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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
peter.schoenlaub@motorrad-magazin.at
6.1.2020

GASGAS: Die Zukunft Neue Offroader – und Straßenbikes!

Die einen fürchten sich davor, die anderen erwarten es gespannt: Was passiert mit der spanischen Traditionsmarke GasGas, nachdem sie 2019 de facto von KTM übernommen wurde? Wir kennen bereits viele Antworten und klären auf, was die Zukunft für GasGas bringen wird. Und eins vorab: Die Zukunft hat bereits begonnen, die ersten Auswirkungen sollten bereits in Kürze sicht- und spürbar werden.

Zunächst vorab: Was ist eigentlich passiert? KTM hat 2019 60% der Anteile an GasGas von der spanischen Investmentfirma Black Toro übernommen. Dabei wird es allerdings nicht bleiben. KTM wird spätestens 2024 auch die restlichen Anteile übernehmen und damit die Marke vollständig in das Portfolio integrieren. Damit wurde im Hintergrund bereits begonnen.

Was bringt GasGas für KTM, welche Rolle soll die Marke zukünftig spielen? Zunächst hat KTM mit GasGas nun endlich auch eine – sogar sehr traditionsreiche – Trial-Marke im Programm und kann diesen weißen Fleck auf der Offroad-Landkarte schließen. Die Trial-Produktion soll wieder gestärkt werden, die Fertigung bleibt in der Fabrik in Girona (nahe Barcelona). Der Fokus auf Elektro-Trial (TXE) soll ebenfalls verstärkt werden, zuletzt verkündete man das Engagement des Routiniers Albert Cabestany, der im Trial-E Weltcup an den Start gehen wird und den Titel für GasGas verteidigen soll. Schon heuer will man 2000 Trial-Bikes bauen und verkaufen.

Das war das Erwartbare. KTM hat aber noch viel mehr mit GasGas vor: Die spanische Marke soll zur Einstiegsklasse in den Offroadsport werden. Dazu wird es wohl noch 2020 eine ganze Riege an neuen Modellen geben – Enduro und Cross –, die auf den orangen Modellen basieren, aber mit einfacheren Komponenten bestückt sind. Damit richten sich die GasGas-Offroader an Einsteiger oder Gelegenheitsfahrer, die ihr Budget nicht unbedingt mit Top-Material sprengen wollen. Gebaut werden die roten Offroader in Mattighofen, im Gegenzug wird wahrscheinlich ein Teil der Minicycle-Produktion nach Spanien zu GasGas abgesiedelt.

Mittlerweile ist auch schon klar, welche Modelle in Kürze kommen sollen: Im Motocross werden es drei Viertakter mit 125/250/450 ccm sein; im Endurosegment vier Modelle: zwei Viertakter (250/350) und zwei Einspritz-Zweitakter (250/300). Unten seht ihr erste Eindrücke, wie die Modelle aussehen könnten.

Für ein entsprechendes Markenimage sollen in rot gekleidete Werksfahrer und Werksfahrerinnen sorgen: Neben Albert Cabestany (Trial) wurden Glenn Coldenhoff und Ivo Monticello (MXGP), Taddy Blazusiak (Enduro/Extreme Enduro) sowie Laia Sanz (die bereits bei der 2020er-Dakar in Rot startet) in die Riege der werksunterstützten Piloten gehoben.

Die neuen Offroader sollen wie die Trial-Modelle über einen Teil des bestehenden Händler-Netzwerks von KTM und Husqvarna verkauft werden. Dazu werden die Händler einen GasGas-Corner, also einen Shop im Shop, einrichten, der von der Farbe Rot dominiert wird. Das soll bereits in Kürze geschehen, wahrscheinlich bereits beginnend mit Frühjahr 2020.

Damit aber noch nicht genug. Kürzlich hat KTM noch einen weiteren Clou aus dem Ärmel geschüttelt und angekündigt, dass GasGas in Zukunft auch Straßenmodelle produzieren wird. Selbstverständlich auch in diesem Fall auf Basis der KTM-Plattformen. Die Rede ist von Naked Bikes mit 250 Kubik (Einzylinder), aber auch mit dem 800 ccm großen Reihen-Zweizylinder aus der KTM 790 Duke. Von dieser Version soll es auch eine Art Sporttourer geben. Wann diese Straßenmodelle auf den Markt kommen werden, ist derzeit noch offen.

Ehrgeizig sind auf alle Fälle die Erwartungen an den Verkauf. Schon in drei Jahren – also 2022 – sollen rund 20.000 GasGas-Modelle zum Wachstum der KTM-Gruppe beitragen. In diesem Kalenderjahr will man in Summe rund 400.000 Fahrzeuge aller Hausmarken absetzen – um gut 40% mehr als im Jahr 2019!

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