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Benda: Die ZukunftInnovation und Design
Libo Liu, Sie kommen aus dem Design und haben acht Jahre bei KISKA gearbeitet. Was hat Sie an Benda so fasziniert, dass Sie von der Agentur auf die Herstellerseite gewechselt sind – und wie stark prägen Sie heute selbst die Motorräder der Marke?
Nach vielen Jahren auf Agenturseite wollte ich den nächsten Schritt gehen und nicht mehr nur Ideen entwickeln, sondern deren Umsetzung langfristig begleiten. Bei Benda habe ich genau diese Möglichkeit gesehen. Die Marke hat den Mut, Konventionen zu hinterfragen und neue Wege zu gehen – sowohl im Design als auch in der Technik. In einer Agentur begleitet man Projekte meist über einen begrenzten Zeitraum. Auf Herstellerseite kann man hingegen eine Marke nachhaltig mitentwickeln – von der strategischen Ausrichtung über die Produktentwicklung bis hin zur langfristigen Markenidentität. Genau diese Verantwortung hat mich gereizt. Heute sehe ich meine Aufgabe darin, sicherzustellen, dass jedes neue Modell die Designphilosophie und den Innovationsanspruch von Benda konsequent weiterträgt. Ich entwerfe nicht mehr jedes Detail selbst, sondern arbeite eng mit unseren europäischen und internationalen Design- und Entwicklungsteams zusammen, um eine klare Handschrift zu schaffen. Mein Ziel ist es, dass jedes neue Benda-Modell auf den ersten Blick als Benda erkennbar ist – mutig, innovativ und mit einem unverwechselbaren Charakter.
Viele chinesische Hersteller werden vor allem über Preis und Ausstattung wahrgenommen. Benda setzt dagegen auf eigenständiges Design und ungewöhnliche technische Lösungen. Woran soll ein Motorradfahrer künftig auf den ersten Blick erkennen: „Das ist typisch Benda“?
Ich wünsche mir, dass ein Benda-Motorrad nicht wegen seines Preises erkannt wird, sondern weil es Charakter hat. Typisch Benda ist die Kombination aus mutigem Design und innovativer Technik. Wir stellen bewusst etablierte Konventionen infrage und entwickeln Motorräder, die Emotionen wecken und gleichzeitig technisch überzeugen. Dabei geht es nie um Provokation um ihrer selbst willen, sondern darum, neue Lösungen zu schaffen, die den Fahrer begeistern. Unser Anspruch ist, dass man eine Benda nicht nur sieht, sondern sofort erkennt – weil sie anders denkt und anders aussieht, ohne dabei ihre Funktion aus den Augen zu verlieren.
Vierzylinder-Cruiser, V4-Motoren, Luftfederung oder extrem breite Hinterreifen sorgen für Aufmerksamkeit. Wie stellen Sie sicher, dassaus spektakulären Ideen nicht nur Showeffekte, sondern echte Vorteile für den Fahrer werden?
Innovation darf niemals Selbstzweck sein. Eine technische Lösung muss das Fahrerlebnis verbessern – sonst gehört sie nicht an ein Motorrad. Deshalb stellen wir bei jeder Entwicklung dieselbe Frage: Welchen konkreten Mehrwert bietet sie dem Fahrer? Mehr Fahrkomfort, besseres Handling, höhere Sicherheit oder mehr Fahrspaß. Erst wenn diese Frage überzeugend beantwortet ist, wird aus einer Idee ein Serienprodukt. Natürlich fallen unsere Motorräder auf. Aber wir möchten, dass unsere Kunden nach der ersten Probefahrt nicht über einzelne technische Highlights sprechen, sondern über das Gesamtpaket. Genau dann hat eine Innovation ihren Zweck erfüllt.
Salzburg soll für Benda zur Drehscheibe in Europa werden. Wo möchten Sie die Marke in drei Jahren sehen – und was muss Benda leisten, um von europäischen Motorradfahrern dauerhaft als ernst zu nehmende Alternative zu den etablierten Herstellern wahrgenommen zu werden?
Unser Ziel ist nicht, in drei Jahren die größte Marke Europas zu sein, sondern eine der spannendsten. Salzburg wird dabei eine zentrale Rolle spielen. Von hier aus bauen wir unsere europäischen Strukturen weiter aus, intensivieren den Austausch mit unseren Handelspartnern und bringen das Feedback unserer Kunden direkt in die Produktentwicklung ein. Diese Nähe zum Markt ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. Gleichzeitig werden wir unser Portfolio konsequent erweitern. Wir denken längst über das Cruiser-Segment hinaus und investieren sowohl in neue Motorradkonzepte als auch in den Powersports-Bereich. Die Redstone-Serie war dabei nur der Anfang. Langfristig werden wir nicht über den Preis überzeugen, sondern über Design, Innovation, Qualität und das Fahrerlebnis. Wenn europäische Motorradfahrer sagen: „Benda baut Motorräder, die anders sind – und genau deshalb so viel Spaß machen“, dann haben wir unser Ziel erreicht.
