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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
20.4.2017

Honda CB650F/ CBR650F 2017Feiner und reiner

Erst drei Jahre ist es her, dass Honda mit CB650F und CBR650F seine Mittelklasse neu aufgestellt hat. Entsprechend maßvoll wurden für 2017 die ersten Modifikationen angebracht: Dezente Upgrades am Motor, Getriebe, Fahrwerk und im Design. Was ist alles passiert? Und machen sich die Änderungen beim Fahren bemerkbar?

Beginnen wir beim Motor: Er wurde natürlich auf Euro 4 umgestellt, bekam zu diesem Anlass größere Einlassventile und generell einige Änderungen im Einlassbereich und in der Auspuffanlage verpasst. Das zeitigt neben den geringeren Emissionen zwei kleine, durchaus angenehme Folgeerscheinungen: einen Leistungszuwachs um 4 PS (in Summe jetzt 91 PS) und ein noch markanterer Motorsound, den man auch als Fahrer wohlwollend zur Kenntnis nimmt.

Aber um ehrlich zu sein: Ohne direkten Umstieg spürt man diese vier Pferdchen kaum. Da macht sich eher bemerkbar, dass die Gänge Nummer 2 bis 5 kürzer übersetzt wurden. Damit wird der Durchzug verbessert, der Motor hängt auch eine Spur besser am Gas und wirkt lebhafter. 
Spürbar sind auch die Änderungen beim Fahrwerk. So kommt nun auch bei den 650ern die neue Dual-Bending-Valve-Technologie von Showa zum Einsatz. Bei unverändertem Standrohrdurchmesser von 41 Millimetern sorgt die Telegabel für ein feineres Ansprechverhalten und verbesserte Stabilität. Dazu lässt sich bei der Präzision im Einlenken und dem Verhalten in Schräglage nichts mehr bekritteln – alles noch um eine Spur besser als bisher.

Das trifft auch auf die Ergonomie zu (mit der wir schon bisher einverstanden waren): Die Lenkergriffe wanderten bei beiden Versionen etwas weiter nach vorne, zudem sind die Lenkeraufnahmen gummigelagert. Bislang kam es ja vor allem im höheren Drehzahlbereich mitunter zu leichten Vibrationen – sie werden durch die Maßnahme effizient verringert.

Was ist sonst noch passiert? Hauptsächlich ein stilistischer Feinschliff. Beide CB erhielten moderne LED-Scheinwerfer und ein LED-Rücklicht, dazu schlankere Verkleidungen, was vor allem beim Nakedbike zu einem glatteren, sportlicheren Auftreten führt. Hübsch ist auch, dass Schwinge, Rahmen, Motor und Räder in Schwarz gehalten wurden. Der Motor selbst bekam noch, wie einige Honda-Modelle der letzten Zeit, bronzefarbene Seitendeckel spendiert, was ebenfalls sehr edel und hochwertig wirkt.
Wie lassen sich nun die beiden Modelle einordnen? Böswillig könnte man sagen: Die 650er stehen im luftleeren Raum zwischen den günstigen Einsteigern (Suzuki SV650, Yamaha MT-07 & Co) und der schon faustdick befeuerten Mittelklasse (Triumph Street Triple, Kawasaki Z900, Yamaha MT-09). Genau diese Sonderstellung lässt sich aber auch positiv auslegen: Für überschaubare Preise (8490/8990 Euro) bekommt man edel ausgestattete, hübsche Allrounder, die mit ausgereifter Technologie und der Geschmeidigkeit eines Vierzylinders punkten. Sie sind einfach zu fahren, auch in flotterer Gangart; lediglich beim ultimativen Halali mag es heutzutage ein wenig anachronistisch wirken, dass man permanent über 7000 Umdrehungen orgeln muss, um den Anschluss an eine schnelle Truppe zu halten. Wer hingegen gelungene Harmonie über brachiale Power stellt, der findet hier zwei angenehme, freundliche und auch auf lange Sicht unterhaltsame Lebensabschnittspartner.
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