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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
peter.schoenlaub@motorrad-magazin.at
19.1.2023

Seat MÓ eScooter 125 PerformanceErster Test mit mehr Power

Die Kooperation zwischen Seat und der jungen Elektromarke Silence – beide in oder um Barcelona ansässig – ist bislang eine Erfolgsgeschichte. 2021 wurde man in Österreich der meistverkaufte E-Roller im 125er-/A1-Segment, und 2022 konnte man noch einmal kräftig zulegen: 267 Scooter wurden gemeinsam zulassen – das entspricht fast jedem fünften Roller in dieser Klasse!

Nun legen die Spanier nochmals nach: Auf der vergangenen Eicma wurde die zusätzliche Premiumvariante „Performance“ präsentiert, die vor allem anspruchsvollere Fahrerinnen und Fahrer gewinnen und für weiteres Wachstum sorgen soll.

Wo liegen die Unterschiede? Der wesentliche Sprung wurde beim Fahrwerk gemacht. Ein genauer Blick aufs Fahrzeug identifiziert sofort das verstellbare Öhlins-Federbein mit Ausgleichsbehälter. Parallel dazu soll die Gabel ebenfalls verbessert und mit zehn Millimeter mehr Federweg neu abgestimmt worden sein. Der erhöhten Performance tragen auch stärkere Bremsen Rechnung, die neuen Wave-Scheiben und Bremsbeläge bezieht man nun bei Galfer.

Stichwort erhöhte Performance: Die Nennleistung beträgt zwar weiterhin 7,5 kW (rund 10 PS), die Spitzenleistung steigt aber auf nun 11,5 kW (15,6 PS), womit man an der Ampel deutlich saftiger beschleunigen soll: in 2,9 statt bislang 3,9 Sekunden auf 50. Neu ist außerdem ein sogenannter Boost-Modus, der per Tastendruck aktiviert wird. Damit steht für 30 Sekunden mehr Topspeed (105 statt 95 km/h) zur Verfügung. Der Boost-Modus kann im Sportmodus bei Geschwindigkeiten über 80 km/h alle drei Minuten aktiviert werden. Die offizielle Reichweite bleibt mit 133 Kilometer genauso unverändert wie die witzige Möglichkeit, den Akku aus dem Fahrzeug zu ziehen und als „Trolley“ einer normalen Steckdose zuzuführen. Vollladen dauert übrigens zwischen sechs und acht Stunden.

Letzter Unterschied: Der Seat MÒ eScooter Performance erhielt eine Premiumsitzbank, die sich durch eine Alcantara-ähnlich Sitzfläche und eine etwas veränderte Form kennzeichnet. Dazu kommen noch kleine Upgrades beim Styling wie dreidimensionale Badges statt Aufkleber oder eine dunkel getönte Scheibe. Die neuen Farben Tarifa Blau und Barcelona Grau sind ebenfalls der Performance-Version vorbehalten.

Wie machen sich das neue Fahrwerk und die Boost-Funktion beim Fahren bemerkbar? Ganz klar ist: Das neue Federbein bringt deutlich mehr Souveränität und vereint notwendige Straffheit mit gutem Komfort. Leider lässt sich dies nicht in vollem Umfang auch von der Gabel behaupten. Sie ist wieder ein kleiner Schritt auf dem Weg der Besserung (der erste Mó eScooter Anfang 2021 hatte eine noch ganz staksige Gabel), dennoch bleibt immer noch Raum für weitere Updates. Die neue Gabel lässt Feedback und letztgültige Stabilität vermissen, taucht bei harten Bremsmanövern zu stark ein und gibt beim Einfedern außerdem ein vernehmliches Klacken von sich. Für die Stadt fraglos völlig in Ordnung würden wir uns für flotte Überland-Ausflüge eine baldige nächste Evolutionsstufe wünschen.

Die neuen Bremsen sind recht bissgewaltig, erfordern vor allem an der Vorderbremse daher ein wenig Eingewöhnung. Umso mehr ist es schade, dass für den Seat Mó eScooter 125 weiterhin kein ABS zur Verfügung steht. Bei Schreckbremsungen scheinen mit dieser scharfen Abstimmung blockierende Räder unvermeidlich. Darauf angesprochen erklären die Seat-Projektleiter, dass ein ABS in Kooperation mit Bosch in Vorbereitung sei. Vor Ende 2023 solle man aber nicht mit dem Marktstart der ABS-Version rechnen.

Alles sonnig hingegen im Bereich des Antriebs: Mit dem Seat Mó eScooter 125 unterwegs zu sein, macht nun noch mehr Spaß als bislang bereits. Die Abstimmung des Elektroantriebs ist hervorragend gelungen, man kann die Kraft sanft und sauber anlegen, ohne Ruckelei oder Verzögerungen.

Die Beschleunigung selbst ist sportlicher als in der Standardversion und durchaus beeindruckend, aber nicht so, dass einem die Stirn schweißgeflutet wird und das Hirn ins Hinterzimmer schwappt. Es geht einfach sehr zügig weg von der Ampel, und genau so soll’s ja auch sein.

Die neue Boost-Funktion erfüllt ihre Aufgabe übrigens auch sehr gut: Auf der Autobahn wird dadurch auf Knopfdruck ein zusätzlicher kleiner Kick verfügbar, und schon geht’s noch einmal flotter voran. Leider eben nur für 30 Sekunden. Die angegebenen Höchstgeschwindigkeiten haben wir auf der Autobahn laut Tacho locker um jeweils 10, 15 Stundenkilometer übertroffen. Und auch da benimmt sich der Roller noch vertrauenerweckend, sodass man angstfrei unterwegs ist. Einen etwas besseren Windschutz würden wir uns allerdings für solche Etappen schon wünschen.

Unterm Strich: Der Seat Mó eScooter 125 ist nicht ohne Grund ein so großer Erfolg – rund 10.000 Stück wurden von ihm in zwei Jahren in mittlerweile 15 Ländern verkauft. Er ordnet sich in der Mitte des elektrischen Angebots ein, ist unkompliziert, mit 155 Kilo vergleichsweise leicht und mit seinem großen Staufach (zwei Integralhelme passen unter den Sattel) auch praktisch. Seine Performance ist für die Stadt überqualifiziert und lässt ihn auch auf der Landstraße mitschwimmen, dazu ist er exzellent verarbeitet und bietet die witzige Trolley-Lösung für den entnehmbaren Akku. Mit ABS und noch etwas souveränerer Gabel wäre das Paket aus unserer Sicht perfekt.

Einzige Einschränkung: Man muss mit im Vergleich zu Benzinrollern doch deutlich heftigeren Preisen rechnen. Allein der Aufpreis für die neue Performance-Version beträgt 1700 Euro, womit gesamt 8699 Euro aufgerufen werden. Nach Abzug der staatlichen E-Mobility-Förderung sind es immer noch 7999 Euro. Die Zukunft kostet eben.

Seat Mó eScooter 125 Performance: die technischen Daten zum Herunterladen

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