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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
14.12.2017

Triumph Bonneville Bobber Black im testSCHWARZ WIE DIE PRACHT

Die Bonneville Bobber ist kaum ein Jahr am Markt, da schiebt Triumph schon eine zweite Modellvariante nach: die Black. Der Name ist Programm: Zum einen gibt’s die Black natürlich nur in Schwarz (glänzend oder gegen Aufpreis von 125 Euro in Matt), dazu wurden fast alle Teile, die an der normalen Bonneville Bobber glänzen dürfen, geschwärzt; unter anderem der Lenker, sämtliche Hebeleien, die Schalldämpfer, die Sitzschale oder die Antriebseinheit mit Motor/Getriebe.

Doch nur mit Schwarzmalerei wollte es Triumph dann doch nicht belassen. Die Bobber Black sollte auch cooler, böser, muskulöser werden, weshalb die gesamte Frontansicht umgearbeitet wurde. Statt der 41er-KYB-Gabel wird nun eine massive 47er-Vorderradführung von Showa eingebaut. Sie dirigiert ein ebenso fettes Rad, das mit kleinem Querschnitt und aufgepumptem Reifen den aktuellen Bobber-Trend perfekt aufgreift: 130/50-16 steht am eigens entwickelten Avon-Cobra-Gummi. Zu guter Letzt spendiert Triumph der Bobber Black noch eine zweite vordere Bremsscheibe von Brembo, die das wuchtigere Erscheinungsbild nochmals forciert.

Weitere Bausteine bestehen in zwei serienmäßigen Ausstattungen, die bei der normalen Bonneville Bobber nur als Extras zu haben sind: der (natürlich schwarze) 5-Zoll-Voll-LED-Scheinwerfer mit integriertem LED-Tagfahrlicht sowie der Tempomat, der sich mit lediglich einer Taste bedienen lässt. Unterm Strich summieren sich die hinzugekommenen oder aufgewerteten Elemente zu einer Gewichtszunahme von 9,5 Kilo, womit wir bei 237,5 Kilo halten – trocken.

Der Rest entspricht zur Gänze dem bekannten Modell, was sicher kein Fehler ist. Kein anderes Bike hat sich in der 115-jährigen Geschichte schneller verkauft, erzählen die Briten; die eigenen Verkaufserwartungen seien um das zweieinhalbfache übertroffen worden.

Das ist kein Wunder, denkt man, steht man wieder einmal vor dem Bobber: Die Silhouette mit dem Einzelsattel und dem frei stehenden Hinterrad, das scheinbar an einen Starrrahmen gekoppelt wird, ist genauso einmalig wie einnehmend. Und kein anderer Cruiser-/Bobber-Frabikant der Welt verwendet aktuell so viel Liebe auf schön gemachte Details wie Triumph: Abdeckungen, Logos, Oberflächen, Schalter – alles fein gearbeitet und hochwertig ausgeführt.

Und dann gibt’s ja noch den Clou der verstellbaren Ergonomie: Wie bei der normalen Bonneville Bobber kann man den Einzelsattel mit schnellem Werkzeugeinsatz um ein paar Zentimeter nach vorne/oben oder nach hinten/unten verschieben. Parallel dazu lässt sich das Instrument per Schnellspanner lösen und in der Neigung verstellen – alles sehr gescheit und geschickt gemacht.

Jetzt aber nichts wie hinauf auf den Sattel und hinein in die Kurven. Erste Befürchtungen, der fette Reifen könnte die Agilität beeinträchtigen oder ein ungewolltes Eigenleben entfalten, erweisen sich rasch als unbegründet. Im Gegenteil, der kleinere Raddurchmesser begünstigt sogar das Einlenkverhalten; ein Handlingwunder wird die Bobber aber dadurch auch nicht. Immerhin, ein flüssiges Surfen durch die Kurven verbreitet beste Laune, auch das Zusatzgewicht wird hier nicht aufdringlich. Und in einer Disziplin ist die Bobber Black tatsächlich deutlich besser als ihr chromglänzender Verwandter: Dank der saftig dimensionierte Bremsanlage sind nun markige Verzögerungsleistungen abrufbar, die von der Showa-Cartridge-Gabel souverän aufgefangen werden – da gibt’s kein übles Eintauchen, sondern erfreuliche Stabilität selbst bei engagierten Manövern. Mit Sicherheit die aktuelle Referenz unter den Bobbern dieser Klasse.

