Leeren ›

Österreichs Plattform
Symbol, das darstellt, dass dieses Magazin 24h am Tag und 7 Tage die Woche verfügbar ist
für schräges Leben

Leseprobe gefällig?

Bitte, gerne! Einfach auf das Vorschaubild klicken und schon startet der Download.

Kiosk-Button
menu
Christoph Lentsch
Autor: Mag. (FH) Christoph Lentsch
christoph.lentsch@motorrad-magazin.at
5.2.2021

KTM 1290 Super Adventure 2021 TestMattighofener Multitasker

Wir haben ja behauptet, die neue KTM 1290 Super Adventure S wäre im Gegensatz zur bereits getesteten Ducati Multistrada V4 keine Neuentwicklung, sondern lediglich eine Überarbeitung. KTM selbst spricht aber von einem Motorrad, das zu 90 Prozent neu sein soll. Bevor wir aber auf Zahlen herumreiten, wollen wir feststellen: Viel wichtiger ist, was geändert und ob es dadurch verbessert wurde. Zunächst gibt es eine Änderung, die nicht gewollt, sondern gesetzlich gefordert wurde: das Update des 1301-Kubik-V2-Kraftwerks auf die EURO-5-Abgasnorm. 

Das Aggregat leistet nach wie vor 160 PS, muss aber auf zwei Newtonmeter Spitzendrehmoment verzichten. 138 Newtonmeter sind aber noch immer um 13 mehr als der V4 der Multistrada stemmt, aber um fünf weniger als der Boxer der BMW R 1250 GS. Auf der Straße fällt das nicht auf, die KTM beißt vom Fleck weg schärfer an als die Multi und sollte auch satter aus den Ecken kommen. Ducatis V4 braucht naturgemäß mehr Drehmoment, rollt aber dafür auch locker im dritten Gang ruckfrei durch enge Kurven. Zu einigen fahrdynamischen Vergleichen aber etwas später.

Um die Super Adventure etwas beweglicher zu machen, hat man den Lenkkopf um 15 Millimeter Richtung Fahrer versetzt, gleichzeitig wurde die Schwinge verlängert, um die entsprechende Stabilität zu gewährleisten. Letztere ist eine der höchsten Tugenden der KTM, bis über 200 Stundenkilometer (maximal: 250 km/h) brachte die Reiseenduro sogar mit Koffern kaum etwas aus der Ruhe - außer die steife Brise von links auf Fuerteventura. Obwohl übrigens an Motor (1,6 Kilo), Verkleidung und mit einem neuen Alu-Heckrahmen Gewicht gespart wurde, legte die Super Adventure um zirka 5 Kilo zu, laut Ingenieuren großteils wegen der EURO-5-Norm. Dafür senkte man mit einem neuen dreiteiligen 23-Liter-Tank den Schwerpunkt, ähnlich wie bei 790 und 890.

Der Asphalt auf der kanarischen Vulkaninsel war dafür verantwortlich, dass die neue Mitas-Bereifung selbst bei Dauerregen keinen Schmierer machten, weshalb wir ein Urteil darüber noch vorbehalten. Auf nasser Fahrbahn war nicht leicht, das ABS zum Eingriff zu provozieren, so gut hielten die Gummis auf Nässe.

Apropos ABS: Die Fahrassistenzsysteme arbeiten extrem fein und unauffällig, die Traktionskontrolle war zwar durch das Warnlicht am Display zu sehen, aber praktisch nicht zu spüren. Mehr Gefühl wollte man dagegen über das verbesserte elektronische Fahrwerk von WP vermitteln. Eine neue Kontrolleinheit, neue Ventile und neue digitale Sensoren sorgen für ein noch klareres Feedback (Einstellmöglichkeiten: Street, Sport, Comfort, Offroad und Auto). Man wollte ein semi-aktives Fahrwerk, das sich anfühlt wie ein mechanisches. Bei keiner anderen Marke steht der Fahrer so im Fokus wie bei KTM und selbst bei all der Elektronik hat man hier noch am stärksten das Gefühl, die Zügel in der Hand zu haben.

Beim Federbein kann die Vorspannung nicht wie gewohnt auf Fahrer, Fahrer mit Gepäck etc. eingestellt werden, sondern entweder in High oder Low, oder in 10 Stufen, die am Display in Prozent angezeigt werden. Unsere Wahl für die Testfahrt: Wir ließen den neu geformten, schmäleren Sitz in der unteren Position von jetzt 849 Millimetern (hoch: 869 mm) und stellten die Vorspannung auf Maximum. Zudem nutzten wir fast ständig die Anti-Dive-Funktion der Gabel. Manche Fahrer mögen das Gefühl nicht, wenn die Front beim Anbremsen nicht eintaucht, wir schätzten die stabile, gleichmäßige Haltung selbst bei harten Bremsmanövern.

