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Erwischt: BMW F 650 GS?Neue Mittelklasse-Adventure-Baureihe
Wir schreiben den November 2025. Auf der Mailänder Leitmesse EICMA präsentiert BMW mit der F 450 GS das Nachfolgemodell für die G 310 GS, ein Jahr nach dem man an gleicher Stelle noch eine Konzeptstudie gezeigt hatte. Ein Neuanfang in der Einsteigerklasse, auch den steigenden Ansprüchen auf den wichtigen asiatischen Märkten geschuldet. Doch die F 450 GS, der zur EICMA im Herbst 2026 zumindest ein Naked Bike und mutmaßlich auch ein Sportler zur Seite gestellt wird, war nur der Auftakt.
Die eigentliche Überraschung ist eine weitere Reiseenduro mit dem prestigeträchtigen Kürzel GS, die technisch sichtbare Parallelen zur F 450 GS aufweist, jedoch auf das Mittelklasse-Segment zielt. Abgasanlage und Fahrwerksteile greifen auf ein ähnliches Rezept zurück. Ein Blick nach Großbritannien gibt Hinweise darauf, welche Entwicklungsmöglichkeiten der Reihentwin bietet: BMW-Partner TVS, der die F 450 GS in Indien fertigt, nutzt eine weiterentwickelte Variante des Zweizylinders für seine Edeltochter Norton. In Atlas und Atlas GT kommt das Triebwerk in stark überarbeiteter Form auf 585 Kubikzentimeter Hubraum und 70 PS.
Das Triebwerk in BMWs Mittelklasse-GS unterscheidet sich auf unseren Fotos in mehreren Bereichen von jenem der Norton, andere weisen hingegen Parallelen auf. Eine offene Frage ist, wie stark sich die Konfiguration, die die Bayern nutzen werden, im Vergleich zum Twin in der Norton unterscheidet. Die Britin verwendet eine Kurbelwelle mit dem in dieser Klasse üblichen Zündversatz von 270 Grad, die BMW F 450 GS setzt auf unorthodoxe 135 Grad Hubzapfenversatz.
Auch ob der Hubraum von der indobritischen Schwester übernommen wird, ist unklar. Die Bayern nutzen bei Testfahrten Hondas Transalp und Yamahas Ténéré 700 als Referenz. Die beiden Japaner kommen auf 755 beziehungsweise 689 Kubikzentimeter Hubraum. Da die Bayern auch die F 800 GS und F 900 GS im Programm haben, die 87 bzw. 105 PS leisten, dürfte sich die Nennleistung der Mittelklasse-GS klar darunter einsortieren – 65 bis 70 PS sind hier zu erwarten.
Neben den Parallelen zur Einsteiger-Schwester und Nortons Atlas fallen am Prototyp der Mittelklasse-GS jedoch auch Unterschiede ins Auge: Der Stahl-Brückenrahmen am Prototyp orientiert sich eher an der F 900 GS, auch die Bremsanlage am Prototyp ähnelt der großen Schwester. Diese verzögern vorne ein 21- und hinten ein 18-Zoll-Rad.
Sichtbar ist an den Verkleidungsteilen auch der noch frühe Entwicklungsstand, dennoch sind viele Designdetails schon fein ausgearbeitet. So wird sich die Frontleuchte offenbar an der großen Schwester R 1300 GS orientieren, bislang fehlt jedoch noch der charakteristische Schnabel. Die noch fehlenden Design-Details verraten dabei gleichzeitig, dass die Entwicklung noch längst nicht abgeschlossen ist.
Offen bleibt auch der Name: Für die größere Schwester der F 450 GS würde der Name F 600 GS in BMWs Nomenklatur und zum Hubraum passen, ebenso wie die Wiederbelebung des Kürzels F 650 GS. Der tatsächliche Hubraum wäre beim Namen jedenfalls kein Kriterium: Ob F 800 oder F 900 GS, beiden eint das gleiche Zylindervolumen.
Bleibt zu guter Letzt die Frage nach dem Startdatum: Das Erprobungsmotorrad zeigt, dass BMW noch Entwicklungsarbeit vor sich hat bei der neuen Mittelklasse-GS. Vor 2028 ist also wohl nicht mit einer Präsentation zu rechnen.
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