Eine Referenz ist weiterhin auch der Motor, der ein Idealfall für jene ist, die Charakter mit guter Performance verbinden wollen. Das feiste Drehmoment von 106 Newtonmeter entfaltet sich schon ab niedrigen Drehzahlen, dazu orgelt der Motor lustvoll durchs Band, bietet dabei das exakt richtige Maß an Vibrationen – genug, um den Herzschlag des Motors nachzuspüren, aber nie so viel, dass es nervt. Eingebettet wird der Schub des Motors in eine schöne, tiefe Klangwolke, die sich aus Auspuffsound und den Ansauggeräuschen der Airbox (die ohrengünstig unter dem Sattel positioniert ist) zusammensetzt.

Was ist noch auf der Habenseite? Der Sattel ist bequem, die Bedienbarkeit einfach, die technische Ausstattung hoch. Die Assist-/Rutschkupplung lässt sich extrem leichtgängig ziehen, dazu gibt’s eine abschaltbare Traktionskontrolle und die beiden Fahrmodi Rain/Road. Auch fein: Die ultraniedrige Sitzhöhe von 690 Millimeter. Außerdem gibt’s mehr als 120 Zubehörteile, die hochwertig gefertigt, passgenau und leicht zu montieren sind, wie wir bei unserem 2017er-Dauertest der Street Scrambler selbst erfahren haben.

Und auf der Sollseite? Hier finden sich einige Problemzonen, die Cruiser oder Bobber in ihrer Allgemeinheit betreffen. Zum einen ist da die begrenzte Schräglagenfreiheit, die natürlich dem coolen Look samt flachem Aufbau geschuldet ist. Auch der kurze Federweg von nur 77 Millimeter am Heck fällt in diese Kategorie; dass man hier eine gewisse Härte in Kauf nehmen muss, versteht sich von selbst. Die Sitzposition mit zentraler Fußrasterposition ist ebenfalls nicht besonders langstreckentauglich, was gut zum kleinen 9-Liter-Tank passt, der häufig an die Tankstelle zwingt. Knapp über vier Liter gibt Triumph als Normverbrauch an, bei unserer sehr flott gefahrenen, kurvenintensiven Testfahrt waren’s allerdings 5,7 Liter – da lernt man viele Tankwarte kennen.

Unser erstes Resümee: Mit der Bobber Black bietet Triumph nun ein charismatisches, zweites Geschmackserlebnis im Cruiser-Segment. Der Look ist dramatischer, das Fahren eine Spur lustiger, die Ausstattung noch hochwertiger – ein überzeugender Bobber, der den Fahrspaß mit dieser Art von Geräten auf ein neues Level legt. Dass man für die Black einen guten Tausender mehr hinblättern muss (15.950 Euro in Österreich!), ist freilich eine ebenso selbstbewusste Ansage und erinnert einmal mehr an den Spruch des legendären Starfotografen Helmut Newton: Wer viel zahlt, kann auch mehr zahlen.

Motorrad Bildergalerie: Triumph Bonneville Bobber Black

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2.5.2018

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HARLEY FORTY-EIGHT SPECIAL TESTZWEI FÄUSTE FÜR EIN HARLEYLUJA

Wenn sich eine Firma auf die kunstvolle Auffächerung einer Modellpalette versteht, dann ist das Harley-Davidson. Durch die geschickte Kombination von verschiedenen Tankgrößen, Sitzbänken, Rädern, Lenkern, Lackierungen entsteht so auf der gleichen technischen Basis eine ganze Familie für die unterschiedlichsten Geschmäcker und Bedürfnisse.

Jüngstes Beispiel ist die Sportster-Garde. Die kleinen Luftgekühlten bekommen 2018 weiteren Zuwachs durch die neue Iron 1200 und die Forty-Eight Special. Letztere stellt dem Urvater aller modernen Bobber eine leicht veränderte Interpretation zur Seite.

