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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
peter.schoenlaub@motorrad-magazin.at
5.2.2020

Sena 30K im TestSprechstunden

Die anfängliche Skepsis diesem Thema gegenüber ist längst einer breiten Zustimmung gewichen. Vor allem beim Reisen hat sich die drahtlose Kommunikation zwischen Redakteur und Fotograf bewährt, auch wenn zu oft über das Abendessen und zu wenig über die Location-Suche gesprochen wird.

Unser absoluter Favorit unter den in den letzten Jahren getesteten Systemen ist das Sena 30K. Es ist keineswegs perfekt – dazu kommen wir noch – aber in Summe dennoch das Beste, das uns untergekommen ist. Wichtigste Pluspunkte: Die Verbindungen zum Buddy und zu weiteren Endgeräten (Smartphone, Navi) klappen problemlos, vor allem ist aber die Sprachqualität hervorragend. Letzteres liegt an einer offenbar grundsoliden Funkübertragung und sehr guter Qualität von Mikro und Kopfhörern. Kein Wunder, dass viele bekannte Helmfirmen, die schon maßgeschneiderte Systeme anbieten, mittlerweile mit Sena kooperieren (z.B. HJC, Schuberth). Einziges kleines Defizit war ein permanentes leichtes Grundrauschen, an das man sich aber gewöhnen kann.

Die versprochene Reichweite von 1,6 Kilometer im so genannten Mesh-Modus kann man wie bei allen uns bekannten Geräten je nach Topographie getrost halbieren oder vierteln, was uns aber egal ist – man fährt ja meist im engeren Verbund. Mesh ist übrigens ein eigenes Funkprotokoll von Sena, das die Verbindung von bis zu 16 Teilnehmern ermöglicht. Konnten wir leider mangels weiteren Partnern nicht ausprobieren. Ältere Bluetooth-Geräte von Sena sollte man via Mesh-Adapter auch integrieren können, bei einem ehrgeizigen Versuch mit unserem Sena 10C sind wir allerdings grandios gescheitert.

Mehr als ausreichend ist die Sprechzeit: Acht Stunden im Mesh-Modus reichen für einen extralangen Tag im Sattel; uns ist der Saft jedenfalls nie ausgegangen. Auch die Bedienung können wir loben, das passt. Das große Rad für die Lautstärke und die gut verteilten übrigen Knöpfe lassen sich auch mit dicken Handschuhen sehr gut erkennen und bedienen.

Was könnte man noch verbessern? Dass Sena einen Teil der Elektronik und die Anschlüsse für Micro und Kopfhörer in einem Fortsatz der Trägerplatte unterbringt, die über den unteren Helmrand reicht, hat Vorteile (keine Anschlüsse/Stecker im Helm), aber auch den Nachteil, dass man den Helm in knapp geschnittenen Koffern mitunter schlecht verstauen kann. Der Fortsatz am unteren Helmrand sieht außerdem nicht allzu lässig aus, insgesamt könnte das ganze Teil etwas schlanker werden.

Letzter Wunsch wird bald erfüllt. War das 30K vor kurzem noch das Topmodell, hat Sena auf der letzten Eicma bereits die kompaktere 50er-Serie vorgestellt. Das 30K bleibt aber weiter im Programm und wurde auch schon eine Spur günstiger. Gesehen ab 299 Euro für das Einzelgerät, ab 499 Euro für die Box mit zwei Einheiten. Infos unter www.sena.com/de

 

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