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Clemens Kopecky
Autor: Clemens Kopecky
2.3.2017

YAMAHA TMAX DXERSTER TEST DES NEUEN PREMIUM-SCOOTERS

Gleich zur Sache, denn die technischen Neuerungen bei den Yamaha TMAX-Modellen hat das Motorradmagazin ja schon im November hier zusammengefasst: heute hatten wir in Südafrika erstmals die Gelegenheit für eine ausführliche Spritztour mit der 14.699 Euro teuren, luxuriös ausgestatteten DX-Version des Premium-Scooters.

Die Fahrdynamik kann sich wie gewohnt sehen lassen. Dank überarbeitetem Fahrwerk und abgespecktem Alu-Chassis liegt der TMAX wie das sprichwörtliche Brett auf der Straße und kann ganz locker mit einem waschechten Motorrad mithalten – und manche Mittelklasse-Bikes vielleicht sogar ausstechen. Zumindest auf Strecken, auf denen Leistung keine allzu große Rolle spielt, denn der Reihenzweizylinder des TMAX verfügt nach wie vor über 46 PS aus 530 Kubik. Das freut A2-Führerschein-Besitzer, speziell beim Überholen bergauf würden wir jedoch zu dem einen oder anderen Extra-PS keinesfalls Nein sagen. Uneingeschränktes Lob verdient dagegen die Geometrie, bei der Yamaha einen goldenen Kompromiss zwischen Wendigkeit und Stabilität gefunden hat: wieselflink durch die Pkw-Kolonnen und trotzdem souverän auf schnellen Passstraßen.

Bei der Ausstattung des DX-Modells vermissen wir beinahe nichts höchstens noch ein Audio-System könnte dem Luxus-Roller den letzten Schliff verpassen. Sitz- und Griffheizung kamen dank sommerlicher 34 Grad nicht zum Einsatz. Der elektrisch höhenverstellbare Windschild mit 135 Millimetern Einstellbereich erfüllt seine Mission selbst bei 185 Zentimeter großen Piloten vorbildlich. Das Keyless-Go-System ist im Alltag eine echte Erleichterung, endlich müssen wir nie mehr in unseren Taschen nach dem Zündschlüssel kramen. Ins vergrößerte Staufach passt unser Scorpion Exo Combat Modulhelm im Handumdrehen, ein zweiter Jethelm passt mit ein wenig Tüfteln ebenfalls unter die Sitzbank. Die konventionelle, abschaltbare Traktionskontrolle erfüllt ihre Aufgabe auf Schotterstraßen ordentlich, hat angesichts der moderaten Leistung auf trockener Fahrbahn naturgemäß jedoch nicht allzu viel zu tun. Bei Regenfahrten dürfte man über das Sicherheits-Plus dank des neuen TCS besonders auf rutschigem Stadt-Asphalt jedoch recht froh sein.

Obwohl beim SX- und DX-Modell nun die von Yamaha-Motorrädern bekannten D-Modes zur Verfügung stehen, kommt man auch ausschließlich mit dem sportlichen S-Modus gut über die Runden: die Gasannahme ist spritzig-direkt, lässt sich aber trotzdem herrlich einfach dosieren. Sollte das nicht genügen, steht alternativ der extra seidige T-Modus zur Wahl. Auch der Tempomat erfüllt seine Aufgabe wunsch- und erwartungsgemäß – schade nur, dass er erst ab 50 km/h aktiviert werden kann. Bei der Geschwindigkeitskontrolle in Tempo-40-Zonen bleibt der Pilot daher auf sich alleine gestellt.

Nicht ganz nachvollziehen können wir das Layout des überarbeiteten Cockpitinstruments mit zentralem Info-Display. Zwar gelingt das Surfen durch die Untermenüs problemlos leicht, Yamaha vergeudet aber immer noch mit einem riesigen analogen Drehzahlmesser eine Menge Platz, den man bei einem Automatik-Roller absolut nicht braucht. Hier würden wir uns stattdessen einen größeren TFT-Screen z. B. mit digitaler Tachoanzeige wünschen. Abgesehen davon gibt es am nachgeschärten Design mit LED-Lichtern, integrierten Front-Blinkern und gekapptem Schalldämpfer jedoch nichts zu meckern – im Gegenteil. Trotz seiner stattlichen 216 Kilo wirkt der TMAX im Klassenvergleich sehr kompakt und fühlt sich auch im Kolonnen-Slalom tatsächlich so handlich an.

Noch mehr Fahreindrücke und eine Analyse der Marktchancen der drei neuen TMAXE (ab 12.999 Euro) steht am 16.3. in der Motorradmagazin-Printausgabe.

Motorrad Bildergalerie: YAMAHA TMAX DX 2017

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