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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
28.12.2021

Dakar 2022 VorschauMatthias Walkner mit neuem Bike und Doppel-Airbag

In Kürze ist es wieder soweit: Das Motorsportjahr startet gleich mit einem seiner Highlights – der Rallye Dakar. Zum dritten Mal geht es 2022 durch die Wüste Saudi-Arabiens, wo erneut die sandigen Daumenschrauben angezogen werden: Noch mehr Rieselfähiges und Dünen als bisher verspricht der Veranstalter – und damit einhergehend auch höchste Anforderungen an die Navigationfähigkeiten der Teilnehmer.

Und keine Sorge: Auch diesmal ist die Rallye nichts für Schattenparker. 8375 Kilometer sind in zwölf Etappen zu absolvieren, 4258 Kilometer davon auf Zeit. Der Start erfolgt in Jeddah am Roten Meer (am 1. Jänner mit einer 834 Kilometer langen Verbindungetappe und nur 19 Kilometer gegen die Uhr), der Rasttag wird am 8. Jänner in der Hauptstadt des Landes, Riad, begangen. Der Zieleinlauf erfolgt am 14. Jänner wieder in Jeddah. Zwei Marathon-Etappen verschärfen das Menü zusätzlich.

Wir hatten kurz vor der Abreise noch einmal Gelegenheit mit unserem rot-weiß-roten Champ Matthias Walkner zu sprechen. Für den Sieger von 2018 st es bereits die achte Dakar, womit der Salzburger mittlerweile zu den routiniertesten Piloten unter den Werksfahrern aller Couleur zählt. 

Hiasi ist auch guter Dinge und meint, dass er bei keinem der sieben Einsätze zuvor so gut und professionell vorbereitet gewesen wäre. Auch körperlich fühlt er sich topfit, dazu mental gleichermaßen entspannt wie positiv motiviert – kein Wunder, als frisch gebackener Rallye-Weltmeister. Da sein Werksvertrag mit KTM nach diesem Einsatz ausläuft, könnte es zwar theoretisch seine letzte Dakar sein, aber da ist natürlich das finale Wort noch längst nicht gesprochen. Auf jeden Fall ist sich Hiasi auch bewusst, welches Privileg es ist, durch solche Gegenden zu fahren, die man als normaler Mensch oder Tourist nie zu sehen bekommt: „Vor vier Jahren war mir das noch relativ egal“, lacht er. Freilich: Auch wenn der 35-Jährige mittlerweile zwischendurch nach links und rechts blickt, eine Dakar ist alles andere als eine Urlaubsreise.

Die Motivation rührt auch daher, dass es einige spannende News gibt. Zunächst bei KTM selbst: Mit Norbert Stadlbauer bekam das Team zu Jahresbeginn ’21 einen neuen Chef, dem Matthias Rosen streut: „Ich kenne ihn noch aus meinen Motocross-Jahren, wir hatten immer ein sehr gutes Verhältnis, und auch im neuen Job hat Norbert gleich viel weitergebracht.“

Gemeint ist damit vor allem die Entwicklung des neuen Motorrads, das bei der Dakar Premiere feiert. Den Werksfahrern (auch der Schwestermarken Husqvarna und GasGas) war es freigestellt, ob sie für die Dakar diese Neuentwicklung oder die bewährte 450 Rally wählen. Matthias: „Das war für mich nach der gelungenen Saison keine leichte Entscheidung. Ich habe sie auch bis zwei Wochen vor der Abreise hinausgezögert, mich aber letztlich dann doch für das neue Modell entschieden. Aussschlaggebend war, dass wir zuletzt große Schritte beim Fahrwerk gemacht haben. Jetzt fühle ich mich darauf so wohl wie schon lange nicht mehr.“

Das Bike ist von Grund auf (Rahmen, Tank!) neu und scheint viel einfacher fahrbar zu sein, vor allem weniger Krafteinsatz zu benötigen. „Je schwieriger das Terrain, desto größer ist der Unterschied“, sagt Hiasi. Das neue Bike ist auch leichter, der Motor wurde leistungsmäßig modifiziert. Rund 70 bis 80% des Motorrads sind unterm Strich neu, man habe es geschafft, die Vorzüge eines superleichten, handlichen Rallyebikes mit der Stabilität des alten Motorrads zu verbinden, schwärmt Hiasi. Auch deswegen haben sich schließlich alle Werksfahrer für die neue Variante entscheiden, mit zwei Ausnahmen: Jungstar Daniel Sanders (GasGas) startet wie Ex-MotoGP-Star Danilo Petrucci auf dem bisherigen Modell.

Auch in der Ausrüstung sind News zu vermelden. Matthias Walkner – bekannt für seine Akribie in solchen Dingen – hatte es sich über den Sommer zum Ziel gesetzt, die Airbagweste nach ihrer Rennpremiere im Vorjahr deutlich weiterzuentwickeln; dies geschah in direktem Kontakt mit Alpinestars. Jetzt soll die Weste um „50% besser“ sein, erklärt Walkner. Größter Unterschied: Dank zweier Patronen kann die Weste zwei Mal auslösen. Dass dies bei 900 Kilometern am Stück durch die Pampa sehr nützlich sein kann, liegt auf der Hand. Außerdem konnte die Weste nach den Inputs von Hiasi auch im Tragekomfort und in der Belüftung deutlich verbessert werden.

