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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
14.5.2021

Erwischt! Ducati Multistrada V4 Pikes PeakDie sportlichste Multi mit Einarmschwinge und 17-Zöllern!

  • Stärker vom Basis-Modell differenziert als bislang
  • Motor gegenüber der Reiseenduro unverändert
  • Voraussichtlich erhältlich in zwei Versionen

Als Ducati Ende 2020 die komplett neu entwickelte Multistrada V4 in drei verschiedenen Ausführungen präsentierte, wurde die Neuauflage einer bekannten Modellversion noch vermisst: der Multistrada Pikes Peak. Benannt nach dem Viertausender in Colorado, auf dem alljährlich der International Hill Climb stattfindet, bildete sie zuletzt die sportliche Speerspitze der V2-angetriebenen Multistrada-Baureihe. Jetzt hat unser Fotograf einen Prototypen der V4-angetriebenen Nachfolgerin auf einer Rennstrecke in Südeuropa abgelichtet.

Klar zu erkennen ist, dass das neue noch namenlose Modell das Rezept der bisherigen 1260 Multistrada Pikes Peak aufgreift und auf die Spitze treibt. Da sich die bereits bekannte Multistrada V4 in der aktuellen Generation in eine wesentlich alltags- und tourentauglichere Richtung entwickelt hat und damit nun direkt auf die Kundschaft des Platzhirsches BMW R 1250 GS zielt, scheint es, als würde sich die nun noch sportlicher orientiertere Nachfolgerin der Pikes Peak in Zukunft wesentlich stärker vom Rest der Baureihe abheben als dies bisher der Fall war.

Dies wird vor allem an Neuerungen am Fahrwerk deutlich: So wird beispielsweise das 19-Zoll-Vorderrad der Standard-Multistrada wieder durch ein 17-Zoll-Vorderrad ersetzt, wie es bereits beim bisherigen Modell der Fall war. Auch die mutmaßliche Hauptkonkurrentin BMW S 1000 XR geht diesen Weg. Beim Fahrwerk selbst hebt sich die Pikes-Peak-Nachfolgerin wesentlich stärker vom Basismodell ab als dies bisher der Fall war: So haben die Italiener für die Sportversion der Multistrada eine Einarmschwinge entwickelt, die zunächst ausschließlich an diesem Modell zum Einsatz kommen dürfte.

Auch die spezielle Öhlins-Federung vorn und hinten – anders als bei der Vorgängerin wird sie hier wohl semiaktiv – wird bei Ducati wohl nur in diesem Modell zum Einsatz kommen. Zudem kommen als Bremssättel Brembos Superbike-erprobte Stylema zum Einsatz und die Bereifung ist ebenfalls klar sportlich orientiert: auf den abgelichteten Prototypen waren Pirellis Rosso Corsa 2 montiert.

Damit dürfte klar sein, dass, anders als bei der Basis, der Fokus der nächsten Pikes Peak wieder ungleich stärker auf flottem Vorankommen auf Asphalt liegen wird. Auch die Tatsache, dass die hier gezeigten Prototypen intensiv auf einer Rennstrecke erprobt wurden (als Referenz war stets eine BMW S 1000 XR zugegen) scheinen diesen Eindruck zu erhärten.

Unabhängig davon wird jedoch optisch aus jedem Blickwinkel klar, dass es sich um eine Multistrada handelt. So wurden Rahmen, Heckrahmen, Verkleidung und Lampeneinheiten ebenso unverändert vom bisherigen Modell übernommen wie auch der sichtbar verbaute Bosch-Radartempomat; auch der V4 Granturismo-Motor scheint äußerlich unverändert. Damit dürften sich die motorischen Änderungen auf neue, sportlicher ausgelegte Fahrmodi mit entsprechend schärferer Gasannahme und leicht angepassten Drehmomentverlauf beschränken, die Nennleistung dürfte bei unverändert stattlichen 170 PS verharren, der Hubraum bei 1158 ccm.

Bleiben die Fragen nach dem Preis und Verkaufsstart: Bislang bildete die 1260 Pikes Peak auch preislich die Speerspitze der Multistrada-Baureihe und dies wird Ducati auch bei der Nachfolgerin zweifellos beibehalten. Damit dürften die knapp 21.000 Euro Einstiegspreis, die die Italiener für die Multistrada V4 S in Deutschland aufrufen (in Österreich knapp 25.000 Euro) sicherlich um 1500 bis 2000 Euro überboten werden, vermutlich auch abhängig von der Ausstattungsvariante. Denn die hier abgelichteten Prototypen deuten darauf hin, dass es die Pikes Peak, falls diese nicht sogar einen neuen Namen bekommen sollte, in zwei verschiedenen Varianten geben wird: Eine mit klassisch hoher Tourenscheibe und eine Version, die lediglich einen aerodynamisch optimierten Windabweiser an der Front trägt.

Beide Versionen dürften im Herbst 2021 im Rahmen der Eicma in Mailand vorgestellt werden und im Frühjahr 2022 beim Händler stehen.

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