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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
8.12.2021

BSA Gold Star 2022Auferstehung mit Geburtshilfe aus Graz

Das Revival war schon länger angekündigt. Nachdem sich der indische Mahindra-Konzern (ein Big Player mit 200.000 Mitarbeitern!) die Rechte an BSA im Jahr 2016 gesichert hatte, wurde bestätigt, dass man die klassische Marke auferstehen lassen würde und mit neuen Modellen zu rechnen sei.

Nun ist es soweit. Auf der größten britischen Motorradmesse in Birmingham wurde Angfang Dezember das erste neue Modell enthüllt: die BSA Gold Star 650 – ein sehr klassisches Retrobike mit Einzylinder, das in der beliebten A2-Führerscheinklasse verortet wird.

Dass man mit einem Classic-Bike starten würde, das war freilich zu erwarten. Immerhin steht hier ja der Erfolg von Royal Enfield Pate. Deren extrem steiler Aufstieg in den letzten zehn Jahren erfolgte ja auch mit Classic-Bikes in unterschiedlichen Ausformungen. Und als Inder haben die Mahindra-Manager dieses Beispiel natürlich direkt vor Augen.

Was dann doch überrascht, ist die Konsequenz, mit der man sehr nahe am Original bleib; stilistisches Vorbild war die BSA DBD34 – und das neue Modell wirkt wie ein direkter Nachfolger im Geiste dieser Ahnengalerie.

Selbstverständlich musste es daher auch ein Einzylinder sein, der für das Modell neu entwickelt wurde. Heutzutage eine ungewöhnliche Lösung, da diese Leistungs- und Hubraumklasse ja üblicherweise mit einem Zweizylinder bespielt wird – siehe auch die 650er-Modelle von Royal Enfield oder die Kawasaki W800. Dieser eigene Weg von BSA muss freilich nicht schlecht sein, sondern kann dabei helfen, der jungen, alten Marke ein eigenes Profil zu verschaffen und sich wieder am Markt zu etablieren; man wird sehen.

Kurz zum Motor. Der 652-ccm-Einzylinder verfügt durchaus über moderne Attribute: zwei oben liegende Nockenwellen, Vierventiltechnik, Benzineinspritzung und Flüssigkühlung. Trotz letzterer wurde er mit schönen Kühlrippen ausgerüstet, um den klassischen Look zu wahren. Natürlich nach Euro 5 homologiert leistet der Motor 46 PS und ein maximales Drehmoment von 55 Newtonmeter. Dies soll allerdings nur die gedrosselte Variante sein, erklärte Ashish Joshi, der CEO von Classic Legends, der zuständigen Tochterfirma von Mahindra. Wir dürfen also in der Folge wohl auch weitere Modelle mit mehr Power aus diesem Einzylinder erwarten. Noch zwei Details, die für die moderne Machart des Motors sprechen: Das Serviceintervall liegt bei großzügigen 10.000 Kilometer und der Verbrauch soll bei sensationell niedrigen 3,3 l/100 km liegen.

Für uns Österreicher natürlich besonders interessant: Bei der Entwicklung des neuen Motors war heimische Expertise gefragt; beteiligt an der Entstehung waren Ingenieure der TU Graz.

 

Was auch gleich auffällt: dass die BSA Gold Star 650 des Jahrgangs 2022 mit sehr viele Liebe zum Detail gestaltet wurde. Die beiden Instrumente wurden analog ausgeführt (mit kleinen LCD-Fenstern natürlich), es gibt Speichenräder, einen langen, flachen Sattel und nette Details wie metallisch glänzende Motorabdeckungen oder auch eine Abdeckung der Einspritzanlage, die ein wenig an Triumph erinnert. Besonders hübsch und hochwertig wirkt die Auspuffanlage, die zur Gänze – also vom Krümmer bis zum Achalldämpfer – aus gebürstetem Edelstahl besteht.

