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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
12.9.2022

Moto Guzzi Welttreffen am Comer See100 Jahre und eines oben drauf!

So ein Pech muss man erst einmal haben: Da wird man einmal in der Firmengeschichte 100 Jahre alt, und dann verhagelt einem ein Virus die entsprechend rauschende Geburtstagsfeier. Aber die Italiener würden ihrem Ruf nicht gerecht werden, hätten sie nicht flexibel reagiert, improvisiert und die große Feier kurzerhand um ein Jahr verschoben. Also: nach 101 Jahren war es endlich so weit und es durfte ausgelassen gefeiert werden, ohne Einschränkungen und Beschränkungen.

Mit dabei natürlich das Motorradmagazin, das gemeinsam mit einer kleinen, in Summe sechsköpfigen österreichischen Abordnung stilecht über die Schweizer Alpen angereist ist. Gleichermaßen treues wie praktisches und komfortables Gefährt war eine Moto Guzzi V85 TT in limitierter Ausführung „Guardia d’onore“. Eine perfekte Wahl – bis auf die fehlenden Heizgriffe, die wir uns am über 2300 Meter hohen Albulapass gewünscht hätten.

Erst einmal am Comer See angekommen, waren Heizgriffe kein Thema mehr. Prächtige Temperaturen sorgten für Spätsommerstimmung Mitte September, die nicht wenige der Angereisten für einen Sprung in den See nützten. Absolut empfehlenswert übrigens bei sicher noch gut 24 Grad Wassertemperatur.

Die Lage am See in Verbindung mit der pittoresken Altstadt Mandellos sorgten dann auch für eine einmalige Atmosphäre – viel Italianità, vermischt mit der Liebe zum Motorrad (speziell natürlich Guzzis, aber man tolerierte großzügig auch die paar anderen) und einem klassenlosen Familiengefühl. Guzzisti lassen sich kaum einordnen, da vermischen sich Oldtimerfans mit Tourenfahrern, Kuttenträger mit Sportfahrern, Jung und Alt, Männer und jede Menge Mädels. Alles trifft hier ohne Aggression und Unappetitlichkeit (soll es ja auch auf manchen Motorradfesten geben) aufeinander und feiert in bester italienischer Begeisterung.

Was gab’s nun alles zu tun und zu sehen? Das offizielle Programm fand größtenteils natürlich am Werksgelände statt, das bekanntlich mitten in Mandello liegt. Dort konnte man einen Blick in die Motorenfertigung und die Produktionshallen werfen. 120 Motoren kann man aktuell pro Tag bauen, übrigens auch mit österreichischer Beihilfe: Die Pleuel der aktuellen 850er-Modelle stammen von Pankl; und auch die neue V100 wird mit Pankl-Pleuel ausgestattet sein.

In der Fertigung schafft man bei Bedarf sogar noch mehr: 160 Bikes pro Tag. Schraubt man die Fertigung wirklich so hoch, müssen die Motoren natürlich vorproduziert werden, sonst geht sich’s irgendwann nicht mehr aus. Momentan kein Problem, man baut rund 80 Fahrzeuge pro Tag.

Das könnte sich natürlich ändern, wenn die neue Moto Guzzi V100 Mandello endlich auf den Markt kommt (November/Dezember soll’s so weit sein) und ein Erfolg wird. Die V100 war natürlich auch der große Star bei der Ausstellung der aktuellen Modellpalette am Werksgelände, man durfte sogar probesitzen (mit den anderen Modellen auch eine Probefahrt buchen). 

Und dann konnte man natürlich auch das Museum besuchen, das eigens für den Anlass behutsam renoviert wurde (war auch überfällig) und mit ein paar News aufwarten kann; unter anderem richtete man einen eigenen „Maschinenraum“ ein, also ein Zimmer, das den Motoren der Marke gewidmet wurde. Sehr lässig.

Mindestens ebenso spannend wie das Angebot im Werk (mit überfordertem Merchandising-Shop) war natürlich ein Spaziergang durch die Stadt, die vor lauter Guzzis aus allen Nähten platzte. Unfassbar, wie viele Oldtimer hier ganz selbstverständlich unterwegs oder einfach unter eine Laterne geparkt waren. Herrlichste Stücke aus allen Jahrzehnten der Guzzi-Historie, man kam kaum weiter vor lauter Schauen, Staunen und Bewundern. Auch auf der Custom Road, wo Profis ihre Werkstücke präsentierten. 

Es knatterte, bollerte, trompetete in der gesamten Stadt, und alle feierten mit. Die Geschäfte waren themengerecht dekoriert, die Restaurants beflaggt und bebannert, manche staffierten sogar die Kellnerinnen und Kellner mit Guzzi-Jubelleiberln aus. Sogar die Schulen überlegten sich Projekte, wie man einen Beitrag leisten konnte.

Und so stand am Ende einfach eine gelungene Feier, die noch weit bis in die Nacht ging, mit souverän und leidenschaftlich vorgetragener, erdiger Live-Rockmusik, gut gerüsteter Gastronomie und bestens gelauntem Publikum. So muss ein Party vonstatten gehen. Und dass man dabei noch dazu in Italien war, machte alles noch schöner. Alles Gute, Guzzi!

Bildergalerie: Die schönsten Guzzis der Profi-Customizer

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