Trotz Regen ließen wir mit dem Street-Modus den Standardmodus aktiv (Änderungen werden auch nach einem Neustart übernommen). Die Kraft des V2 ist wunderbar dosier- und beherrschbar. Abstimmungsarbeit ließ man auch dem Getriebe und dem leider optionalen Quickshifter angedeihen. Die Gangwechsel funktionieren zwar auch mit der leichtgängigen Kupplung schnell und präzise, aber wenn's heiß hergeht lässt man gerne die Elektronik arbeiten. Einen so geschmeidigen Schaltautomaten an so einen Reaktor zu pflanzen ist keine leichte Aufgabe, hier ist sie vorbildlich gelungen.

Das neue Keyless-Go-System, das mit einer Anti Relay Attack vor Langfingern schüzt, sperrt jetzt den Tankdeckel und ermöglicht das Abnehmen des Sozius per Knopfdruck an der linken Seite. Unter dem Beifahrersitz, der mehr Komfort und Platz bieten soll, befindet sich ein Staufach, das problemlos Erste-Hilfe-Tasche und Werkzeug unterbringt. 

Neu ist nicht nur ein Teil der Elektronik, sondern auch die Oberfläche, über die diese gesteuert wird. Die jetzt umfangreichere, aber noch immer klare Menüführung am 7-Zoll-TFT-Display wird über neue Schaltereinheiten am Lenker bedient, die wesentlich edler und moderner wirken als die alten. Ein Wippschalter rechts kann mit selbst gewählten Funktionen zur Schnellauswahl belegt werden. Schade ist, dass für die Anzeige der Navigation nicht das ganze Display genutzt werden kann, sondern nur eine einfache Pfeilnavigation (Turn-by-Turn) dargestellt wird. 

Mit der Super Adventure S kann man defintiv sehr gut reisen – obwohl man dafür vielleicht einiges an Zubehör aus dem PowerParts-Programm addieren möchte. Aber man will vor allem eins: fahren. Wenn man das gerade nicht tut, sollen nun zwei Kühler, also einer pro Zylinder, für weniger heisse Luft für Fahrer und Motor sorgen. Auch das können wir aufgrund des Wetters noch nicht sicher bestätigen, warm wurde es jedenfalls niemandem. Die orange Reiseenduro der Königsklasse ist wie eigentlich jede KTM eine Fahrmaschine, ready-to-race und wie bereits erwähnt mit dem Fahrer als zentrales Element, dem – so es noch gesetztlich erlaubt ist – auch die Möglichkeit gegeben wird, auf Hilfe durch Bits & Bytes zu verzichten.

So muss auch niemand den Abstands-Tempomaten aktivieren, der auch als normaler Tempomat genutzt werden kann. KTM geht noch einen Schritt weiter als Ducati und präsentiert den Geschwindigkeitsregler nicht als reines Autobahn-Feature. Zwei Modi, ACC Sport und ACC Comfort und fünf Weiteneinstellungen ermöglichen, dass man sogar auf der Landstraße mit dem Tempomaten fahren kann. Das setzt allerdings voraus, dass vor einem einer fährt, der auch bremst, wenn eine Kurve kommt. Denn dann kann man sich hinter dieses Fahrzeug setzen und lässt einfach den Tempomaten Gas geben und verzögern (zunächst verzögert er mit der Motorbremse, dann erst greift er in die Bremse ein). Das ist zum Beispiel in einer Gruppe mit Guide möglich, wie bei unseren Präsentationen. Auf feste, unbewegte Objekte reagiert das System übrigens nicht, aktivierbar ist es von 30 bis 150 km/h.

Es muss nicht darauf hingewiesen werden, dass man stets aufmerksam sein muss und die Finger am Bremshebel halten sollte, wenn man den Tempomaten so nutzen möchte. 

Wer den Vergleich Ducati Multistrada V4 gegen KTM 1290 Super Adventure S für sich entscheiden wird, kann jetzt noch nicht geklärt werden. Die Multi wirkt vielleicht etwas eleganter und im Winkelwerk agiler, die KTM dagegen transparenter und bei hohen Geschwindigkeiten vielleicht sogar noch stabiler. Aber auch mit der Multi erreichten wir Geschwindigkeiten jenseits der 200 mit Koffern, ohne irgendwelche Turbulenzen. Der Windschutz ist ebenfalls ähnlich gut, wie auch die intuitive Bedienung des Displays.

Möglicherweise ist die Ducati sogar etwas reisefreundlicher. Eines hat die KTM aber mit Sicherheit gewonnen, das Verbrauchsduell. Während bei der Ducati zwischen 8,5 und 10,5 Liter auf 100 km verbraucht wurden, waren es bei der KTM zwischen 6,1 und 6,8. Ein Unterschied, der nicht zu vernachlässigen ist.

