Leeren ›

Österreichs Plattform
Symbol, das darstellt, dass dieses Magazin 24h am Tag und 7 Tage die Woche verfügbar ist
für schräges Leben

Leseprobe gefällig?

Bitte, gerne! Einfach auf das Vorschaubild klicken und schon startet der Download.

Kiosk-Button
menu
Christoph Lentsch
Autor: Mag. (FH) Christoph Lentsch
christoph.lentsch@motorrad-magazin.at
18.6.2021

Triumph Speed Triple RS TestGet in the ring!

Text: Christoph Lentsch, Fotos: Kurt Pinter

Wäre die neue Speed Triple RS eine klassische Schlagkombination im Boxen, dann wohl die einfache wie effektive 1-3-4-Kombi: Jab, linker Haken, rechter Haken. Das bedeutet, dass man den Gegner auf der linken Seite bearbeitet, während man auf der rechten die Lücke für einen K.O.-Treffer vorbereitet. Bei erfolgreicher Durchführung zählt der Schiedsrichter bis zehn und der Gegner die Schäfchen.

Bumm! Triumph schockt mit einer für niemanden sichtbaren geraden Linken die Hyper-Naked-Arena und drückt mit der Power von 180 Pferden aus 1160 Kubik eine bleibende Erinnerung ins Gesicht der Konkurrenz. Ihren letzten Kampf hatte die Speed Triple noch als 150 PS starke 1050er bestritten, jetzt tritt sie plötzlich und unerwartet in der Superschwergewichtsklasse an. Letzteres gilt allerdings nicht für ihr Kampfgewicht, das nun nur mehr 198 Kilogramm vollgetankt beträgt.

Das Leistungsgewicht hat sich somit um 26 Prozent verbessert. Alleine der kompaktere Motor soll um sieben Kilo leichter geworden sein. Für die höheren Drehzahlen tanzen erstmals Schlepphebel leichtfüßig auf den Ventilen wie Ali über die Bretter. Die um zwölf Prozent reduzierte Schwungmasse soll die Spritzigkeit steigern, bis der Begrenzer bei 11.150 Touren das Weiße Handtuch wirft. Der Hub wurde radikal verkürzt und die Bohrung ebenso vergrößert, dazu gibt’s ein neues Kühlsystem und eine neue Zündung.

Der kompaktere Antrieb inklusive neuem Getriebe schaffte Platz für eine längere Einarm-Schwinge – das verbessert Traktion und Stabilität bei einem unveränderten Radstand von 1445 Millimeter. In Sachen Druck reiht sich die Speedy mit 125 Newtonmetern in die obere Hälfte des Leistungsspektrums der kleiderlosen Großkaliber ein; nur KTMs V2-Kernreaktor (144) und Kawasakis Kompressor (137) liefern mehr Punch. Apropos …

Zack! Keinen halben Wimpernschlag auf die erste Linke folgt die zweite, aber schärfer und präziser. Ein schlankeres Chassis mit schmälerem Tank und Sitz und ein breiterer Lenker lassen den Fahrer den austrainierten Körper der Speedy spüren – auch durch den hart gepolsterten Sitz. Durch die ranke Figur wirkt die Sitzhöhe von 830 Millimeter moderat, der Kniewinkel blieb hingegen sportlich. Über die volle Distanz wird man mit der Engländerin nicht gehen wollen, aber mit welchem Hypernaked will man das schon?

Feinmechanik aus Italien und Schweden (Brembo-Stylema-Zangen, NIX30-Gabel und TTX36-Federbein) bringen die brutale Performance auf Linie und halten überbordende Gewaltausbrüche unter Kontrolle. Die stählerne wie haarfein dosierbare Bremskraft beim Eintritt in den Radius, über ein kombiniertes System wirkungsoptimiert auf alle Scheiben verteilt, genießt man mitunter mehr als die furchteinflößenden Beschleunigungseruptionen. (Man freut sich beinahe, wenn man mal wieder etwas später dran ist.)

Wie bei der Street Triple RS ist auch auf der großen Schwester ein in der Weite und Übersetzung verstellbarer Bremshebel verbaut. Astreine Wettkampf-Ware also, was auch für das straff abgestimmte Fahrwerk und die Metzeler-Racetec-RR-Bereifung gilt, obwohl Triumph die Speedy als potenten Roadster für den Landstraßeneinsatz positioniert. Zur Straßenschlacht kann man heute eben nicht mehr mit einem Kleinkaliber kommen.

