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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
14.4.2017

BMW F 900 GS ERLKÖNIGKONKURRENZ FÜR DIE AFRICA TWIN

Alle Fotos © bmh-images

Erwischt! Der Motorradmagazin-Erlkönig-Experte hat kurz vor Ostern den Nachfolger der BMW F 800 GS vor die Linse bekommen, der dem Vernehmen nach wohl F 900 GS heißen wird. 

Der Modellwechsel ist naheliegend und überfällig. Zum einen wird die Mittelklasse schließlich bereits seit 2008 fast unverändert gebaut, zum anderen hat die Konkurrenz in den vergangenen Jahren nachgelegt. Vor allem Hondas Africa Twin hat in der letzten Saison gezeigt, welche Erfolge in dieser Klasse möglich sind. Und es kommt ja auch noch einiges: KTM wird für das Modelljahr 2019 die neue 790 Adventure bringen, Triumph arbeitet an einer Tiger 900.

Was ist nun alles neu an der mittleren GS? Die auf den ersten Blick erkennbare technische Änderung betrifft die Auslegung des Antriebs: Der Kettenantrieb wanderte an die linke Seite, der Auspuff auf die rechte – gleich wie bei der großen GS. Damit ergibt sich auch hier der Nachteil, dass der „praktischere“ Koffer (wenn das Motorrad am Seitenständer steht ist es naturgemäß der rechte) nun der kleinere ist.
Zweite auffällige Änderung: Der Stahl-Gitterrohrrahmen der ersten Generation ist verschwunden und wurde wohl gegen einen Brückenrahmen getauscht. Parallel zur Umkehr des Antriebs soll auch die Motorkonstruktion tiefgreifend geändert worden sein. Gerüchtweise geht man davon aus, dass die aufwändige Lösung mit dem dritten Schwenkpleuel der Vergangenheit angehört und nun auch BMW einen Hubzapfenversatz von 270 Grad umsetzt, so wie es momentan in dieser beliebten Klasse der Reihen-Zweizylinder en vogue ist. 

In der Leistung erwarten wir uns einen deutlichen Zugewinn gegenüber dem bisherigen Maß von 85 PS. Alles rund um 100 PS ist vorstellbar und vernünftig. Dass Leistungsorgien in dieser Klasse nicht verkaufsentscheidend sind, beweist ja die Africa Twin mit ihren völlig ausreichenden 95 PS.

Was lässt sich sonst noch erkennen bzw. ableiten? Die neuen Kreuzpeichenräder dürften für schlauchlose Reifen geeignet sein, außerdem hält BMW am 21-Zoll-Vorderrad fest, wohl auch, um den authentischen Enduro-Charakter zu betonen. Das Design macht keine Experimente, sondern setzt auf einen edlen, hochwertigen Look im typischen BMW-Style. Hübsch, aber ebenfalls ohne Verwirrspiel kommt das Cockpit aus: Links ist ein großer, analoger Drehzahlmesser platziert, rechts davon ein Digitaldisplay für die restlichen Anzeigen. Am Foto unten gut zu erkennen: Auch die mittlere GS kommt nun in den Genuss des Multi-Controllers (das Rad am linken Lenkergriff) der großen GS.

Wie geht’s weiter? Von offizieller Seite wird natürlich nichts verraten, aber nach dem schon sehr schlüssigen, fertig wirkenden Stand der erwischten Prototypen würde es uns sehr wundern, stünden die glänzenden Serienmodelle nicht schon im November auf einer Showbühne und im kommenden Jahr bei den Händlern.
BMW F 800 GS vs. F 900 GS:

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