KTM 1290 Super Adventure S: 160 PS, 138 Nm, Standgeräusch 89 dBA

Mehr zum Thema:

Reiseenduro/Adventure:

star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

26.2.2026

Ducati DesertX 2026
Ducati DesertX 2026

Ducati DesertX 2026Böser Blick

Angetrieben vom neuesten 890-Kubik-V2 mit variabler Ventilsteuerung und mit geändertem Design sowie Aufwertungen im Detail startet die DesertX in die nächste Sonderprüfung.

weiterlesen ›
star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

20.2.2026

Kawasaki KLE500 im Gelände
Kawasaki KLE500 im Gelände

Kawasaki KLE500 TestAllround oder Adventure

Eine Legende kehrt zurück und bleibt sich vielleicht etwas zu treu. Die KLE500 ist eine Allround-Enduro der Alten Schule mit vielen Qualitäten und einer langen Geschichte. Wir haben sie in Almeria On- und Offroad getestet.

weiterlesen ›
star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

17.2.2026

Harley 1250 Pan America Limited 2026 erster Test
Harley 1250 Pan America Limited 2026 erster Test

Erster Test. Harley Pan America 1250 LimitedDas volle Pogramm!

Die Amerikaner ergänzen ihr Adventure-Lineup 2026 mit einem neuen Topmodell – der Pan America 1250 Limited. Was die Premium-Power-Reiseenduro alles mitbringt und wie sie sich fährt, das klärt unsere erste Ausfahrt.

weiterlesen ›

KTM:

star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

11.3.2026

KTM 4 Jahre Garantie
KTM 4 Jahre Garantie

KTM 4 Jahre GarantieSicherheit zum Quadrat

KTM erweitert die KTM Premium-Herstellergarantie für alle straßenzugelassenen Motorräder ab dem Modelljahr 2025 auf vier Jahre.

weiterlesen ›
star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

4.3.2026

KTM 990 RC R Track in Weiß auf der Rennstrecke
KTM 990 RC R Track in Weiß auf der Rennstrecke

KTM 990 RC R TrackMehr als ready to race

Die rennstreckenfertige Version des orangen Supersportbikes steht kurz vor der Auslieferung, und selten war der Leitspruch von KTM so treffend wie bei diesem Motorrad: ready to race. Was diese Spezialversion kann und wieviel sie kostet, das lest ihr hier.

weiterlesen ›
star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

8.1.2026

KTM 125 Duke Modelljahr 2026 in Blau und Orange stehend schräg von vorne
KTM 125 Duke Modelljahr 2026 in Blau und Orange stehend schräg von vorne

KTM 125 Duke/390 Duke 2026Neue Farben, neue Preise

KTM startet mit einer Duke-Offensive ins neue Jahr, die auch die kleineren Modelle im Line-up erfasst: 125 Duke und 390 Duke. Beide erhalten kleine technische Updates und zusätzlich neue Lackierungen. Darunter befindet sich auch eine große Überraschung ...

weiterlesen ›

:

star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

7.3.2026

Triumph Tiger Sport 660 Modelljahr 2026 in Blau fahrend von rechts nach links
Triumph Tiger Sport 660 Modelljahr 2026 in Blau fahrend von rechts nach links

Erster Test: Triumph Tiger Sport 660 2026Mehr Power, mehr Reichweite

Neben der Trident 660 gönnen die Briten auch der Tiger Sport 660 im Modelljahr 2026 ein umfassendes Update. Wir sind das charmante Crossoverbike schon gefahren und ordnen die Neuheiten ein.

weiterlesen ›
star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

4.3.2026

Honda WN7, Modelljahr 2026, in Schwarz fahrend von links nach rechts
Honda WN7, Modelljahr 2026, in Schwarz fahrend von links nach rechts

Erster Test: Honda WN7Wie fährt sich das erste große Elektro-Motorrad von Honda?

Reichweiten, Preise, Laden – Elektromobilität ist mit vielen Fragezeichen behaftet und konnte sich in den vergangenen Jahren nur in Nischen am Markt etablieren. Gelingt dem ersten Elektro-Motorrad des weltgrößten Herstellers diese Hürden zu überwinden? Wir sind die WN7 bereits gefahren.

weiterlesen ›
star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

3.3.2026

Triumph Trident 660 Modelljahr 2026 in Gelb gefahren in der Kurve von rechts nach links
Triumph Trident 660 Modelljahr 2026 in Gelb gefahren in der Kurve von rechts nach links

Erster Test: Triumph Trident 660 202695 PS, schärferer Look, bessere Ergonomie

Triumph erneuert nach fünf Jahren sein Einsteigerbike mit Dreizylinder: die Trident 660. Wir konnten den schlanken Roadster bereits fahren und schildern euch hier unsere ersten Eindrücke: Macht sich das Mehr an Power bezahlt?

weiterlesen ›

Leseprobe gefällig?

Bitte, gerne! Einfach auf das Vorschaubild klicken und schon startet der Download.