal jedoch in südlichen Regionen des afrikanischen Kontinents. Zum Einsatz kommen erneut die Honda CRF1000L Africa Twin sowie die neue 2018er Adventure Sports-Modellvariante.

Als Startpunkt wurde Durban an der Ostküste gewählt. Von dort aus führt die zweite Auflage der Adventure Roads Tour über 3.200 km quer durch Südafrika und Lesotho zum Ziel in Kapstadt. 
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24.3.2016

Route des Grandes AlpesFRENCH CONNECTION

Wie ein überdimensionaler Zuckerhut überstrahlt der mystisch in Wolken gehüllte, schneebedeckte Gipfel des Mont Blanc das ohnehin schon gewaltige Alpenpanorama rund um ihn. Zum Greifen nahe scheint der „Monarch“ hier am Cormet de Roselend zu sein, nur ein oder zwei Gasgriffdrehungen am Horizont voraus.

Eine optische Täuschung, die uns schon seit unserem Start aus Cluses, knapp vierzig Kilometer südöstlich von Genf, irritiert: Der majestätische Lieblingsberg der Franzosen ist für Reisende auf der Route des Grandes Alpes unnahbar. Die „Königin der Alpenstraßen“ gewährt zwar grandiose Ausblicke auf das 4807 Meter hohe Massiv, der Berg bleibt trotzdem in kühler Distanz und scheint sich fast zu freuen, dass er die ganze Aufmerksamkeit der Motorradfahrer in Beschlag nimmt.

In meinem Fall etwas zu sehr: Meine rechte Hand verkrampft sich am Bremshebel, die Reifen quietschen erbärmlich - in allerletzter Sekunde und nur mit viel Mühe kann ich die Kawasaki ZZR 1400 in Schräglage werfen und durch die steile Haarnadelkurve bugsieren, die völlig unerwartet vor mir aufgetaucht ist und mich überrumpelt hat.

Frédéric, der Leiter des Fremdenverkehrsbüros in Arêches hatte mit seiner Warnung tatsächlich Recht: „Nicht am Genfer See, sondern hier am Fuße des Roselend ist der wahre Anfang der Route des Grandes Alpes!“ Vor dreißig Minuten hatte ich dieser Aussage noch keine große Bedeutung beigemessen und sie als Werbespruch eines schrulligen Bergdorf-Einwohners abgetan, jetzt aber verstehe ich: Die bisher überquerten Pässe Col de la Colombière und Col des Aravis waren zwar für uns Bewohner des Wiener Beckens landschaftlich fein, gegen das was an Ausblicken und fahrtechnischen Herausforderungen nun noch kommen sollte, sind sie jedoch nicht mehr als Appetitmacher. Sie dienen hauptsächlich als Zufahrtsstraßen zu den großen Skigebieten rund um La Clusaz und sind dementsprechend breit, gepflegt und übersichtlich ausgebaut.

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