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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
31.7.2019

Triumph Rocket 3 R/GTDie Macht sei mit ihnen!

Wir haben es nach der Präsentation der Triumph Rocket 3 TFC schon erwartet: Das exklusive, weltweit auf 750 Stück limitierte Modell war nur der Vorreiter. Nun folgt die Sereinversion, genauer gesagt: es folgen die Serienversionen, denn die Briten fächern das Modell gleich auf zwei Spielarten auf: die Rocket 3 R und die Rocket 3 GT.

Beginnen wir aber mit den Gemeinsamkeiten: Wie schon die TFC (steht für Triumph Factory Custom) vorgezeigt hat, besitzt die neue Rocket 3 einen deutlich modifizierten und auf 2458 Kubikzentimeter vergrößerten Motor. Im Gegensatz zur TFC leistet er in den Serienmodellen aber „nur“ 167 PS und ein maximales Drehmoment von 221 Newtonmeter. Die TFC bringt’s auf 182 PS und 225 Nm. Wir denken aber: Das sollte verschmerzbar sein, immerhin liegen die Werte des Serienmodells um 11% über dem alten Modell, und das ging ja auch nicht gerade schlecht. Außerdem muss man in punkto Performance einrechnen, dass die neuen Modelle deutlich leichter sind: Sie haben um 40 Kilo abgespeckt und halten jetzt bei 291 bzw. 294 Kilo trocken. Nur, um es erwähnt zu haben: Der fette Triple ist außerdem der größte Motorradmotor im Serienbau.

Völlig neu ist der Alu-Rahmen, der steifer und trotzdem leichter geworden ist. Er führt Federelemente von Showa: eine in Zug- und Druckstufe einstellbare 47er-USD vorne und ein in der Vorspannung justierbares Mono-Federbein mit Ausgleichsbehälter an der schmucken Einarmschwinge hinten. Dort dreht sich übrigens ein 240er-Reifen, also eine veritable Walze. Die Reifen wurden speziell für die neue Triumph Rocket 3 entwickelt, es sind Avon Cobra Chrome in Sonderspezifikation. Feinste Ware auch bei den Bremsen: radial montierte Brembo Stylema Monoblock-Zangen verbeißen sich vorne in zwei 320er-Scheiben.

Die modernen Zeiten zeigen sich auch bei ein paar Details: die LED-Doppelscheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht sind genauso serienmäßig wie das TFT-Display, das Ende 2018 bei der Triumph Scrambler 1200 debütiert hat. Auch bei den Sicherheitssystemen wurde nicht gespart: Serienmäßig finden wir an beiden Modellen der Rocket 3 ein Kurven-ABS, eine schräglagenabhängige Traktionskontrolle, vier Fahrmodi, einen Tempomaten und einen Berganfahrassistenten. Auch ein Funkschlüssel ist im Serienumfang enthalten, bei der Rocket 3 GT sind zusätzlich Heizgriffe montiert. 

Abgesehen von den Hightech-Feinheiten bietet die Rocket 3 auch eine extrem hochwertige Bestücklung an edlen Komponenten. Die vielen Carbon-Parts bleiben zwar der TFC vorbehalten, die Serienversionen bekamen aber viele Elemente aus gebürstetem Aluminium verpasst. Gemeinsam mit diesem Kunstwerk von einem Dreifach-Krümmer an der rechten Seite und den schönen Lenkerenden-Spiegel ergibt sich ein echter Ausnahmeathlet, der in Kürze gegen die Ducati Diavel und im weiteren Konkurrentenkreis auch gegen die dynamischeren Harleys und Indians in den Ring steigen wird.

Nun noch kurz zu den Unterschieden zwischen den beiden Modellen Triumph Rocket 3 R und Rocket 3 GT. Wie man erahnen kann, soll die R als sportlichere Variante punkten, die GT hingegen bei Soziustransport und Reisen ihre Stärken zeigen. Die Rocket 3 R kommt daher mit einer mittigeren Fußrasterposition (zweifach verstellbar), einem niedrigeren Roadster-Lenker und einem schlankeren Sozius-Plätzchen, das auch demontierbar ist. Heizgriffe gibt es hier als Extra, dazu zwei Uni-Farben: Schwarz oder Rot.

