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Christoph Lentsch
Autor: Mag. (FH) Christoph Lentsch
christoph.lentsch@motorrad-magazin.at
4.12.2023

Triumph Scrambler 1200 Test 2024FiX wie nie

Die beste Nachricht zum Start: Die zwei großen Scramblers werden um Hunderte Euros günstiger. Grund dafür ist allerdings, dass Update nicht gleich Upgrade bedeutet und so wurden einige hochwertige Komponenten von Showa, Öhlins und Brembo durch zwar immer noch sehr gute, aber etwas bezahlbarere Komponenten ersetzt. 

Das Topmodell ist nach wie vor die XE, mit voll einstellbarem Fahrwerk, 250 Millimeter Federweg, einem deutlich breiteren, höheren und verstellbarem Lenker, sechs Fahrmodi und Metzeler Tourance Bereifung. Die nur noch X genannte Straßenvariante muss mit einer Standardausstattung, fünf Fahrmodi und nur 170 Millimeter Federweg auskommen. Sie ist ab Werk mit Metzeler Karoo Street bereift. Durch eine noch niedrigere Sitzhöhe (820 Millimeter), die durch eine alternative Sitzbank auf unter 800 gesetzt werden kann, wurde die X noch zugänglicher und einfacher im Umgang.

Zunächst widmen wir uns aber der uns wohlbekannten XE, die wir vor zwei Jahren schon im Dauertest führen durften. Sie ist ein Motorrad, das einen sehr glücklich machen kann, wenn man weiß, worauf man sich einlässt. Mit ihrer Schulterhöhe von 870 Millimeter und einem breit gespannten Schrittbogen fordert sie vom Fahrer im Alltag einen gewissenhaften Umgang mit dem Gleichgewicht. 

230 Kilogramm und ein hoher Schwerpunkt sind eine brisante Mischung. Auch beim Fahren hat man das Gefühl, im ersten Stock zu sitzen und fliegt wie auf Pegasus durch schnelle Radien, was ein einzigartiges Fahrgefühl erzeugt. Beim harten Anbremsen taucht die lange Gabel tief ein, was man mit einem leichten Druck auf die Hinterradbremse entschärfen sollte. Der Motor hängt satt am Gas, begnügt sich mit niedrigen Drehzahlen und begeistert mit schmalzigem Drehmoment. 

Ihre Stärken kann die XE aber erst im Gelände ausspielen – mit alternativ montierten Michelin Anakee Wild –, wo sie mit ihren für den Asphalt völlig übertriebenen Federwege auftrumpfen kann. Der Knieschluss ist zwar nicht ideal und auch die Form des 15-Liter-Tanks kommt dem Stehend-Fahren nicht entgegen, doch die Scrambler macht ihrem Namen alle Ehre und weckt auch in weniger kundigen Offroad-Fahrern den Spieltrieb.

Unterstützend statt störend wirken hier die Fahrassistenten ABS und Traktionskontrolle, die im Offroad-Modus noch aktiv sind, aber sehr fein regeln und im Falle der TC werden sogar 50 Prozent Schlup zugelassen. So sind kontrollierte Drifts möglich, ohne gleich in Gefahr zu geraten, das Fahrzeug zu überdrehen. Die XE ist somit einerseits groß gewachsenen Fahrern zu empfehlen, andererseits solchen, die wirklich die Absicht haben, die eine oder andere Schotterpiste oder -grube umzugraben.

Die X hingegen dient jedermann und -frau als Alternative, die ein klassisches Naked Bike suchen, denen eine Bonneville aber etwas zu bieder ist. Obwohl nur unwesentlich leichter als die XE, wirkt sie viel harmloser und fast schon so wie eine 900er Scrambler mit dem Bumms des 1200ers. 

An der Motorleistung hat sich nichts geändert, wir halten nach wie vor bei 90 PS, das maximale Drehmoment von 110 Newtonmeter steht bereits bei 4250 Touren an. Dafür genehmigte sich der 1200er-Reihenzweizylinder bei unserer Testfahrt bescheidene 4,5 Liter, im Alltag wird man eher mit 4 Litern auskommen.

Verbessert haben soll sich allerdings die Wärmeableitung und -strahlung, die bei hoch gezogenen Auspuffsystemen immer thematisiert wird. Sie wurde tatsächlich besser, allerdings wird es besonders niedrigeren Geschwindigkeiten bei gleichzeitig hohen Drehzahlen und oftmaligen Pausen im Offroadbetrieb immer noch warm an den Beinen. Eine ordentliche Hose, am besten Motorradjeans oder eine Lederhose, sind also unbedingt zu empfehlen.

Die Breite und Position des Lenkers, der gut gepolsterte Sitz und die entspannte Ergonomie sorgen für eine Wohlfühlatmosphäre, nur der Kniewinkel fiel für unsere Beine etwas spitz aus. (Körpergröße 1.80 m) Zur individuellen Anpassung steht bei Triumph aber wie gewohnt eine breite Auswahl an Originalzubehör zur Verfügung (60 Teile und mehrere Pakete).

Dass das Fahrwerk bis auf die Vorspannung am Federbein nicht einstellbar ist, die Bremsen nicht an jene auf der XE herankommen und man auf deren TFT-Display verzichten muss, wird kaum als Verlust wahrgenommen. Der Offroad-Pro-Modus, bei dem alle Fahrhilfen abgeschaltet werden können, wäre hier ohnehin überflüssig. Das Fahrgefühl auf der X geht schon sehr in Richtung Bonneville, mit einem leichten Vorteil auf schlechten Straßen und natürlich auf Schotter. Man muss so weniger achtgeben und kann auch härtere Schläge durch Verwerfungen oder Bodenwellen einstecken und sieht dabei sogar noch kühner aus. 

Die Scrambler X bedient jetzt nicht nur einen noch größeren Kundenkreis, mit ihr kann man jetzt noch weniger falsch machen, weil sie nicht nach einer eindeutigen Bedarfsanalye verlangt wie die extreme XE. Gefällt sie dir, dann fahr sie und sie wird dir Spaß machen. Für die XE hingegen muss man gerüstet sein, denn sie macht keine halben Sachen. Eine gute Entscheidung von Triumph, hier für mehr Klarheit zu sorgen durch eine Schärfung der Profile.

Farben Scrambler 1200 X 2024: Schwarz, Grau, Rot

SCRAMBLER 1200 X (MY24)

Deutschland: Preise Ab 13.795,00 €
Österreich: Preise Ab 16.395,00 €

Farben Scrambler 1200 XE 2024: Schwarz, Schwarz/Orange, Schwarz/Grau

SCRAMBLER 1200 XE (MY24)

Deutschland: Preise Ab 15.295,00 €
Österreich: Preise Ab € 17.995,00 €

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