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Clemens Kopecky
Autor: Clemens Kopecky
22.6.2020

Ventz Ärmelbelüftung im TestSteife Brise

Zuerst gleich eine gute Nachricht: durch das Eingreifen des Menschen in die Atmosphäre haben wir eine drohende Eiszeit erfolgreich verhindert – oder ihren Beginn zumindest 100.000 Jahre nach hinten verschoben. Obwohl es US-Präsident Donald Trump, Pop-Troubadour Xavier Naidoo und der Medienmogul Rupert Murdoch gar nicht glauben wollen, stehen unsere Chancen auf verbreitet wohlig-warme Temperaturen und eine „Extended Version“ der Bädersaison besser denn je. Halten die Klimaforscher tatsächlich Wort, dürften wir Motorradfahrer selbst in der kalten Jahreszeit bald ganz ohne Thermo-Unterwäsche auskommen.

Die Kehrseite der Medaille: schon jetzt kommt man im Sommer unter der Lederkombi oder dem Touren-GoreTex ordentlich ins Schwitzen. Bis zu 25 Prozent Abkühlung verspricht hier „Ventz“, ein Motorrad-Gadget aus Großbritannien, das ein wenig an das Ram-Air-System eines Motorrades erinnert. Das Produkt ist genial und gleichzeitig banal: die halbrunden Lüftungsöffner werden einfach zwischen Handgelenk und Ärmelbund gesteckt und mittels integrierter Plastik-Klammer fixiert. So pfeift der Fahrtwind ungehindert über die Unterarme in die Jacke und sorgt für einen Bernoulli-Effekt: durch die Sogwirkung wird die heiße Luft unter der Bekleidung auch an Rücken und Brust abtransportiert, die dort durch starke Sonneneinstrahlung entsteht. Ein Kunststoffgitter vor dem Lufteinlass der Mini-Klimaanlage verhindert, dass stichwütige Insekten in die Klamotten geblasen werden. Der Rest der in sechs Farben erhältlichen Ventz besteht aus elastischem Gummi – das klingt im ersten Moment wenig hautfreundlich, in der Praxis spürt man die Ärmeltrichter aber kaum: Die Bewegungsfreiheit für Gas, Kupplung und Bremse wird nicht eingeschränkt.

Tatsächlich sorgen die beiden Ventz für eine angenehm frische Brise unter der Montur, obwohl die vom Hersteller versprochene Abkühlung um ein Viertel eventuell einen Hauch zu vollmundig ist. Der Kühleffekt wird natürlich von diversen Faktoren beeinflusst: je exponierter die Handposition ist und je schneller man fährt, desto deutlicher spürbar wird die Wirkung. Außerdem spielt es eine Rolle wie eng die Bekleidung anliegt und welche Unterwäsche getragen wird. Allerdings reicht schon alleine die Frischluftzufuhr rund um die Unterarme für erfrischende Kühlung. Die patentierten Ventz sind online um rund 21 Euro (inklusive Versand nach Österreich) erhältlich und ihr Geld wirklich wert. Alternativ könnte man natürlich auch in deutlich teurere Airvent-Mesh-Bekleidung investieren (in der man aber früh morgens meist noch friert). Die Ventz sind allerdings eine leistbare, portable und kompakte Lösung für Rucksack oder Hosentasche, die gerade im Sommer einer drohenden Dehydrierung und dem damit verbundenen Konzentrationsverlust unkompliziert vorbeugen. Unser Tipp: besser gleich zwei Sets bestellen, denn gerade der Sozia droht im Windschatten des Fahrers schnell die Überhitzung.

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