Endlich ist die Katze aus dem Sack – oder besser das Skalpell aus der Hülle: So sieht die neue KTM 790 Duke aus, mit der die Oberösterreicher die beliebte Mittelklasse aufmischen wollen. Wie zu erwarten handelt es sich um ein äußerst sportliches, graziles Naked Bike mit der typischen Kiska-Formensprache, aber auch vielen innovativen Stilelementen, die durchaus eine neue Ära in der Firmengeschichte einläuten könnten. Aber nun der Reihe nach.
Der Motor: leicht, kompakt, stark. Der flüssig gekühlte Reihen-Zweizylinder verfügt über 799 Kubik Hubraum und schöpft daraus eine Leistung von 105 PS bei 9000 U/min; das maximale Drehmoment beträgt 86 Newtonmeter und ist bei 8000 U/min verfügbar. Die Neukonstruktion mit DOHC-Zylinderkopf und Vierventiltechnik arbeitet mit einem Hubzapfenversatz von 75 Grad und besitzt auch zwei Augleichswellen, die den störenden Vibrationen den Garaus machen sollen. Wichtig für das Gewichtsmanagement: der Motor wird als tragender Teil in den Gitterrohrrahmen integriert. Wesentliches Detail für A2-Führerscheinbesitzer: Die 790 Duke wird auch in einer Version mit 95 PS angeboten, die sich damit auf 44 PS drosseln lässt.
Das Fahrwerk bietet noch am wenigsten Überraschungen: Vorne finden wir eine nicht verstellbare 43er-USD-Gabel, hinten ein Zentralfederbein, das sich in der Vorspannung justieren lässt, beides natürlich von WP Suspension. Federwege v/h: 140/150 Millimeter. Die sportlichen Felgen tragen Räder der Dimension 120/70-17 vorne und 180/55-17 hinten. Die Fachwerkschwinge besteht übrigens genauso aus Aluminium wie der Heckrahmen, was unterm Strich ein appetitmachend niedriges Gewicht von rund 169 Kilo trocken ergibt.
Aus Aluminium wird auch der Lenker gefertigt – keine Selbstverständlichkeit in der unter Kostendruck stehenden Mittelklasse. Mehr noch: der Lenker ist konifiziert und in zwölf Positionen verstellbar. Gemeinsam mit einer klassenüblichen Sitzhöhe von 825 Millimeter sollte man hinter dem 14-Liter-Tank einen ergonomisch einwandfreien Arbeitsplatz vorfinden.
Vorbildlich sind die Bremsen: Nicht nur bestehen sie aus zwei 300er-Scheiben vorne mit jeweils radial montierten Vier-Kolben-Sättel, sondern verfügen auch über ein hypermodernes Antiblockiersystem mit Kurven-Funktion und Supermoto-Modus – serienmäßig!
Und damit kommen wir vielleicht zur größten Überraschung: der unfassbar üppigen Ausstattung der 790 Duke. Denn neben dem Kurven-ABS sind auch die schräglagenabhängige Traktionskontrolle MTC, die Motorschleppmoment-Regelung MSR, eine Launch Control und der Quickshifter bereits serienmäßig an Bord. Außerdem finden sich rundum nur LED-Beleuchtungskörper – und ein so hübsches TFT-Farbdisplay ist in dieser Klasse auch kaum zu finden. Weiterer Beweis für die Detailliebe: Sogar der Menüschalter am Lenker ist beleuchtet.
Den Menüschalter benötigt man unter anderem, um die vier Fahrmodi der neuen KTM 790 Duke auszuwählen. Darin inkludiert ist auch ein frei konfigurierbarer Track Modus. Denn dass sich das Naked Bike auch recht eindrucksvoll auf der Rennstrecke fahren lässt, suggerieren nicht nur die ersten Werksfotos. Mit enormer Schräglagenfreiheit, niedrigem Gewicht und jede Menge entsprechendem Zubehör sollte die 790 Duke tatsächlich auch am Rundkurs für Grinsen und Gänsehaut sorgen.
Rund 30 Teile aus dem Powerparts-Sortiment sind bereits ab dem Start verfügbar. Einige wurden auch zu Paketen konfektioniert: Zur Wahl stehen ein STYLE-Package und ein RACE-Package. Und man muss keine Kristallkugel haben um vorauszusagen: Noch viel mehr wird kommen.
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