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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
3.8.2020

Die neue KTM RC 390!Erwischt: Prototyp des neuen A2-Sportlers

  • Überarbeiteter Hauptrahmen, neuer Heckrahmen
  • Verbesserte Ergonomie
  • Komplett neue Verkleidung. Design mit Anleihen bei RC8.
  • Modifizierter Motor mit neuem Zylinderkopf und neuer Krümmerführung für Erfüllung der EU5-Emissionsregularien

Vorgestellt auf der EICMA 2013 wurde die KTM RC 390 zunächst im Hinblick auf die wachsenden Märkte in Asien und Südamerika entwickelt. Doch auch hier in Europa wird das A2-konforme Sportbike für KTM immer wichtiger.

Nun wird Ende 2020 sein Nachfolger enthüllt, allen Verzögerungen durch die Corona-Krise zum Trotz. Daran lässt sich bereits ablesen wie wichtig die neue kleine Einzylinder-Baureihe für KTM weltweit ist: in Asien, um Premium-Kunden zu binden (dort gelten bereits Motorräder ab 250 ccm als „Big Bikes“) und in Europa und teilweise auch Nordamerika, um junge Kunden an die Marke heranzuführen.

Zu diesem Zweck entwickeln die Oberösterreicher eine neue Modellfamilie in der Einsteigerklasse, die nach und nach vorgestellt wird und die in Teilen auf dem aktuellen 390er-Modellen basiert, aber auch in Teilen neu konstruiert wurde. Nach der Ende 2019 vorgestellten 390 Adventure, die zum Großteil auf dem Rahmen der aktuellen 390 Duke basiert, folgt Ende 2020 die Vorstellung des Einsteiger-Sportbikes RC 390.

Auch sie basiert weitestgehend auf dem Rahmen der noch aktuellen 390 Duke, doch nahezu alle weiteren Spezifikationen wurden stark überarbeitet oder gleich komplett neu entwickelt. So fallen an den von uns erwischten Prototypen vor allem das komplett neue, nun wesentlich gefälligere Styling ins Auge. Markantestes Merkmal wird die völlig neu gestaltete Front, die nun gefälliger wirkt. Ins Auge fällt dabei vor allem die Integration des KTM-typisch geformten LED-Tagfahrlichtes. Dieses ist am äußeren Rand der Verkleidung positioniert und geht in den oberhalb sitzenden Blinker über. Beides sitzt außerhalb des eigentlichen Hauptscheinwerfers, der weiterhin Abblend- und Fernlicht beinhaltet, nun allerdings in einer Voll-LED-Einheit zusammengefasst. Die Lampeneinheiten sind gemeinsam von einer Plexiglasscheibe überzogen, die nahtlos in die Frontscheibe übergeht und dadurch den Eindruck einer voll verglasten Front erzeugt. Das sorgt für einen harmonischeren und dennoch markanten Look, der noch mehr auf die vorwiegend junge Kundschaft der bisherigen RC 390 abzielt.

Die Verkleidung selbst erscheint weitaus voluminöser als im aktuellen Modell, was vor allem dem Windschutz zugute kommen wird. Damit scheinen die Mattighofener der gewachsenen Bedeutung der kleinen RC für den europäischen Markt Rechnung zu tragen und den anderen Anforderungen, die dieser mit sich bringt. So sind in Europa und Nordamerika beispielsweise die Kunden durchschnittlich größer als im asiatischen, ehemaligen Kernmarkt der 390er-Reihe, was sowohl in der Entwicklung der Aerodynamik (beispielsweise beim Windschutz), als auch der Ergonomie Herausforderungen mit sich bringt. Diese wird auch beeinflusst durch den komplett neuen Heckrahmen, der sich im Lauf des Entwicklungsprozesses noch stark verändert hat und nun Platz schafft für eine wesentlich tiefer positionierte Sitzmulde. Zusammen mit neu positionierten Fußrastern und einem neu geformten Lenker dürfte dies in mehr Langstreckenkomfort für verschiedene Fahrergrößen resultieren; ähnliches gilt auch für den Soziussitzplatz.

Technisch fällt äußerlich sonst vor allem die neue Bremsanlage ins Auge, die wesentlich leistungsfähiger sein dürfte. Kaum zulegen hingehen wird der Motor: Der bewährte 373 ccm große Einzylindermotor, der jedoch im Hinblick auf die schärferen EU5-Emissions- und Geräuschvorschriften angepasst wird, kommt weiterhin zum Einsatz. Neben einem leicht veränderten Zylinderkopf wird hier vor allem die Krümmerführung modifiziert, welche in einer neuen Abgasanlage mit großem Vorschalldämpfer mündet. Die Leistung von 44 PS und das Drehmoment von 35 Newtonmeter bleiben wohl unangetastet.

Der modifizierte Einzylinder wird auch in der neuen 390 Duke zum Einsatz kommen, die Ende 2021 vorgestellt werden wird. Anders als die RC 390 erhält die Duke jedoch auch einen komplett neuen Hauptrahmen und bildet so die Basis für die danach folgenden neuen kleinen Einzylindermodelle der Österreicher, wie z. B. die neue 125 Duke, die Ende 2022 an den Start gehen wird. Parallel dazu wird dann auch die KTM 490er-Reihe vorgestellt, eine neue Modellfamilie auf Basis des abgewandelten 790er-Reihentwins.

So gerüstet hat KTM alle Zutaten, um sowohl in Europa als auch in Asien im Kampf um Marktanteile bei den Einstiegsbikes munter mitzumischen.

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