Groß sind die Unterschiede zur normalen und bekannten Forty-Eight nicht, muss man sagen. Ihr wichtigstes Merkmal stellt der höher aufragende Tallboy-Lenker dar. Im Gegensatz zum Mini-Ape, wie er beispielsweise auf der Iron 1200 montiert ist, steht der Tallboy aufrechter, seine Griffe sind weniger stark gekröpft. So wird der Fahrer in eine leicht vorgeneigte Position gezwungen, die Fäuste werden in den Wind gestreckt.

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4.10.2017

Triumph Bobber Black 2018
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Triumph 2018 Bobber BlackDark Horizon

Noch bevor das jährliche Neuheiten-Feuerwerk bei der internationalen Motorradmesse EICMA in Mailand startet, nutzt Triumph die momentan eher News-arme Zeit um zwei neue Vintage-Modelle für 2018 ins Scheinwerferlicht zu rücken. Die Briten nehmen die Eröffnung ihres brandneuen Besucherzentrums in Hinckley (Museum mit spektakulärer Sammlung historischer Triumph-Raritäten, Café und Merchandising-Shop, geöffnet ab 1. November bei freiem Eintritt) als Anlass die Bobber Black und die Speedmaster der Öffentlichkeit vorzustellen.

Laut Angaben des Herstellers ist die Bobber das „am schnellsten verkaufte Motorrad in der 115-jährigen Geschichte von Triumph“. Und weil man Eisen bekanntlich schmieden soll solange es heiß ist, legt man nun eine düstere, bösere, potentere Modellvariante nach. Abweichend von der gewohnten Modellbezeichnungs-Philosophie von Triumph übertrifft die neue „Black“-Version der Bobber in Sachen Technik und Performance ihre Standard-Schwester deutlich. Statt einer 41-Millimeter-Gabel wird beispielsweise eine fette 47-Millimeter- Cartridge-Gabel von Showa verbaut, statt des 19-Zoll- Vorderrades wird eine 16-Zoll- Version mit Avon-Cobra- Bereifung montiert. Für standesgemäße Verzögerung sorgt eine Brembo-Bremsanlage mit 310-Millimeter- Doppelscheiben an der Front. Die LED-Lichtanlage mit markantem Tagfahrlicht garantiert maximales Sehen und gesehen werden bei nächtlichen Spritztouren. ABS, Traktionskontrolle, zwei Riding-Modes und ein Tempomat sind serienmäßig an Bord.

Motorisch leistet das aus der Bonneville T120 stammende Triebwerk in der Bobber Black 77 PS und 106 Newtonmeter. Die Sitzhöhe wurde auf niedrige 688 Millimeter reduziert. Ihrer Typenbezeichnung macht die Bobber Black (erhältlich 2018 wahlweise in glänzender oder matter Lack-Variante) selbstverständlich ebenfalls alle Ehre. Slash-Cut-Auspuffanlage, Fußraster, Bremspedal, Schaltgestänge, Handhebel, Lenker, Einzelsitzschale, Motorabdeckungen, Radnaben: Schwarz wohin das Auge blickt.

Wie sich das neue Modell fährt? Einen ersten Fahrbericht mit vielen Action-Fotos findet ihr bereits hier!
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16.7.2017

Indian Scout Bobber
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Indian Scout BobberBAd to the Bone

Erste 2018er-News zu Saisonmitte: Indian präsentiert eine neue Spielart der Scout, die ein wenig aggressiver, sportlicher wirkt: die Scout Bobber. Damit erweitern die Indianer ihre Einstiegspalette auf drei Modelle: neben Scout Bobber gibt es ja noch die klassische Scout und die etwas abgespeckte, günstigere Scout Sixty.

Mit der Scout Bobber reagiert Indian nicht nur auf einen aktuell herrschenden Trend zu finsteren, chrombefreiten Fahrzeugen, sondern schließt auch eine Lücke, die durch den Wegfall der Schwestermarke Victory entstanden ist. Dort wurde ja kurz vor dem Zusperren die „Octane“ lanciert, die ebenfalls auf der Scout-Plattform aufgebaut und ein eher grimmiges, sportliches Bike im Dragster-Stil verkörpert hat.
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