Prack! Der letzte Hammer der destruktiven Trilogie ist gefallen: der rechte Haken. Und in ihm steckt ein prallvoller Sack hochrasanter Elektronik: Keyless-Go (sperrt auch den Tankdeckel), 5-Zoll-TFT-Display mit Bluetooth, zweistufiges Kurven-ABS, vierstufige und abschaltbare Schräglagen-TC, Wheelie-Control, beleuchtete Lenkerarmaturen, Tempomat und ein mittlerweile zum Pflichtfeature avanciertes Teil: ein vollwertiger Quickshifter. Bekannt sind die fünf Fahrmodi Road, Sport, Track, Rider und Rain (100 PS Maximalleistung), neu ist dagegen die Struktur des Menüs.

Die Traktionskontrolle kann wie das ABS unabhängig vom Fahrmodus angepasst werden. Über die Bluetooth-Schnittstelle und die kostenfreie MyTriumph-App lässt sich auch die GoPro steuern und eine Turn-by-Turn-Navigation anzeigen, doch schon die Standardfunktionen verlangen nach etwas intensiverer Beschäftigung. Solche Schwierigkeiten beim Adjustieren und Ablesen hatten wir schon lange bei keinem Triumph-Motorrad mehr. Abhängig vom Fahrmodus könnte die Gasannahme etwas feiner sein, auch der Quickshifter funktioniert auf anderen Triumph-Modellen schneller und exakter.

In Stadt und Winkelwerk reichen meist die ersten zwei Gänge, im dritten beginnt der Motor unter fünfzig Stundenkilometer zu „mahlen“. Gibt man dem Triple die Sporen, drängt er wütend aus den Ecken und gönnt dem Steuermann auf Zwischengeraden – egal, wie lang sie sind – keine Erholung. Die Kraftentladung macht sich bereits nach einer relativ kurzen Testfahrt durch ein stark angenagtes Reifenbild am Hinterrad bemerkbar, so sehr zerrt der Höllenhund an der Kette.

Ein blaues Auge hat die Speed Triple RS der Konkurrenz schon mal verpasst, bis es zum großen Summer-Slam kommt, bleibt das erste (theoretische) Kräftemessen aber ein reiner Schaukampf. Wie könnte die Speedy im kommenden Hyper-Naked-Vergleich noch punkten? Auf jeden Fall mit dem Sound, der auch durch die völlig neue Serienanlage ein imposantes Dreizylinder-Donnergrollen entlässt. Eine Auspuff-Alternative wird es zumindest aus dem Originalzubehörprogramm von Triumph nicht mehr geben – das ist wirklich „unheard of“, also unerhört.

Dafür erreicht man mit einer voll ausgestatteten Speed Triple RS (inklusive Reigendruckkontrollsystem, Heizgriffe, Pflegeset und Motorradabdeckung) noch nicht mal den Preis einer Ducati Streetfighter V4 – und die hat kein Öhlins-Fahrwerk. Mit 20.500 Euro preisen die Briten die Speedy äußerst fair an, zumal sie mit exklusiven Komponenten bestückt ist. Die Super Duke von KTM ist spürbar (21.149 Euro), die Z H2 von Kawasaki (20.199 Euro) unwesentlich teurer. Nur – wer hätte es gedacht ­– die BMW S 1000 R bietet für deutlich unter 20.000 Euro sogar ein elektronisches Fahrwerk.

Für eine Wirtshausschlägerei ist die Speed Triple mittlerweile viel zu gut und schade, sie muss auf die große Bühne. Und die wird sie bei uns bekommen.

Mehr zum Thema:

Naked Bike:

star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

6.8.2026

Prototyp der BMW R 20 für 2027 schräg von vorne
Prototyp der BMW R 20 für 2027 schräg von vorne

Erwischt: BMW R 20Bayerns dickstes Ding

Vor zwei Jahren noch als Konzept präsentiert nähert sich der neue Megaboxer der Serienreife. Wir haben ein schon fast fertiges Exemplar vor die Linse bekommen und spekulieren darüber, was wir wann erwarten dürfen.

weiterlesen ›
star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

23.6.2026

KTM 790 Duke 2027
KTM 790 Duke 2027

KTM 790 Duke Test 2027Schnittkontrolle

Die 790 Duke wurde als Skalpell präsentiert, dann von 890 und 990 zum Einstiegsbike degradiert und schlägt jetzt mit noch mehr Kontrolle und Präzision zurück.

