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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
peter.schoenlaub@motorrad-magazin.at
6.11.2018

BMW F 850 GS AdventureLangstrecken-Verbindung

Es ist eine erwartete Modellneuheit: Um zu erahnen, dass BMW nach der Premiere von F 750 GS und F 850 GS im Vorjahr nun eine F 850 GS Adventure nachschieben würde, dafür braucht man weder eine Kristallkugel noch Eingeweide, in denen man lesen kann. Dennoch sind wir auch überrascht, denn das neue Adventure-Modell sieht keineswegs so martialisch oder derb aus, wie wir es – ausgehend vom Vorgängermodell – erwartet haben. Im Gegenteil: Hier kommt ein stylisches Reisebike, das wohl vor allem in punkto Komfort bessere Karten hat als das normale Modell.

Aber beginnen wir der Reihe nach. Die technischen Grundlagen, insbesondere den Rahmen und Motor betreffend, teilt sich die Adventure naturgemäß mit der F 850 GS. Es bleibt also bei 95 PS und 92 Newtonmeter – Werte, mit denen man gut leben und fahren kann, wie wir nach einem Dauertest der F 850 GS in dieser Saison bestätigen können. Der vielleicht größte Unterschied liegt im 23-Liter-Tank, dessen Plus an acht Litern Fassungsvermögen sich auch optisch bemerkbar macht: Die Adventure hat ein kleines Bäuchlein bekommen, gewinnt vor allem in der Frontalansicht deutlich an Dominanz. Dafür verspricht BMW Reichweiten von gut 550 Kilometer.
Diese gewachsene Breite macht auch ein neues Seiten-Design notwendig, das von großen Alu-Blenden dominiert wird. Ergänzend spendiert BMW serienmäßig einen Motorschutz aus Stahlrohren. Für den Geländeeinsatz gibt es weiterhin Offroad-Fußraster mit größeren Auflageflächen, zudem sind Schalt- und Fußbremshebel einstellbar. Eher fürs Reisen sind weitere Ausstattungen vorgesehen: Die Hand-Protektoren sind hier wie die Edelstahl-Gepäckbrücke schon serienmäßig. Diese erweiterten Umfänge bringen gemeinsam mit dem größeren Tank aber auch ein Mehr-Gewicht mit sich: 244 Kilo fahrfertig sind ein Plus von 15 Kilo gegenüber der F 850 GS.

Dafür gibt’s anderweitig ein Hallelujah: Die F 850 GS Adventure besitzt einen größeren Touren-Windschild, der noch dazu in zwei Positionen verstellbar ist und um zwei seitliche Deflektoren ergänzt wird; damit sollte unser größter Kritikpunkt an der F 850 GS entschärft worden sein. Gute Nachricht: dieses Scheiben-Ensemble der Adventure ist nun auch für sie als Option verfügbar.

Eine weitere kleine Spezialität der F 850 GS Adventure ist die Auslegung ihrer Federwege: Sie legt gegenüber der F 850 GS vorne um 26 auf 230 Millimeter zu, verliert aber hinten vier Millimeter und hält dort nun bei 215. Das führt dazu, dass die Sitzhöhe um 15 auf 875 Millimeter steigt – damit aber immer noch um 15 Millimeter niedriger ist als beim Vorgängermodell. Zudem lässt sie sich mit anderen Sitzbänken und Fahrwerks-Tieferlegungen wie bei BMW üblich auch dramatisch absenken: auf bis zu 810 Millimeter.
Das Gros der Ausstattungen ist mit der F 850 GS identisch: ABS, ASC und die zwei Fahrmodi Road/Rain sind serienmäßig, dazu der LED-Scheinwerfer und die hübschen Speichenräder. Wer mehr will, kann aus einem extrem üppigen und die Grenzen dieser Klasse sprengenden Katalog an Optionen und Zubehör wählen. Kleiner Auszug: Kurven-ABS, DTC, Fahrmodi Pro, Schaltassistent Pro (= Quickshifter), Dynamic ESA, intelligenter Notruf eCall, Connectivity-Funktionen mit dem fantastischen 6,5-Zoll-TFT-Bildschirm, dazu verschiedene Sitzbänke, den HP Sportschalldämpfer und natürlich das ganze Spektrum an Gepäcklösungen.

Die Qual der Wahl beginnt hier aber wohl schon beim ersten Schritt des Konfigurierens: Nimmt man das Basismodell (in Icegrey mit schwarzen Speichenrädern), den Style Exclusive (in Granitgrau Metallic mit goldenen Felgen) oder den Style Rallye (Lupinblau Metallic mit ebenfalls goldenen Felgen)? Man kann noch ein wenig überlegen, die Preise werden ja auch erst nachgereicht.




Technische Daten BMW F 850 GS Adventure


Reihen-Zweizylinder, flüssig gekühlt, 8V, DOHC
Hubraum: 853 ccm
Leistung: 70 kW/95 PS bei 8250 U/min
Drehmoment: 92 Nm bei 6250 U/min
6-Gang-Getriebe, Kette
Stahl-Brückenrahmen, Motor mittragend
43-mm-Telegabel, Aluschwinge mit Mono-Federbein (Zugstufe und Vorspannung verstellbar)
Federweg v/h: 230/215 mm
Reifen v/h: 90/90-21 und 150/70-17
Lennkopfwinkel: 62°
Nachlauf: 124,6 mm
Bremsen v/h: jeweils zwei Scheiben (305 mm) mit Doppelkolbenzangen; hinten eine Scheibe (265 mm) mit Einkolben-zange
Länge/Breite: 2300 x 939 mm
Radstand: 1593 mm
Sitzhöhe: 875 mm
Eigengewicht fahrfertig: 244 kg
Tankinhalt: 23 Liter

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Reiseenduro/Adventure:

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