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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
peter.schoenlaub@motorrad-magazin.at
11.1.2022

Jawa 350 CL PérákTschechisch-indischer Bobber kommt in Kürze!

Nach dem entzückenden Retrobike Jawa 300 CL – Infos darüber hier – kommt nun das nächste Jawa-Modell aus dem indischen Subkontinent nach Europa: die 350 CL Pérák.

Bevor wir aufs Modell eingehen noch kurz ein paar Worte zur Situation von Jawa. Die Nachfolgefirma der Kultmarke ist seit mittlerweile mehr als 25 Jahren weiterhin in Tschechien aktiv. Dort baut man in Miniserie die legendären Zweitakter weiter, die allerdings in der EU nicht mehr zulassungsfähig sind. Parallel lässt man Viertakt-Modelle in China auftragsfertigen, die in Tschechien komplettiert werden. Und zu guter Letzt wurden auch noch die Markenrechte für den südostasiatischen Markt vergeben: an die indische Firma Classic Legends, ein Tochterunternehmen des großen Mahindra-Konzerns (der auch die Rechte an BSA hält und erst jüngst eine neue Gold Star 650 enthüllt hat).

Das erste Jawa-Bike von Classic Legends war die 300 CL – und sie war ein Überraschungserfolg. Auch deswegen fanden ein paar Stück ihren Weg nach Europa, obwohl dieser Schritt ursprünglich nicht vorgesehen war. Ähnlich geht es nun beim zweiten Modell, der Pérák. Der Name wurde von einem legendären Jawa-Modell aus der Nachkriegszeit übernommen, der Stil ist deutlich trendiger: Hier kommt ein waschechter Bobber mit einem angedeuteten Starrrahmen und einem ebenso angedeuteten Schwingsattel – beides erinnert stark an die Triumph Bonneville Bobber. 

Selbstverständlich ist es genau umgekehrt: die Schwinge ist gefedert (von einem versteckten Monoshock-Stoßdämpfer mit siebenfach verstellbarer Vorspannung), während der Sattel starr bleibt. Witziger Gag: Das in den Sattel eingearbeitete, runde LED-Hecklicht.

 

Der Motor zeigt eine leichte Abwandlung gegenüber der 300 CL: Der flüssig gekühlte DOHC-Einzylinder wurde auf 334 ccm vergrößert, damit steigen auch die Leistungswerte von 23 auf 30 PS. Das maximale Drehmoment legt von 25 auf 33 Newtonmeter zu. Der Topspeed sollte damit bei gut 130 km/h liegen.

Entsprechend der höheren Leistung stiegen auch die Dimensionen der Bremsanlage: vorne verzögert eine 280-mm-Scheibenbremse, hinten wird eine 240er-Scheibe montiert; die Bremssättel stammen von Brembo. Die Reifen zeigen bobberartige Auswüchse, angepasst natürlich an diese noch immer kleine Hubraumklasse: Vorne dreht sich ein Reifen der Dimension 100/90-18, hinten 140/70-17.

Besonders einnehmend ist aber natürlich das Styling, das vorderhand nur in Verbindung mit der mattschwarzen Lackierung samt sparsam eingesetzter goldener Akzente kommt. Speichenräder, ein knapper Frontkotflügel, Spiegel an den Lenkerenden und kurze, gerade Schalldämpfer ergeben ein wirklich stimmiges Bild. Von der 300 CL übernommen wurde auch der große Lampentopf, der nicht nur den Lenker umschließt, sondern auch das analoge Instrument intarsiert. 

Der bullige Tank fasst übrigens 14 Liter, was in Verbindung mit moderaten Verbrauchswerten – die Kollegen in Indien, wo das Motorrad schon ein paar Monate am Markt ist, kamen bei Testfahrten auf rund 3,4 Liter – für üppige Reichweiten sorgt.

Wer sich nun für die Jawa 350 CL Pérák interessiert: Die ersten Stück sollen im Februar beim österreichischen Importeur, der Congenia GmbH in Marchtrenk, eintreffen. Ein Preis dafür wurde ebenfalls schon fixiert: 6790 Euro inkl. USt. und NoVA. Einen ersten Fahrbericht findet Ihr in einem der kommenden Frühjahrshefte des Motorradmagazins!

NACHTRAG: Den Testbericht findet ihr in Ausgabe 4/22 oder online hier!

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