weiterlesen ›
star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

16.6.2026

Prototyp des neuen Einstiegsmodells von Moto Guzzi
Prototyp des neuen Einstiegsmodells von Moto Guzzi

Erwischt: Neues Einstiegsmodell von Moto GuzziEin Adler für Junge und Junggebliebene

Schon länger kursiert das Gerücht, das Moto Guzzi ein Einstiegsmodell mit Reihen-Zweizylinder bringen würde. Nun haben wir ein Vorserienmodell erwischt, das – wenn auch noch stark getarnt – den Weg bereits erahnen lässt.

weiterlesen ›

Triumph:

star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

15.7.2026

Traumreise Umbrien in Motorradmagazin 6/26 mit Triumph Tiger 1200
Traumreise Umbrien in Motorradmagazin 6/26 mit Triumph Tiger 1200

Gpx Motorradreise KorsikaReif für die Insel!

Hier findet ihr die gpx-Tracks zu unserer großen Reisestory im Motorradmagazin 6/26 zum Downloaden. Wir verraten hier unsere Lieblingsroute auf Korsika, der größten französischen Mittelmeerinsel. Die detaillierte Routenbeschreibung lest ihr in unserer großen Story im Heft, das ihr hier auf der Website online lesen oder bestellen könnt! Dazu gibt’s ein paar Foto-Impressionen. Viel Spaß beim Nachfahren!

weiterlesen ›
star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

17.3.2026

Triumph Daytona 660 Modelljahr 2026 in Gelb auf der Rennstrecke
Triumph Daytona 660 Modelljahr 2026 in Gelb auf der Rennstrecke

Update: Triumph Daytona 660Feinschliff für das Sportbike

Nach Trident 660 und Tiger Sport 660 erneuert Triumph auch das dritte Mitglied der Small-Triple-Familie: die Daytona 660. Was passiert ist und wieviel der britische Sportler jetzt kostet, das lest ihr hier.

weiterlesen ›
star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

7.3.2026

Triumph Tiger Sport 660 Modelljahr 2026 in Blau fahrend von rechts nach links
Triumph Tiger Sport 660 Modelljahr 2026 in Blau fahrend von rechts nach links

Erster Test: Triumph Tiger Sport 660 2026Mehr Power, mehr Reichweite

Neben der Trident 660 gönnen die Briten auch der Tiger Sport 660 im Modelljahr 2026 ein umfassendes Update. Wir sind das charmante Crossoverbike schon gefahren und ordnen die Neuheiten ein.

weiterlesen ›

:

star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

20.7.2026

Norton Atlas 2026 in Orange fahrend schräg von vorne
Norton Atlas 2026 in Orange fahrend schräg von vorne

Erster Test: Norton AtlasPremium in der Adventure-Mittelklasse

Erster Fahrtest in Island: Was kann das zweite Modell der neuen Norton-Modellfamilie auf der Straße und im Gelände? Wir kennen die Antworten.

weiterlesen ›
star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

13.7.2026

Prototyp der KTM 790 Adventure Modelljahr 2027
Prototyp der KTM 790 Adventure Modelljahr 2027

Erwischt: die neue KTM 790 Adventure!Prototyp der neuen Mittelklasse

Nach der 790 Duke wird KTM auch die 790 Adventure einer tiefgreifenden Frischzellenkur unterziehen. Wir haben einen äußerst seriennahen Prototypen erwischt und spekulieren, was uns wann erwarten wird.

weiterlesen ›
star_half
Motorradmagazin Premium. Redaktionell selbstständiger und unabhängiger Journalismus kostet – Euch ein paar Cent oder Euro. Inhalte, die als Motorradmagazin-Premium mit dem Stern gekennzeichnet sind, werden nach Lesezeit berechnet. Kein Abo, keine Verpflichtung, volle Transparenz. Dazu sorgt eine schlanke Preis-Obergrenze pro Monat für Kostensicherheit.

26.6.2026

Suzuki SV-7GX fahrend in Blau-Weiß in Schräglage
Suzuki SV-7GX fahrend in Blau-Weiß in Schräglage

Test: Suzuki SV-7GXSmarter Crossover mit V2

Suzuki erweitert mit der SV-7GX sein Porgramm an Crossover-Bikes und bringt dafür den altbewährten 650-V2 zurück ins Programm. Wir konnten das neue Modell bereits ausgiebig testen – unser Resümee hier am Testvideo!

weiterlesen ›

Leseprobe gefällig?

Bitte, gerne! Einfach auf das Vorschaubild klicken und schon startet der Download.