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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
peter.schoenlaub@motorrad-magazin.at
29.11.2017

Mazda CX-5Unser tägliches rot

Neuzugang in der Motorradmagazin-Garage: Über den Winter testen wir ein SUV, das uns auf gehobene Weise einheizen wird.

Den ersten Härtetest hat der hübsche Mazda schon hinter sich: Im Eilzugstempo brachte er die Motorradmagazin-Crew zur Mailänder Messe, wo wir von einem Termin zum nächsten hetzten, Neuigkeiten aufsammelten und reihenweise Interviews führten. Eine entspannte An- und Abreise über jeweils rund 900 Autobahnkilometer lernt man da gebührlich zu schätzen.

Und die bietet der neue CX-5 in ganz besonders ausgeprägter Form, vor allem im akustischen Bereich: Weitaus aufwändigere Dämm-Maßnahmen machen die zweite Generation des Bestsellers zu einem der leisesten SUV, die wir in dieser Klasse gefahren sind. Die dank ausgefeilter Aerodynamik ohnehin geringen Windgeräusche werden gemeinsam mit den Abrollgeräuschen wirksam aus der Wahrnehmung gefiltert. Umso erstaunlicher, als unser CX-5 mit mächtigen 19-Zoll-Rädern bestückt ist, deren Niederquerschnittreifen gut aussehen, aber üblicherweise als Quellen für Härte und Lärm bekannt sind.

Klar, im Fahrwerk geht’s ein wenig straffer zu als beim Mazda6 Sport Combi, den wir zuvor im Härtetest laufen hatten. Der höhere Schwerpunkt von SUV führt zwangsläufig zu einer rigideren Auslegung der Federn und Dämpfer, um ein Aufschwingen oder Wankneigungen der Karosserie zu minimieren. Diese knackigere Abstimmung ist freilich kein Beinbruch, zumal sie ein schönes, direktes Fahrgefühl zur Folge hat. Und über kleine Absätze wie Kanaldeckel zieht der CX-5 trotzdem sauber und ohne auszuteilen.

Als SUV modernster Prägung gelingt dem Mazda auch ein feiner Spagat zwischen äußerer Kompaktheit und innerer Größe. Bei 4,55 Meter Außenlänge muss man in der Wiener (oder Mailänder) Innenstadt kein Einpark-Tetris spielen, umgekehrt stellt der Kofferraum mit 506 Liter Fassungsvermögen ein genauso familien- wie redaktionstaugliches Volumen bereit. Vorne und im Fond sitzt man ohnehin in räumlicher Opluenz; in unserer herrschaftlichen Ausstattungsversion „Revolution Top“ sogar in beiden Reihen mit Sitzheizung, vorne zusätzlich mit elektrischer Verstellung und Memory-Funktion.

Weil wir gerade beim Equipment sind: Die Liste ist so lang, dass wir lieber erzählen, was wir als Extras an Bord haben: das Navi, die hinreißende Lackierung „Crystal Soul Red“ und die Anhängekupplung. That’s it. Der Rest ist serienmäßig, und damit meinen wir nicht nur den erkennbaren Luxus mit Lederposterung, Bose-Sound & Co, sondern auch ein technologisches Paket mit Fernlichtassistenten, City-Notbremsassistenten vorne und hinten, adaptivem Tempomat, Spurwechselassistent samt Ausparkhilfe, Rückfahrkamera, einem extragroßen, fast allwissenden Head-up-Display und vielem mehr.

Bei all dem schafft es der Mazda dennoch, nicht bevormundend zu wirken. Das Brimborium rund um autonomes Fahren geht uns nämlich ziemlich auf die Nerven, weil das ja impliziert, das Autofahren eine Lästigkeit sei, die es loszuwerden gilt. Im neuen Mazda CX-5 macht das Fahren aber richtig Spaß: Der geschmeidige Skyactiv-Motor ist ein Wunderwerk, das auch jegliches Diesel-Bashing ad absurdum führt: leise, sanft, dabei stark im Druck und mit real einlösbaren Verbrauchswerten gesegnet, die bei den meisten Benzinern und sogar manchen Hybriden reine Märchengeschichten sind (rund um sieben Liter). Im Zusammenspiel mit einer präzisen, kurz geführten Sechsgangschaltung und einer auf den Punkt getroffenen Lenkung ist das Fahren ein Genuss, den man keinem Computer gönnen möchte.

So gehen wir gleichermaßen entspannt wie gespannt in die Wintersaison, wo wir nicht nur den Allrad auf die Probe stellen werden, sondern auch die Fähigkeiten des SUV als Zugfahrzeug – natürlich Richtung Süden, sooft es unser Zeitplan zulässt.

Mazda CX-5 CD175 AWD Revolution Top
Technische Daten

2191 ccm • 129 kW/175 PS • 420 Nm • Kofferraum: 506–1620 l • L/B/H: 4550/1840/1680 mm • Eigengewicht: 1657 kg • Zuladung: 486 kg • Anhängelast gebr./ungebr. 2000/750 kg • 0–100: 9,2 s • 209 km/h • CO2: 142 g/km • Testverbrauch: 6,7 l/100 km • Preis: € 40.890,– (Stand Nov. 2017)

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