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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
27.5.2019

BMW R18 ConceptDer bayrische Harley-Jäger im Detail

Paukenschlag beim Concorso d’Eleganza Ende Mai am Comer See: BMW zeigte hier zum ersten Mal sehr konkret, wie man sich den Einstieg in das große, lukrative Cruiser-Segment vorstellt und enthüllte hier das BMW R18 Concept – einen stark nostalgisch angehauchten XL-Cruiser, der aufgrund der Farbgebung, aber natürlich auch mit dem dominanten Boxermotor sofort als BMW erkenntlich ist.

Bei einem Konzeptbike ist freilich interessant, welche Teile einer späteren Realität entsprechen und was alles nur Show und Glitzer ist. Nach zwei sehr nebulosen Studien zum Thema – zuletzt der amerikanischen Birdcage – kann man hier nun erfreut feststellen, dass sich die meisten und wichtigsten Komponenten bereits im späteren Serienzustand zeigen: Rahmen, Motor und wohl auch der Tank. Sogar der offen laufende, verchromte Kardan soll laut BMW-Motorrad-Designchef Edgar Heinrich homologierbar und daher auch beim Serienbike zu finden sein. Wir vermuten auch, dass die Reifendimensionen mit 21 Zoll vorne und 18 Zoll hinten keine Fantasie sind, auch wenn man damit den aktuellen Bobber-Trend negiert.

Was ist hingegen als Show-Effekt einzuordnen? Zum einen all die Teile, die fehlen: Armaturen, Spiegel, Heckabdeckung. Auch der ungefederte, dünn gepolsterte Sattel wird es so wohl nicht in die Serie schaffen, genauso sind die schlanken, verchromten Schalldämpfer mit angedeuten Haifischkiemen zu klein, um ihren von der Euro-5-Norm auferlegten Aufgaben gerecht zu werden. Die zwar wunderschönen, außen angelenkten Hebel am Lenker wird’s auch nicht geben, denn die sind nicht homologierbar. Und dass der Motor Solex-Doppelvergaser besitzen wird, glauben nicht einmal die hoffnungsvollsten Romantiker.

Werfen wir noch einen genaueren Blick auf die wichtigsten technischen Teile: Rahmen und Motor. Ersterer besteht aus einer sehr solid wirkenden Doppelschleifen-Konstruktion aus Stahl, die das optisch scheinbar starre Heck miteinbezieht. Die Schwinge ist natürlich gefedert (mittels eines Zentralfederbeins), besteht aber für den coolen Look auch aus einer Stahlrohr-Konstruktion.

Der Motor wiederum ist eine völlige Neukonstruktion und soll dazu beitragen, mit den marktbeherrschenden US-Marken (Harley und Indian) auf Augenhöhe zu agieren – aber gleichzeitig trotzdem am eigenen Konzept festzuhalten. In Frage kam daher nur ein Boxer, die Luftkühlung lag ebenfalls auf der Hand. Um an den amerkanischen Stammtischen nicht zur Lachnummer zu werden, war ein dreistelliger Cubic-Inch-Wert Grundvoraussetzung. 1800 Kubikzentimeter sind es nun geworden, also rund 110 Cubic Inch. Harley bietet den Milwaukee-8 bei den Serienmodellen mit 107 und 114 Cubik-Inch an, der Thunder Stroke von Indian bringt es auf 111 Cubic Inch. Das passt also.

Äußerst interessant ist die Ventilsteuerung. Angesprochen auf die zwei verchromten Rohre, die nach Stößelstangen aussehen, meinte Edgar Heinrich: „Wir designen kein Fake.“ Übersetzt: Was nach Stößelstange aussieht, ist eine Stößelstange. Was sich aber genau unter den handpolierten Alu-Ventildeckeln abspielt, wurde noch nicht verraten.

Wie geht’s nun weiter, wann kommen die bayrischen Harley-Killer? Was wir bereits erfahren konnten ist, dass der Marktstart in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres, also im Herbst 2020, stattfinden wird. Dann wird die neue Modellfamilie mit einer auf der R18 Concept basieren Variante starten, also mit einem waschechten Cruiser. Ziemlich wahrscheinlich wird gleich von Beginn an auch ein zweites Modell am Start stehen, logisch wäre beispielsweise eine Spielart mit Scheibe und Softgepäckstücken. Ob die Serienmodelle schon auf der kommenden Eicma in Mailand präsentert werden (November 2019), blieb hingegen noch offen, wir würden aber nicht darauf tippen.

Und was passiert noch alles mit dem neuen Motor? Hier betreten wir das Reich der Spekulation. Klar ist nur – und von BMW auch bestätigt –, dass rund um den Riesenboxer a la longue eine ganze Modellfamilie konfektioniert werden wird. Um in Amerika (und wohl auch in anderen Märkten) mit Cruisern richtig erfolgreich zu sein, wird man wohl einen Full Dresser und einen Bagger benötigen, also Konkurrenz für eine Harley E-Glide und Street Glide. Vielleicht überrascht uns auch eine sportlichere Variante nach Art einer Fat Bob, das würde uns ebenfalls taugen. Wie auch immer man es betrachtet, für einen wird’s ungemütlich: Harley darf besorgt sein.

Bilder von der Präsentation am Concorso d’Eleganza am Comer See:

Bilder vom Fotoshooting am Gelände der Villa Erba, Cernobbio:

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