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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
peter.schoenlaub@motorrad-magazin.at
22.11.2022

KTM 790 Duke 2023Mit Verspätung: Das Skalpell kehrt zurück!

Die Ankündigung stammt aus dem vergangenen März: KTM lässt nach über zwei Jahren Pause die 790 Duke wieder ins Modellprogramm zurückkehren. Ab Sommer ’22 hätte es so weit sein und das ursprüngliche „Skalpell“ die Lücke zwischen der 390 Duke und der 890 Duke schließen sollen. Doch die Einführung wurde verschoben – nun soll die 790 Duke im Modelljahr 2023 zurückkehren. Dafür wird die 890 Duke aus dem Programm gestrichen. Weiter verfügbar bleiben aber die 890 Duke GP mit 115 PS und die scharfe 890 Duke R mit 121 PS.

Wichtigste Frage vorab: Worin liegen die Unterschiede zwischen dem 890-Duke-Modellen und der 790, abgesehen von rund 100 Kubikzentimeter weniger? Natürlich in der Leistung: Statt 115 PS und 92 Nm in der 890 Duke GP leistet die 790 „nur“ 95 PS und 87 Nm. Wobei hier die europäische Führerscheinregelung schuld ist: Bikes bis 95 PS können ja mit wenig Aufwand in ein A2-taugliches Modell mit 48 PS „umgemodelt“ werden. Deswegen also 95 PS in Europa. In allen anderen Ländern der Welt, in denen die 790 Duke wieder verfügbar sein wird, leistet sie 105 PS.

Kleiner, in Zeiten wie diesen sehr angenehmer Bonus des kleineren Motors: Der Normverbrauch beträgt um ein paar Tropfen weniger als bei der 890, nämlich 4,4 Liter je 100 Kilometer.

Die weiteren Unterschiede zur bisherigen 890 Duke sind gar nicht so leicht auszumachen. Das Gewicht ist identisch (169 Kilo trocken), das Fahrwerk scheint auf den ersten Blick auch keine Abweichungen zu zeigen. Auch in der Ausstattung ist die 790 Duke alles andere als ein Sparpaket: Wie bei der 890 sind drei Fahrmodi, die schräglagenabhängige Traktionskontrolle, das Kurven-ABS mit Supermoto-Modus, das 5-Zoll-TFT-Display, die Anti-Hopping-Kupplung und der LED-Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht sowie LED-Heckleuchte serienmäßig.

Wie bei der 890 Duke sind auch weitere Goodies als Option zu haben: der Quickshifter+, Heizgriffe, die Motorschlupfregelung MSR, die Reifendruck-Kontrolle TPMS, der Tempomat, das Track-Paket (u.a. mit Launch Control, Anti Wheelie Mode, TC Slip Adjuster) und die Connectivity-Funkltionen KTM MyRide.

Wo liegt dann der Vorteil? Abgesehen von jenen, die ein A2-Bike aufgrund ihres Führerscheins benötigen, könnte die 790 Duke auch für jene eine gute Wahl sein, die ein schlaues Schnäppchen suchen. Der Preis blieb zum aktuellen Zeitpunkt zwar noch offen, wir rechnen aber mit einer markanten Preisersparnis gegenüber der 890 Duke. Wie der zustande kommt, wo doch so vieles ähnlich ist? Ganz einfach: Der 790er-Motor profitiert vom neuen Joint-Venture zwischen KTM und CFMoto. Bekanntlich wird ja die Reiseenduro CFMoto 800MT auch vom 790er KTM-Motor angetrieben, der in der neuen gemeinsamen Fabrik in China gebaut wird (ein erster Fahrbericht der Reiseenduro in unserer Motorradmagazin-Ausgabe 3/22, ein Vergleich mit der 890 Adventure in Ausgabe 5/22). Aus dieser Fabrik stammt auch der LC8c der 790 Duke.

Wir sind schon gespannt auf ein Wiedersehen und -fühlen mit der KTM 790 Duke, die zunächst in Orange und Schwarz/Grau erscheint. Und natürlich auf den Preis.

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