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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
14.11.2022

Einwintern oder Weiterfahren?ÖAMTC-Expertentipps für die kalte Jahreszeit

Die Tage werden kürzer, das Wetter wird rauer. Nun stellt sich für viele Motorrad- und RollerfahrerInnen die Frage, ob sie ihr Fahrzeug weiter nutzen oder einwintern sollen. „Bei niedriger Geschwindigkeit und wenn die Straßen geräumt sind – zum Beispiel in urbanen Gebieten – kann man ohne weiteres auch im Winter mit dem Motorrad und Roller fahren. Wichtig ist dabei, die richtige Schutzbekleidung zu tragen, stets konzentriert zu sein und vorausschauend zu fahren“, erklärt Georg Scheiblauer, Motorrad-Chefinstruktor der ÖAMTC Fahrtechnik. „Klar ist jedoch: Bei Schnee lässt man Motorrad oder Roller am besten stehen, denn die Sturz- und Unfallgefahr ist viel zu hoch. Noch dazu habe ich als Motorradfahrer keine Knautschzone, damit steigt das Risiko schwerer Verletzungen.“ Wir haben hier gute Tipps für beides – zusammengestellt von der Experten der ÖAMTC Fahrtechnik.

Je früher gefährliche Situationen erkannt werden, desto mehr Zeit bleibt für die richtige Reaktion. „Bei winterlichen Bedingungen ist es noch wichtiger, nicht am Limit zu fahren“, rät Scheiblauer. Der Fahrer/die Fahrerin muss imstande sein, Fahrfehler anderer Verkehrsteilnehmer rechtzeitig abfedern zu können – und das ist nur möglich, wenn auf Sicht gefahren wird. Zudem ist es wichtig zu wissen, dass die Reifen auf kaltem Asphalt eine schlechtere Haftung haben und man somit schneller ins Rutschen kommen kann.

Mehr Grip bei kalten Temperaturen bieten Winterreifen für motorisierte Zweiräder. „Zwar gilt die Winterreifenpflicht für Motorräder und Roller in Österreich nicht, wir empfehlen die Nutzung aber dringend", so der Fahrsicherheitsexperte. Winterreifen sind zwar für Roller gut erhältlich, für Motorräder allerdings nur in wenigen Dimensionen. „Freilich helfen Winterreifen nur, wenn die Fahrweise entsprechend angepasst wird. Auch Reflektoren für eine bessere Sichtbarkeit sind unverzichtbar", so Scheiblauer.

Eine weitere, nicht zu unterschätzende Gefahr, die in der dunklen Jahreshälfte auch Zweiradfahrer und -fahrerinnen droht, ist eingeschränkte Sichtbarkeit am Morgen und späten Nachmittag. „Besonders wichtig ist es, im Herbst und Winter helle Schutzbekleidung zu tragen, am besten eben mit Reflektoren. Außerdem sollte man einen gut sichtbaren Helm tragen, um nicht so leicht von anderen übersehen zu werden“, erklärt Scheiblauer.

Wer Motorrad und Roller einwintern möchte, sollte sich an folgende Tipps halten:

• Reinigen. Das Bike muss gründlich gereinigt werden. „Danach sollte man die Kette schmieren“, rät der Motorradexperte der ÖAMTC Fahrtechnik.

• Volltanken. Um Korrosionsschäden bei Blechtanks vorzubeugen empfiehlt der Experte das Motorrad vollgetankt einzuwintern. Bei Kunststofftanks ist das nicht notwendig.

• Batterie abklemmen. „Um die Funktionstüchtigkeit der Batterie über den Winter zu erhalten, sollte man die Batterie abklemmen oder – noch besser – ausbauen und an ein Ladegerät anschließen“, rät Scheiblauer.

• Luftdruck erhöhen. Vor dem Abstellen den Reifendruck etwas erhöhen und das Motorrad auf den Hauptständer stellen oder aufbocken, damit sich die Reifen nicht platt stehen.

• Witterungsschutz. Motorrad und Roller sollten möglichst vor Schnee, Salz und Rollsplitt geschützt werden. „Wer selbst keine witterungsgeschützte Abstellmöglichkeit hat, kann eventuell einen Garagenplatz anmieten. Auch spezielle Abdeckungen bieten einen gewissen Schutz für das Zweirad“, so Scheiblauer. Parkt das Motorrad im Winter auf der Straße, sollte man regelmäßig kontrollieren, ob das Fahrzeug noch sicher steht. So können beispielsweise temporäre Halteverbote ein Umstellen notwendig machen.

• Stilllegen. „Wer sicher ist, dass er sein Motorrad in den Wintermonaten nicht nutzen möchte, kann das Kennzeichen bei der Kfz-Zulassungsstelle seiner Versicherung hinterlegen und so das Geld für die Versicherungsprämie sparen“, so der abschließende Tipp des Motorrad-Chefinstruktors der ÖAMTC Fahrtechnik.

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