Die Rocket 3 GT wiederum verfügt über einen etwas höheren Lenker und einen üppiger gepolsterten Soziussitz (der aber auch abnehmbar ist), ergänzt um eine Rückenlehne aus gebürstetem Aluminium. Die Fußraster liegen etwas weiter vorne und sind sogar in drei Positionen arretierbar, die Sitzhöhe des Fahrers liegt mit 750 Millimetern sogar leicht unter jener der R (773 Millimeter). Heizgriffe sind serienmäßig, dazu glänzen die 20-Speichen-Felgen mit gefrästen Bereichen. Nur die GT bietet vorderhand eine Zwei-Farben-Lackierung: Silber/Grau mit roten Zierstreifen. Als Alternative ist die GT auch in Schwarz zu haben.

Wie bei Triumph üblich gibt es von Beginn an auch ein üppiges Programm an Extras und Zubehör. Beispielsweise einen Shift Assist (vulgo Quickshifter für up/down), ein Reifendruck-Kontrollsystem, ein GoPro-Kontrollsystem, Connectivity-Funktionen in Interaktion mit dem Smartphone oder auch so nützliche Dinge wie 20-Liter-Sportkoffer, eine Hecktasche oder einen Tankrucksack. In Summe mehr als 50 verlockende Teile ...

Bleiben am Ende vor unseren großen Bildergalerien und den technischen Daten noch die Fragen nach Marktstart und Preis. Laut Triumph sollen die ersten Exemplare der neuen Rocket 3 noch in diesem Jahr – also Ende 2019 – in Deutschland und Österreich eintreffen. Preise sind bis dato noch nicht bekannt, aber man kann wohl davon ausgehen, dass sie deutlich unter den Werten der exklusiven TFC-Version liegen werden. Jene kostet in Deutschland 28.450 Euro, in Österreich 33.000 Euro. Für die exakten Preise müssen wir also noch warten, genauso wie auf den ersten Fahrtest, dem wir mit brennender Ungeduld entgegen sehen.

Triumph Rocket 3 R Bildergalerie

Triumph Rocket 3 GT Bildergalerie

Technische Daten Triumph Rocket 3 R/GT

Motor: 3-Zyl.Reihenmotor, DOHC, 12V, Ride by wire
Hubraum: 2458 ccm
Bohrung/Hub: 110,2 x 85,9 mm
Leistung: 123 kW/167 PS bei 6000 U/min
Drehmoment: 221 Nm bei 4000 U/min
Anti-Hopping-Kupplung
Antrieb: 6-Gang, Kardan

Aluminium-Rahmen
Sitzhöhe: 773/750 mm
Lenkkopfwinkel:  27,9°
Nachlauf: 134,9 mm
Tankinhalt: 19 Liter
Reifen: 150/80-17 und 240/50-16

Vorne Showa 47-mm-USD Cartridge, einstellbare Druck- & Zugstufe
Hinten Showa Monoshock mit Ausgleichsbehälter und hydraulisch verstellbarer Vorspannung
Federweg v/h: 120/107 mm
Bremsen v: zwei 320-mm-Scheiben mit Brembo M4.32 Stylema-Radial-Vierkolben-Monoblock-Bremssättel
Bremse h: eine 300-mm-Scheibe mit Brembo M4.32 Vierkolben-Monoblock-Bremssattel

TFT-Instrument mit digitalem Tacho und Drehzahlmesser, Tageskilometerzähler, Anzeigen für Gang, Tankinhalt, Außentemperatur, Uhr, Riding Mode (Rain, Road, Sport, Rider); Option zur Nachrüstung eines Bluetooth-Verbindungsmoduls und einer GoPro-Steuerung

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