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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
peter.schoenlaub@motorrad-magazin.at
10.2.2017

Honda SH125i im TestProfessor Grossrad

Die Motorrad-Ikonen von Honda sind schnell aufgezählt: Fireblade, Gold Wing, Africa Twin, die CB-Reihe. Worauf man dabei ganz gerne vergisst, ist ein ganz kleines Bike, das auch so heißt: Small Honda. Besser bekannt als: SH. Dabei ist gerade dieses Rollermodell nicht nur Hondas Bestseller in Europa, sondern sogar das meistverkaufte motorisierte Zweirad am alten Kontinent.

Für 2017 hat Honda seinen Bestseller wieder einmal deutlich überarbeitet – allerdings ohne ein Risiko einzugehen und damit jemanden zu verschrecken. Mieselsüchtige könnten sogar anmerken, dass die Änderungen kaum auffallen, aber das wäre ungerecht: Honda hat fast die gesamte Karosserie neu gezeichnet und die Qaulitätsschraube noch einmal um ein paar Umdrehungen angezogen. Sichtbares Erkennungszeichen dieses Bemühens: die neuen LED-Scheinwerfer und die LED-Tagfahrlichter, die sich vertikal über die vordere Verkleidung erstrecken. Damit hat der SH125i nun endlich mit dem großen Bruder SH300i und dem Kleinradroller PCX gleichgezogen.
Weitere wichtige News: Der SH125i besitzt nun serienmäßig einen Smart Key. Das macht den Umgang mit dem Scooter unheimlich praktisch, da er den eingesteckten Schlüssel im Umkreis von zwei Metern erkennt und den Schalter (der das Zündschloss ersetzt) freigibt. Man dreht ihn, um die Lenkradsperre zu lösen und die Zündung zu aktivieren. Danach drückt man auf den Startknopf und das Motörchen läuft. Einfacher geht’s nicht.

Was ist sonst noch passiert? Feinschliff an allen Ecken und Enden. Die Sitzbank verfügt nun über edle doppelte Ziernähte und einen Soziusplatz mit griffigerem Bezug. Die Karosserie ist noch feiner verfugt, generell ist der Anteil an farbigen, lackierten Flächen gestiegen; auch sind die Kanten stärker ausgeprägt, ohne alledings den bekannt sanften, harmonischen Look des SH zu konterkarieren. Das Felgendesign wurde genauso nachgeschärft wie die Form der Rückspiegel und das etwas größer gewordenen Verkleidungsfach beherbergt nun eine 12V-Steckdose. Last but not least zeigen nun auch die Instrumente einen frischen, edlen Look. Neu im Repertoire: eine digitale Anzeige von Momentan- und Durchschnittsverbrauch.
Motorisch sind indes keine Umstürzungen zu vermelden. Honda hat seinen bekannt sparsamen eSP-Einzylinder natürlich für Euro 4 fit gemacht, was in diesem Fall keines großen Aufwands bedurfte. Allerdings haben die detailverliebten Honda-Ingenieure eine günstigere Positionierung für den Ansaugtrakt gefunden, was auch dazu beitragen dürfte, dass die Leistung und das Drehmoment ganz leicht gestiegen sind. Wir halten jetzt bei 12,2 PS (statt 11,7 PS zuvor) und 11,5 Newtonmeter. Da man ja nun auch Verbrauchswerte angeben muss, haben wir diese Daten ebenfalls erhalten: Offiziell sind es 2,1 Liter je 100 Kilometer im WMTC, das entspricht 52 Gramm CO2 pro Kilometer.  

Fahrwerkseitig sah man offenbar ebenso wenig Handlungsbedarf. Lediglich die Federbeine am Heck wurden etwas softer abgestimmt, da sich wohl einige Kunden mehr Komfort gewünscht haben. Die Bremserei mit dem serienmäßigen ABS blieb unangetastet.
Wie fährt sich nun die jüngste Generation des Scooter-Bestsellers? Wer bislang schon einen SH bewegte, wird wenig Unterschiede feststellen. Die Ergonomie ist wie bislang vorbildlich, der Motor fühlt sich weiterhin samtig und geschmeidig an, allerdings – auch wie bisher – nicht sonderlich drehmomentstark. Dafür entwickelt er im oberen Drehzahlbereich noch weitere Energie, was ihn bei unseren ersten Testfahrten auf über 110 km/h laut Tacho beschleunigt hat. Mit echten 100 kann man wohl rechnen.

Der neu hinzugekommene Smart Key funktioniert wie schon geschildert hervorragend und ist ein weiteres Puzzlestück für den modernen, souveränen und dienstbaren Auftritt des SH125i. Die Instrumente sind gut ablesbar, der Feinschliff im Design steht Europas Bestseller gut zu Gesicht, die Vorzüge im Alltagsnutzen bleiben voll umfänglich erhalten: unter die Sitzbank passt ein Vollvisierhelm (wenn er nicht mit Spoilern ausgerüstet ist oder eine XL-Helmschale besitzt), dazu gibt’s in Österreich traditionell das serienmäßige Topcase.

Noch ein paar Worte zu Fahrwerk und Verbrauch: Bei unserer ersten Testfahrt zeigte sich der SH125i auf der Hinterachse ein wenig komfortabler als zuletzt, bleibt aber insgesamt weiter auf der straffen, sicheren Seite. Und der Verbrauch? Nach scharf geführtem Treiben durch die Gassen von Florenz und anschließendem Ritt in die Hügel (mit hohem Vollgasanteil) zeigte der Bordcomputer einen Schnittverbrauch von 2,8 l/100 km. Das macht Freude.

Der neue SH125i ist ab sofort zu haben und kostet in Österreich 3590 Euro – was einer dezenten Preiserhöhung von 300 Euro entspricht. Der in allen Bereichen bis auf den Motor baugleiche, aber 15 PS starke SH150i (siehe unten) kostet 3890 Euro.
Die kräftigere Alternative: Honda SH150i

Warum gibt’s überhaupt einen 150er? Die Hintergründe liegen in den italienischen Gesetzen: Mit 125 Kubik darf man nicht auf die Autobahn. Also bietet Honda den SH traditionell auch mit 150 Kubikzentimeter an, mittlerweile auch sehr erfolgreich bei uns. Die beiden Modelle sind völlig baugleich, die Unterschiede liegen nur im Motor, der dank etwas größerer Bohrung mehr Hubraum besitzt. Die Leistung steigt damit von 12 auf 15 PS, das Drehmoment von 11,5 auf 13,9 Newtonmeter.

Was sich beim Lesen vielleicht nach Peanuts anhört, macht beim Fahren einen großen Unterschied. Der SH150i bietet vor allem im mittleren Bereich deutlich mehr Punch, was Zwischensprints in klassischen urbanen Fahrsituationen viel knackiger macht. Dazu klingt der Motor auch kerniger. Der Mehrverbrauch von zirka 0,2 bis 0,3 Liter in der Praxis lässt sich da locker verschmerzen, der Mehrpreis von 300 Euro auf den SH125i (3890 Euro) ist ebenfalls überschaubar.

Unser Tipp: Wenn man nicht auf den 125er-Schein beschränkt und für ein bissl mehr Spaß aufgeschlossen ist, dann unbedingt zum 150er greifen!

Fotos von Zep Gori, Francesc Montero, Ulla Serra
Motorrad Bildergalerie: Honda SH125i

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Scooter/Roller:

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