Zum klassischen Look gehören natürlich auch ein traitioneller Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen, eine 41er-Telegabel und zwei Federbeine, deren Vorspannung fünffach verstellbar ist. Aus der modernen Welt stammen Brembo-Bremsen, die vorne auf eine 320er- und hinten auf eine 255er-Scheibe beißen. Das 2-Kanal-ABS wird von Continental zugeliefert. Markenware übigens auch bei den Reifen: Pirelli Phanton Sportscomp werden in den Dimensionen 100/90-18 vorne und 150/70-17 hinten aufgezogen.

Zum Start ins neue Leben, der übrigens im März 2022 in Großbritannien erfolgen soll, wird es die Gold Star 650 in fünf Farbvarianten geben: Rot, Silber, Schwarz, Grün sowie in der edlen „Legacy Edition“. Letztere kommt in der Lackierung „Silver Sheen“ mit verchromten Tank-Seiten und besitzt außerdem verchromte Kotflügel, Spiegel und Hebel, polierte Motorabdeckungen sowie eine Reihe an Komponenten, die glänzend schwarz ausgeführt sind – beispielsweise der Lampentopf oder das Instrumentengehäuse. Auch der Sattel ist hochwertiger ausgearbeitet. Immer serienmäßig sind eine Wegfahrsperre, eine USB-Schnittstelle am Lenker, eine 12V-Steckdose sowie eine Assist-/Rutschkupplung.

Wie’s der Brauch ist, wird sich auch BSA das lukrative Zubehörgeschäft nicht entgehen lassen. Angekündigt sind Seitentaschen, Lenkerendenspiegel, ein Flyscreen, Motorschutzbügel und eine Bekleidungslinie mit Lederjacken, T-Shirts und Co.

Noch keine Infos gibt es zum Preis, der sich wohl an den Zweizylindermodellen von Royal Enfield, speziell der Interceptor 650, orientieren wird müssen. Auch noch offen sind konkrete Angaben zu einer Ausweitung des Vertriebs auf den alten Kontinent. Dafür hat Mahindra bereits angekündigt, in der Nähe der alten Heimstätte in Birmingham ein neues Werk errichten zu wollen, in der aber wohl nur die Endmontage der Gold Star 650 stattfinden wird. Dafür wird man dort – auch mit satten Fördergeldern der britischen Regierung – ein Elektromotorrad entwickeln. Mal sehen.

Am Ende noch ein netter Satz von Ashish Joshi, der die neue BSA Gold Star 650 auch aus unserer Sicht sehr zutreffend beschreibt: „Die Gold Star mag nicht das stärkste Motorrad sein, auch nicht das größte. Aber es zaubert dir ein Lächeln ins Gesicht.“

 

BSA Gold Star 650 2022 - technische Daten

Einzylinder-Motor, DOHC, 4V, flüssig gekühlt
Hubraum: 652 ccm
Leistung: 34 kW (46 PS) bei 6000 U/min
Max. Drehmoment: 55 Nm bei 4000 U/min
5-Gang-Getriebe (mit Assist-/Rutschkupplung)

Stahl-Doppelschleifen-Rohrrahmen
Stahlrrohrschwinge
41-mm-Telegabel
Stereo-Federbeine (Vorspannung fünffach verstellbar)
Reifen: 100/90-18 und 150/70-17
Bremsen vorne: eine 320-mm-Scheibe mt Brembo-2-Kolben-Sattel
Bremsen hinten: eine 255-mm-Scheibe mit 1-Kolben-Sattel

Radstand: 1425 mm
Sitzhöhe: 780 mm
Lenkkopfwinkel: 26,5°
Tankinhalt: 12 l
Gewicht trocken/fahrfertig: 198/213 kg

Verbrauch WMTC: 3,3 l/100 km

Serienausstattung: 2-Kanal-ABS, USB, 12V, Wegfahrsperre

 

 

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