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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
15.2.2021

Motorradfahren in DeutschlandDiese Verkehrsregeln sollten Sie kennen

Andere Länder, andere Sitten – das gilt für das Essen, die Kultur, fürs Autofahren und fürs Motorradfahren. Die Verkehrsregeln für Motorradfahrer in Deutschland sind im folgenden Beitrag zusammengefasst. Die Übersicht zeigt: In vielen Punkten sind Motorradfahrer Autofahrern gleichgestellt, beispielsweise was das Abstandhalten und das Überholen angeht. Auch die Höchstgeschwindigkeiten sind einzuhalten – und werden mit immer pfiffigeren Methoden überprüft. Allerdings gibt es für Motorradfahrer auch mehr Details zu berücksichtigen, was das Verhalten im Straßenverkehr angeht.

Vorbildlich wie in der Fahrschule – so sollte ein Motorradfahrer fahren

Und das bedeutet für deutsche Verhältnisse, dass Motorradfahrer nicht freihändig fahren dürfen. Die Hände sind stets am Lenker, die Füße sind auf den Fußrasten. Auf dem Kopf muss ein Motorradfahrer zwingend einen Helm tragen. Das gilt für alle Motorradfahrer, deren Maschine schneller als 20 Stundenkilometer fährt, sowie für Beifahrer. Ohne Helm zu fahren, wird bestraft – und zwar je nach dem Alter des helmlosen Mitfahrers. Ein Fahrer ohne Schutzhelm muss 15 Euro Strafe bezahlen; ein Kind ohne Schutzhelm kostet 60 Euro Strafe.

Das Fahren auf nur einem Rad ist verboten – und würde ein Bußgeld in Höhe von 50 Euro kosten, wenn der Motorradfahrer erwischt würde. Ebenso das Anhängen an andere Fahrzeuge. Hat ein Motorrad einen Defekt, dann muss der Fahrer es zur nächsten Werkstatt oder zu einem Abschlepper schieben. Sogenannte Krafträder, so heißen Motorräder im deutschen Gesetz, dürfen nicht von einem anderen Verkehrsteilnehmer abgeschleppt werden. Wer sich dieser Regelung widersetzt, riskiert ein Bußgeld in Höhe von 10 Euro. Möchte der Motorradfahrer jemanden auf seinem Kraftrad mitnehmen, muss es einen extra Sitz mit Haltesystem und Fußstützen für den Beifahrer auf dem Motorrad geben. Das Mitnehmen eines Beifahrers ohne Haltesystem würde mit 5 Euro Strafe geahndet.

Aus der Straßenverkehrsordnung … für Motorradfahrer gibt es spezielle Verkehrszeichen

Es gibt in Deutschland zwei Verkehrszeichen, die sich ausschließlich an Motorradfahrer richten.

• Dabei handelt es sich zum einen um das Schild mit der kryptischen Nummer 1022-12, das eine rechteckige Form und einen schwarzen Rahmen hat und einen schwarzen Motorradfahrer zeigt. Darunter steht: „frei“. Die Erklärung ist simpel: Auf der Straße oder auf dem Weg mit diesem Kennzeichen dürfen Krafträder (also Motorräder), Kleinkrafträder und Beiwagen fahren. Dieses Schild ist ein Zusatzschild, meist aufgestellt mit einem Fahrverbot – von dem eben die genannten Zweiräder ausgenommen sind.

• Auch das zweite Verkehrszeichen, das exklusiv für Motorradfahrer aufgestellt wird und die Nummer 255 trägt, kennt jeder – nur kaum einer unter dieser Nummer. Das Verkehrszeichen ist rund, hat einen dicken, roten Rand und einen Motorradfahrer in der Mitte. Klar, dass dieses Kennzeichen heißt, dass Motorräder, Mofas und Kleinkrafträder hier nicht fahren dürfen.

Gibt es spezielle Parkareale für Motorradfahrer?

In puncto Parken hat ein Motorrad in Deutschland dieselben Rechte wie ein Auto. Das heißt: Auch wenn ein Motorrad deutlich kleiner in den Ausmaßen ist, darf es in einer Parkbucht für ein Auto stehen. Bürgersteige, die rein optisch und mit Blick auf die Ausmaße als Parkplatz für ein Motorrad „ausreichend“ erscheinen, sind noch lange nicht erlaubt. In größeren Orten gibt es speziell ausgewiesene Motorradparkplätze, die den Zwist zwischen Auto- und Motorradfahrern regulieren sollen, denn dann hat jeder seinen zugewiesenen Parkplatz.

So sieht ein verkehrssicheres Motorrad aus

Um auf den deutschen Straßen fahren zu dürfen, muss das Motorrad verkehrssicher sein. Neben dem Sitz für den Fahrer mit Haltesystem und Fußstützen spielt hier auch die Beleuchtung eine große Rolle. Um auf einer Straße durch Deutschland cruisen zu können, braucht ein Motorrad in puncto Beleuchtung ...

• einen Scheinwerfer, der nach vorne leuchtet,
• eine Schlussleuchte und einen Rückstrahler, der nach hinten leuchtet,
• sowie Bremsleuchten.

Klassische Rückfahrscheinwerfer braucht ein Motorrad in der Regel nicht. Achtung: In Deutschland ist nur ein Nebelscheinwerfer erlaubt, auch wenn das Motorrad über einen Beiwagen verfügt. Eine beleuchtete Markierung über die Breite des Fahrzeugs ist nur dann nötig, wenn ein Beiwagen zum Motorrad gehört.

Wann braucht es auf deutschen Straßen welches Licht?

Tagsüber können Motorradfahrer mit Tagfahrleuchten oder Abblendlicht fahren; nachts ist das Abblendlicht Pflicht. Der Nebelscheinwerfer kommt bei Nebel, aber auch bei Schnee und Regen zum Einsatz. Wer tagsüber ohne Licht fährt, muss mit einer Geldstrafe von 10 Euro rechnen. Das Bußgeld erhöht sich auf 15 bzw. 35 Euro, wenn andere Verkehrsteilnehmer gefährdet werden oder die mangelnde Beleuchtung einen Unfall zur Folge hat.

Wie sicher ist das Fahren in Deutschland für Motorradfahrer?

Statistisch betrachtet ist die Zahl der Verunglückten und derer, die bei einem Verkehrsunfall in Deutschland zu Tode gekommen sind, rückläufig. Im Jahr 2019 verunglückten 27.850 Motorradfahrer, 542 verstarben im Straßenverkehr. Der Zehn-Jahres-Rückblick auf das Jahr 2009 unterstreicht den erleichternden Abwärtstrend. Im Jahr 2009 verunglückten 30.370 Motorradfahrer in Deutschland; 650 verstarben. Das sind 8,3 Prozent weniger Verunglückte im Straßenverkehr und knapp 20 Prozent weniger Todesopfer binnen zehn Jahren.

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