Noch zwei weitere Änderungen. Erstens: Die unter anderem von Heinz Kinigadner im Vorjahr durchgesetzte Reifen-Kontingentierung (um das Durchschnittstempo zu senken) wurde wieder abgeschafft, die Piloten können also wieder nach Belieben frische Ware aufziehen. Und zweitens: Der Promotor der Dakar, ASO, hat nun auch die Organisation und Vermarktung der FIM Rallye-WM übernommen. Erstmals zählt daher die Dakar bereits als erster Lauf zur neuen Saison der Rally Raid Championship.

Kommen wir zuletzt noch zur Analyse der Kräfteverhältnisse und zur Sichtung der aussichtsreichsten Sieg-Kandidaten. Klar ist: Nach zwei Siegen von Honda in Folge will das erfolgsverwöhnte KTM-Team die Krone wieder nach Mattighofen holen. Dafür wurde auch am Fahrermarkt eingekauft: Kevin Benavides, der Sieger von 2021, wechselt von Honda zu Toby Price und Matthias Walkner ins Red Bull KTM Factory Team. In dieser Konstellation ist das Trio auch mit Abstand die stärkste Mannschaft – jeder bereits ein Dakar-Sieger, Toby Price als einziger im Feld mit zwei Siegen. Der Australier ist überhaupt die heißeste Aktie: Bei sieben Antritten gewann er zwei Mal und schaffte es weitere drei Mal aufs Podium; zwei Mal schied er aus. Anders gesagt: Wenn er durchkam, stand er immer am Treppchen. Aber auch Matthias selbst hat gute Quoten: mit einem Sieg und zwei zweiten Plätzen. „Ich denke doch, dass mit mir zu rechnen ist“, grinst er. Im erweiterten Werksteam (Tech3 Factory Racing) startet Danilo Petrucci, der sicherlich viel Sympathie und Aufmerksamkeit genießt, aber wohl kaum um vordere Plätze mitfahren wird können.

Für Kevin Benavides musste ein anderer Dakar-Sieger den Platz im KTM-Team räumen: Sam Sunderland. Der Brite verstärkt nun das Werkstam von Schwestermarke GasGas, wo er mit Daniel Sanders ein schlagkräftiges, siegfähiges Duo in Rot-Weiß bildet. 

Letztes Austro-Team ist das Rockstar Energy Husqvarna Factory Racing Team, das auf seinen langjährigen Topstar verzichten muss: der Chilene Pablo Quintanilla hat als Ersatz für Benavides zu Honda gewechselt. Für die Austro-Schweden gehen 2022 der Amerikaner Skyler Howes und der Argentinier Luciano Benavides an den Start – mit Außenseiterchancen.

Für KTM wird ein Sieg sicherlich über das Monster Energy Honda Team laufen. Auch die Flügelstürmer sind gut aufgestellt, mit Ricky Brabec als klarem Sieganwärter. Der Amerikaner konnte 2020 gewinnen und war 2021 Zweiter. Pablo Quintanilla ist auf seiner zehnten Dakar und nach zwei Podestplatzierungen längst reif für einen Sieg, auch José Ignacio Cornejo Florimo hat seine Talentproben abgeliefert. Und dann gibt’s ja auch noch Joan Barreda Port. Der Spanier zählt zu den allerschnellsten Fahrern der Szene, hat aber in elf Dakar-Auftritten fünf Ausfälle und als beste Platzierung einen fünften Rang vorzuweisen. Auf der anderen Seite konnte er bereits 27 Etappensiege erringen – so viele wie Jordi Arcarons. Nur Stephane Peterhansel und Cyril Després (je 33) haben mehr am Konto. Für Barreda wird es also wohl eher um diese Wertung gehen, man darf wie immer Vollgas erwarten.

Und der Rest? Wird wie immer um gute Platzierungen und Achtungserfolge kämpfen. Als best of the rest muss man wohl das Monster Energy Yamaha Rally Team ansehen, das mit Ross Branch, Andrew Short und Adrien van Beveren für die eine oder andere Überraschung gut sein könnte – für den Sieg aber eher nur Außenseiterchancen hat. Werkteams und damit mehr Farbe bringen unter anderem auch Hero, Rieju, Sherco und erstmals auch Fantic ins Feld.

Wir halten allen Startern die Daumen und hoffen, dass die Dakar 2022 mit viel Action, aber ohne schwere Unfälle abläuft. Ganz besonders wünschen wir den vielen Privatiers und Einzelkämpfern alles Gute und eine eindrucksvolle Marathon-Veranstaltung, die jetzt schon alle Zutaten für zwei spannende Rennwochen bietet. Mögen die Sandspiele beginnen!

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